Gewalt gegen Retter
Mehr Angriffe auf Einsatzkräfte

Münster -

Sie kommen, um zu helfen oder zu schlichten. Doch sie werden zunehmend Opfer von Übergriffen. Gewalt gegen Rettungskräfte ist auch in Münster ein Thema.

Dienstag, 09.01.2018, 07:01 Uhr

Mit Wasserwerfern ist die Polizei in Leipzig in der Silvesternacht  gegen Randalierer vorgegangen. Bundesweit wird die zunehmende Gewalt gegen Einsatz- und Rettungskräfte beklagt.
Mit Wasserwerfern ist die Polizei in Leipzig in der Silvesternacht  gegen Randalierer vorgegangen. Bundesweit wird die zunehmende Gewalt gegen Einsatz- und Rettungskräfte beklagt. Foto: dpa

Die bundesweit offenbar zunehmende Gewalt gegen Rettungs- und Einsatzkräfte schlägt sich auch in Münster negativ nieder. Für das vergangene Jahr ­verzeichnete die Stadtverwaltung bislang 60 gemeldete Gewaltvorfälle gegenüber Mitarbeitern – „exakt eine Verdoppelung“ im Vergleich zu 30 Fällen 2016, wie Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. 2015 waren es noch 21 Gewalttaten gegen städtisches Personal oder Sachen. „Der Trend ist eindeutig und geht stark nach oben“, stellt Heuer fest.

Zahl der Gewaltvorfälle verdoppelt sich

„Münster ist nicht mehr die Insel der Glückseligen“, sagt Heinz Mentrup, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Komba und zugleich Personalratsvorsitzender der münsterischen Feuerwehr . Der Komba-Vertreter, dessen Gewerkschaft in NRW mehr als 6000 Beschäftige – vornehmlich Feuerwehrleute und Rettungskräfte – vertritt, beklagt unter Verweis auf einen Vorfall in der Silvesternacht, dass die Stadtverwaltung Gewaltvorfälle aus dem Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst nicht publik mache. Diese Aussage relativiert Ordnungsdezernent Heuer: „Die Stadt Münster bringt jede Nötigung, Bedrohung oder gar Gewaltanwendung gegen ihre Mitarbeiter zur An­zeige.“

Münster ist nicht mehr die Insel der Glückseligen.

Heinz Mentrup

Am frühen Neujahrsmorgen war in Münster ein Mitarbeiter der örtlichen Johanniter Unfall-Hilfe verletzt worden, als er einen offenbar stark alkoholisierten Mann in ein Krankenhaus brachte. Laut Polizei wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Zu weiteren Übergriffen auf Polizisten oder Rettungskräfte ist es nach Behördenangaben aber über den Jahreswechsel in Münster nicht gekommen.

Mit bunten Feuerwerken wird das Jahr 2018 in Münster begrüßt

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  • Mit bunten Feuerwerken wird das Jahr 2018 in Münster begrüßt Foto: Matthias Ahlke
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"Fehlender Anstand und Alkoholkonsum"

Dennoch nimmt nach Einschätzung des städtischen Ordnungsdezernenten die Aggressivität bis hin zur Gewaltanwendung in Münster zu. „Fehlender Anstand häufig in Kombination mit Alkohol- bzw. Drogenkonsum führt zu diesen Angriffen auf unsere Mitarbeiter“, so Wolfgang Heuer. An dieser Stelle zeige sich eine schlimme Verrohung.

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Dieser soll aber nicht mit Aufrüstung begegnet werden: „Wir haben uns im vergangenen Jahr bewusst gegen die Anschaffung ­neuer Schutzwesten ausge­sprochen“, betont Gewerkschaftsvertreter Mentrup. „Wir deeskalieren und lassen die geschulten Fachleute von der Polizei ran.“

Deeskalationstraining und Selbstverteidigung

Diese Strategie teilt Heuer: „Bei Angriffen auf Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte sind der vorläufige Rückzug unserer Leute vom Einsatzort und das schnelle Eingreifen der Polizei vorrangig zu sehen.“ Im Übrigen würden städtische Mit­arbeiter mit Deeskalationstraining und Selbstverteidigung auf plötzliche Über­griffe vorbereitet.

Täter in den meisten Fällen betrunken

Die Zahl der aktenkundigen Übergriffe auf städtische Mitarbeiter ist zuletzt spürbar angestiegen. So verzeichnete allein die münsterische Feuerwehr bis Mitte Dezember des vergangenen Jahres 25 gemeldete Fälle; im Jahr 2016 waren es erst elf, 2015 noch vier Über­griffe.

Laut einer noch nicht veröffentlichten Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Landes zum Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte sind die Täter in den meisten Fällen betrunken. Es handelt sich demnach überwiegend um junge Männer im Alter von 16 bis 35 Jahren.  

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