Suppenküche in Rumänien
Nadrag – ein Ort ohne Zukunft

Münster -

Warme Winterkleidung und Decken hat die Interessengemeinschaft „Hilfe für Nadrag“ nach Rumänien gebracht – und sich vor Ort einen Eindruck verschafft.

Mittwoch, 20.12.2017, 22:12 Uhr

Bernhard Balsliemke  (r., stehend) hat sich bei seinem jüngsten Besuch in Nadrag in Rumänien einen Eindruck von der Arbeit in der Suppenküche verschafft.
Bernhard Balsliemke  (r., stehend) hat sich bei seinem jüngsten Besuch in Nadrag in Rumänien einen Eindruck von der Arbeit in der Suppenküche verschafft. Foto: Suppenküche Nadrag

„Die glücklichen Augen der Senioren motivieren uns, immer weiterzumachen“, erzählt Fritz Heudtlaß . „Bei unserer jetzigen Fahrt haben wir warme Winterkleidung und Decken nach Nadrag gebracht. Die Sachen waren schnell vergriffen.“ Vieles fehlt in dem kleinen Ort in Westrumänien. Die durchschnittliche Rente dort liegt bei 150 Euro. Die Söhne und Töchter der in Nadrag noch lebenden Bewohner haben den Ort verlassen. Sie verdienen ihr Geld in Europa, als Krankenpfleger oder auf dem Bau.

„Die Hoffnungslosigkeit und die fehlende Perspektive der Bewohner in Nadrag sind mir besonders nahe­gegangen“, erzählt Bernhard Balsliemke . „Es gibt dort kaum noch Arbeit. Für die älteren Bewohner ist die Suppenküche der einzige Lichtblick in dem Bergdorf.

Ohne die Interessengemeinschaft „Hilfe für Nadrag“ gäbe es die meisten der 60 hilfsbedürftigen Senioren nicht mehr. Viele könnten sich eine warme Mahlzeit einfach nicht leisten.

Bernhard Balsliemke sammelt seit 14 Jahren Spenden für die Senioren und Kinder in Nadrag, damit diese keinen Hunger mehr leiden müssen. Die Suppenküche wird von der Caritas Temeschwar geleitet, dessen Geschäftsführer Herbert Grün den beiden Münsteranern für ihr soziales Engagement und deren fleißige Spendensammlungen dankt.

„Das Verhalten der Kommune und des Bürgermeisters von Nadrag verärgert mich ganz besonders“, berichtet Balsliemke. „Seit Jahren wird der Mietvertrag für die Sozialstation immer nur um ein Jahr verlängert. Wir wünschen uns einen langfristigen Vertrag, damit nötige Reparaturen und Anschaffungen gemacht werden können. Seit Langem suchen wir das Gespräch mit der Kommune, doch die weist uns immer wieder ab.“ Insbesondere eine Industriespülmaschine wünschen sich die Münsteraner für die Suppenküche. Denn täglich müssen 40 Schulkinder und 60 Senioren mit Essen versorgt werden.

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