Immer wieder Reparaturen
Münsters Gaslaternen: schön – aber empfindlich

Münster -

22 Gaslaternen gibt es noch im Münster. Im Kuhviertel sorgen sie für historisches Flair. Doch den Stadtwerken bereiten sie auch viel Arbeit – denn die Gaslaternen sind sehr reparaturanfällig.

Montag, 12.02.2018, 08:02 Uhr

Die 22 verbliebenen Gaslaternen im Kuhviertel bereiten den Stadtwerken viel Arbeit, weil der Wartungsaufwand sehr hoch ist.
Die 22 verbliebenen Gaslaternen im Kuhviertel bereiten den Stadtwerken viel Arbeit, weil der Wartungsaufwand sehr hoch ist. Foto: Stadtwerke Münster

Einst leuchteten Tausende Gaslaternen in Münster – heute gibt es nur noch 22, und die bereiten den für die Straßenbeleuchtung zuständigen Stadtwerken regelmäßig Kopfzerbrechen. „Sie sind oft defekt, müssen immer wieder aufwendig repariert werden“, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Lisa Schmees .

Die Laternen stehen allesamt im Kuhviertel. Dort sollen sie das besondere Flair des historischen Quartiers unterstreichen, das haben die Kommunalpolitiker vor ein paar Jahren so festgelegt. So schön die heimelige Atmosphäre ist, die die Gaslaternen verbreiten: Für die Stadtwerke sind die Laternen mit viel Arbeit verbunden.

Die Flamme lodert auf einem feinen Netzgewebe, das allerdings sehr empfindlich ist, wie Schmees erläutert. „Stößt jemand vor die Laterne, dann fällt das Netzgewebe in sich zusammen, und die Laterne geht aus.“ Das Kuhviertel ist ein Ausgehviertel, daher stoßen dort öfter mal Passanten gegen Laternen. Folge: Regelmäßig müssen Gaslaternen repariert werden. Das ist auch der Fall, wenn der Wind kräftig weht, denn der gläserne Laternenkopf ist nicht komplett geschlossen.

Und die Gaslaternen sind nicht nur anfälliger, sie sind auch pflegeintensiver als herkömmliche Laternen. „Die Netzgewebe müssen jedes Jahr gewechselt werden“, berichtet Schmees. Für die Stadtwerke-Techniker sei das „eine filigrane Arbeit“. Dennoch: Daran, die historischen Leuchtmittel abzuschaffen, denke niemand.

Einfacher haben sie es mit den anderen Laternen. 28 000 gibt es nach Auskunft der Stadtwerke im gesamten Stadtgebiet, wobei die bisherigen Quecksilberdampflampen nach und nach gegen LED-Lampen ausgetauscht werden. „Die leuchten heller, strahlen besser, halten länger und verbrauchen weniger Energie“, betont Schmees. Während die Leuchtmittel in den Quecksilberdampflampen alle zwei Jahre getauscht werden müssen, seien die LED-Lampen nur alle 15 bis 20 Jahre dran.

Und während im Kuhviertel die Gaslaternen weiter leuchten, erproben die Stadtwerke an anderen Stellen im Stadtgebiet ganz andere, völlig neuartige Laternen.

Sie werden nur hell, wenn sich jemand in der Nähe befindet, leuchten ansonsten nur mit zehn Prozent ihrer Leistung. In diesem Jahr soll dieses „bewegte Licht“ erstmalig in einem Wohngebiet getestet werden, berichtet Schmees. Wo genau, sei noch unklar.

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