Präsident des Deutschen Städtetages
Lewe, der neue Mann an der Spitze der deutschen Städte

Münster -

„Balance“ ist ein Lieblingswort von Oberbürgermeister Markus Lewe. Alles muss sich in der Balance befinden, so auch sein Verhältnis zur Bundesregierung. In seinem neuen Ehrenamt als Präsident des Deutschen Städtetages hält er Zuckerbrot und Peitsche sorgsam in der Balance, als er bei einem Pressegespräch am Mittwoch die Politikfelder durchgeht.

Donnerstag, 11.01.2018, 08:00 Uhr

Münster, hier die Chillida-Skulptur im Rathaus-Innenhof, bleibt für Markus Lewe der Mittelpunkt, aber als Städtetagspräsident wird er häufiger in Berlin sein.
Münster, hier die Chillida-Skulptur im Rathaus-Innenhof, bleibt für Markus Lewe der Mittelpunkt, aber als Städtetagspräsident wird er häufiger in Berlin sein. Foto: Oliver Werner

Beim Thema Konversion und den Kosten für Immobilien des Bundes spart Lewe nicht mit Kritik, zugleich lobt er aber zahlreiche „kommunalfreundliche Entscheidungen“ der Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel: Mehr Geld für die Grundsicherung, mehr Geld für die Eingliederungshilfe, mehr Geld für den Ausbau von Kindergärten.

Nach so viel Zuckerbrot ist auch wieder eine Peitsche notwendig: Wenn es um Sicherheitsmaßnahmen für Volksfeste, Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen geht, dürften die Kosten nicht bei den Kommunen und den Veranstaltern hängen bleiben, so Lewes Forderung. Auf die Gefahren des internationalen Terrorismus zu reagieren, sei vordringlich eine Aufgabe von Bund und Ländern.

Wichtiger Ansprechpartner für die Bundesregierung

Mindestens vier Mal pro Jahr wird Münsters Oberbürgermeister 2018 und 2019 nach Berlin reisen. Und zwar dann, wenn das Präsidium des Städtetages tagt.Tatsächlich dürften es viel mehr Dienstreisen werden, auch wenn sich Lewe nicht auf eine Zahl festlegen möchte. Denn als oberster Repräsentant von 3400 Städten ist Lewe auch für die Bundesregierung ein wichtiger Ansprechpartner.

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Auf die Frage, ob es sein kann, dass demnächst auch mal die Kanzlerin bei ihm anruft, sagt er: „Ja“. Ohnehin werde sein neues Amt dazu führen, dass sich „manche Tür etwas schneller und leichter“ öffnen lässt. Von diesen Kontakten, verspricht der Oberbürgermeister, werde Münster direkt profitieren – bis hin zu einer verstärkten Medienpräsenz.

3 Fragen an den neuen Städtetagspräsidenten

Natürlich sei all das mit Mehrarbeit verbunden, erklärt der Städtetagspräsident. „Auto und Bahn werden zum fahrenden Büro.“ Aber er ist sicher, dass die „Chancen gegenüber den Belastungen überwiegen“.

Ganz abgesehen davon seien 95 Prozent der Probleme, mit denen man sich in Münster herumplage, auch Thema beim Deutschen Städtetag. Von daher sei der Austausch mit anderen Kommunen eine Erfolgsstrategie für jeden Oberbürgermeister, erklärt der neue Mann an der Spitze der deutschen Städte. Lewes Amtszeit geht bis Mitte 2019.

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