Initiative „Schloss-Platz-Kultur“ diskutierte
„Einmalige Chance“ für Musikcampus

Münster -

Es sei genau die richtige Zeit für einen Musikcampus, betont Prof. Ulrich Rademacher. Beim Runden Tisch der Initiative „Schloss-Platz-Kultur“ sprach sich der ehemalige Leiter der Westfälischen Schule für Musik für einen Campus aus.

Freitag, 19.01.2018, 15:52 Uhr

Prof. Ulrich Rademacher (l.) diskutierte am Runden Tisch mit etwa 30 Bürgern über den Musikcampus.
Prof. Ulrich Rademacher (l.) diskutierte am Runden Tisch mit etwa 30 Bürgern über den Musikcampus. Foto: Matthias Ahlke

Für einen Musikcampus in Münster hat sich Prof. Ulrich Rademacher, ehemaliger Leiter der Westfälischen Schule für Musik, ausgesprochen. Eine Realisierung auf dem Hörsterparkplatz kritisierte er aber. Die Diskussion um einen Musikcampus in Münster war Thema des vierten Runden Tisches des Initiative „Schloss-Platz-Kultur“.

„Wir gucken in die Vergangenheit und damit in die Zukunft“, sagte Moderator und Architekt Stefan Rethfeld. Zusammen mit Rademacher sprach er über die Anfänge der Westfälischen Schule für Musik und des Sinfonie­orchesters der Stadt. Beide wurden 1919 gegründet. Ein Jahr später wurde an der Universität der Fachbereich Musikwissenschaft gegründet. Deshalb ergebe sich heute – etwa 100 Jahre später – eine „historische Situation“, so Rademacher. Es sei eine „einmalige Chance“.

Lauter Interimslösungen

Für musikalische Einrichtungen habe es laut Rethfeld immer nur Interimslösungen gegeben. Münsters erster Theaterbau war das Komödienhaus, das 1774 am Roggenmarkt gebaut wurde. Es folgten Romberger Hof und Stadthalle, beide wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Mit dem Neubau des Theaters an der Neubrückenstraße in den 1950er-Jahren bekam Münster ein Spielstätte. Die Westfälische Schule für Musik bezog das ehemalige Naturkundemuseum, in dem sie bis heute untergebracht ist.

Doch der Druck auf dieses Gebäude sei „ungemein hoch“, so Rademacher: „Die Schule hat 7000 Schüler.“ Eine neue Lösung müsse her. Für den ehemaligen Leiter seien dabei die Partner wichtiger als der Standort.

Alternative Hörsterparkplatz umstritten

Doch die enge Zusammenarbeit zwischen Theater, Hochschule und Musikschule könne nur durch eine „räumliche Zusammenlegung“ erhalten werden. Rademacher sprach sich aber gegen eine Realisierung am Hörsterparkplatz aus: „Da würde die Musikschule schmerzlich fehlen.“

Was wir in den nächsten beiden Jahren nicht realisieren, rückt in sehr weite Ferne.

Prof. Ulrich Rademacher

Doch es wurde kontrovers diskutiert: Befürworter des Hörsterplatzes führten die räumliche Nähe zum Theater an. Bei der Notwendigkeit eines Konzertsaal herrschte viel Zustimmung. Kritiker schlugen jedoch vor, profanierte Kirchen zu Konzertsälen umbauen. Rademacher betonte die Brisanz des Diskussion: „Was wir in den nächsten beiden Jahren nicht realisieren, rückt in sehr weite Ferne.“

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