Wildschweine am Friedhofszaun
Besucherin trifft bei Lauheide auf eine ganze Rotte

Münster -

Zehn Wildschweine seien es bestimmt gewesen, die sie vom Waldfriedhof Lauheide aus gesehen habe, sagt Sylvia Kasum. „Ich bin mit dem Fahrrad etwas in ihrer Richtung hinterhergefahren. Sie blieben gerade stehen und das Tier, das die Gruppe anführte, hat zu mir rübergeschaut. Dann sind sie weitergezogen.“

Montag, 08.01.2018, 17:01 Uhr

Vom Friedhof aus fotografierte die Besucherin die Tiere jenseits des Zauns.
Im Boden suchen Wildschweine häufig nach Nahrung. Deshalb haben zum Beispiel Bauern wenig Interesse daran, dass die Tiere ihre Äcker besuchen. Foto: dpa (Symbolbild)

Von diesem weiblichen Wildschwein hat Kasum , die in Begleitung ihres Hovawart-Hundes den Friedhof besuchte, mit dem Handy einen – leider leicht unscharfes – Schnappschuss gemacht. Ebenso von der Rotte, also der Wildschwein-Gruppe.

Kasum stand den Tieren am Zaun gegenüber und vermutet, dass sie in der vergangenen Woche vom stehenden Hochwasser in den Wiesen aus ihrem Dickicht aufgescheucht worden seien. „Sie sahen aus, als hätten sie wirklich Not und wussten wohl nicht, wohin. Um sie herum war alles voller Wasser.“

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Vom Friedhof aus fotografierte die Besucherin die Tiere jenseits des Zauns. Foto: Sylvia Kasum

„Der Zaun wird kontrolliert“

Besteht die Möglichkeit, dass die Schweine demnächst auf dem Friedhof auftauchen? „Uns ist nicht bekannt, dass jemals Wildschweine auf dem Friedhof gesehen wurden“, sagt Christian Niggemann von der Friedhofsverwaltung der Stadt Münster. Er verweist auch auf den vor einigen Jahren errichten Zaun, der es speziell den Rehen unmöglich machen soll, auf das Gelände zu gelangen. „Der Zaun wird kontrolliert.“ Trotz des Zauns hatten es Rehe bekanntlich geschafft, durch Löcher hereinzukommen und Blumen von den Gräbern zu fressen.

"Sie sind dann eine Nacht da und ziehen weiter"

Heinz Heselmann, einer der Jagdpächter im Bereich Telgte-Verth, wo Kasum die Tiere sah, sieht keinen Grund, warum sich die Wildschweine länger dort aufhalten sollten: „Es kommt jedes Jahr mal vor, dass ein Tier gesehen wird, vielleicht sind es auch drei oder mehr. Sie sind dann eine Nacht da und ziehen weiter – von Ostbevern nach Everswinkel zum Beispiel.“ Telgte-Verth sei kein geeignetes Gebiet für die Tiere. „Der Biotop ist nicht geeignet, weil es zu wenig Deckung für sie gibt und zu viel Unruhe da ist durch Jogger und Reiter.“ Laut Dirk Klissa von der Unteren Jagdbehörde des Kreises Warendorf, in dem Telgte-Verth liegt, ziehen Wildschweine „in einer Nacht bis zu 30 Kilometer weit“.

Ein magischer Moment

Sylvia Kasum begegnete den Schweinen, so schildert sie, als die „auf dem schmalen Pfad zwischen Friedhofszaun und dem Gehege“ des Nabu für Konik-Pferde liefen. Die Tierliebhaberin vermutet, dass die Schweine „in Richtung Emshof und der Gaststätte ,Wilhelmer‘“ unterwegs waren. Sie habe Respekt vor den Tieren, betont Kasum, aber auch „einen magischen Moment“ genossen, findet sie: „Die Tiere so überhaupt einmal direkt vor sich zu sehen . . .“

Für die Schweine könnte es gut sein, einigermaßen unbeobachtet zu bleiben. Der Kreis Warendorf hat den Jägern nämlich ausdrücklich empfohlen, Wildschweine zu schießen. „Weil wir davon ausgehen, dass die Afrikanische Schweinepest irgendwann auch im Kreis ankommen wird“, erläutert Petra Linke, Sachgebietsleiterin „Sicherheit und Ordnung“.

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