Leerstand seit 2011
Verkauf des Hauptzollamtes lässt weiter auf sich warten

Münster -

Beste Lage an der Promenade, aber Leerstand seit 2011: Das alte Hauptzollamt an der Sonnenstraße ist noch immer nicht verkauft. Die Stadt möchte hier eine Kita einrichten, aber es zieht sich.

Dienstag, 09.01.2018, 19:01 Uhr

Direkt an der Promenade liegt das alte Hauptzollamt, das noch immer nicht verkauft ist.
Direkt an der Promenade liegt das alte Hauptzollamt, das noch immer nicht verkauft ist. Foto: Matthias Ahlke

Beim Ankauf von Immobilien des Bundes hat die Stadt Münster offenbar kein Glück. Seit 2012 ziehen sich die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) über den Ankauf der Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck hin, ohne dass die Stadt einen Kaufvertrag in den Händen halten kann.

Interesse bereits vor 15 Monaten bekundet

Jetzt wurde bekannt, dass sich auch der geplante Ankauf des alten Hauptzollamtes an der Sonnenstraße hinzieht. Nachdem die Stadt bereits vor 15 Monaten ihr Interesse an einem Erwerb bekundet hat, erwartet Andreas Nienaber, Leiter des städtischen Immobilienamtes, für die erste Januarhälfte 2018, dass die Bima ein Wertgutachten vorlegt.

Deshalb verzögert sich alles:

Peter Waanders, bei der Bima zuständig für den Verkauf, begründete die Verzögerung damit, das ein „zunächst beauftragter Sachverständiger vor Fertigstellung seines Gutachtens verstorben“ sei.

Die Stadt möchte an dem Standort Sonnenstraße eine Kita errichten. Der Altbau steht seit 2011 leer. Damals zog das Hauptzollamt in einen Neubau ins Gewerbegebiet Loddenheide.

Noch im Frühjahr 2017 war die Rede davon, dass im Sommer 2017 verhandelt werden solle.

Exklusive Lage

Wenn das Wertgutachten der Bima vorliegt, heißt das noch nicht, dass es sofort zum Kaufvertrag kommt. Denn wegen der exklusiven Lage direkt an der Promenade kann es gut sein, dass die Stadt die gutachterlich dokumentierte Kaufpreiserwartung des Bundes nicht akzeptiert.

Die Stadt möchte, wie Nienaber betont, das Bima-Grundstück als eine „Gemeinbedarfsfläche“ nutzen und spekuliert deshalb natürlich auf einen günstigen Preis. In solchen Fällen verhalte sich die Bima erfahrungsgemäß „kooperativ“, so Nienaber weiter. Gleichwohl sei die Bundesbehörde frei bei der Vergabe. Waanders betonte, dass die Stadt in dem laufenden Verkaufsverfahren „vorrangig berücksichtigt“ werde. Zugleich heißt es aber auch, dass in der Vergangenheit auch private Interessenten an die Bima herangetreten seien.

Bekannt wurde das Hauptzollamt durch eine Hausbesetzung 2015. Vorübergehend wurde das Gebäude auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

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