Konditoren-Wettbewerb
Leistungs-Schau im Adolph-Kolping-Berufskolleg

Münster -

Französische Torten sind dünn und fruchtig, die mehrstöckige Buttercremetorte ist eine sehr deutsche Spezialität. Aber wenn sich deutsche Konditoren etwas zum Thema „Frankreich“ einfallen lassen müssen, kommen doch raffinierte Kreationen dabei heraus.

Mittwoch, 14.02.2018, 16:02 Uhr

„Le Baiser“ (Der Kuss) heißt die berühmte Skulptur des französischen Künstlers Auguste Rodin, die von Aylin Wolosin nachgeformt und auf einen Marzipansockel gestellt wurde. Das Ganze sieht absolut preisverdächtig aus.
„Le Baiser“ (Der Kuss) heißt die berühmte Skulptur des französischen Künstlers Auguste Rodin, die von Aylin Wolosin nachgeformt und auf einen Marzipansockel gestellt wurde. Das Ganze sieht absolut preisverdächtig aus. Foto: Oliver Werner

Angucken ist erlaubt, probieren nicht. Das ist schade, denn die 19 Torten sehen zum Anbeißen aus. Aber erstens wollen sie später noch begutachtet werden. Und zweitens würde, wer probehalber hineinbisse, eine böse Überraschung erleben: „Alles was Sie sehen, ist essbar“, sagt Konditormeister und Lehrlingswart Ralf Ilgemann . „Nur der Tortenkorpus nicht.“ Der ist aus Holz oder Styropor . . .

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Gesellenprüfung im Juli

Das ist immer so beim Leistungswettbewerb, den die Konditoren-Innung schon seit einigen Jahren für ihre immer noch zahlreichen Auszubildenden veranstaltet. Die müssen sich nämlich im kommenden Juli der Gesellenprüfung stellen – und bekommen so schon einmal Gelegenheit, sich selbst und ihre zuckersüßen Fähigkeiten echtem Prüfungsstress auszusetzen.

Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten

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  • Karolina Jovanovska entwirft ein knappes Schnürkosett. Wer so etwas konzentriert zustande bringt, sieht der Gesellenprüfung im Sommer gelassen entgegen.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Adolph-Kolping-Berufskolleg stellten sich 19 angehende Konditorinnen und Konditoren am Dienstag dem Leistungswettbewerb ihrer Innung.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Thema: Frankreich. Die Zeit: fünf Stunden. Das Ziel: eine Schautorte, die nicht nur superfranzösisch aussieht, sondern auch fast unbegrenzt haltbar ist.

    Foto: Oliver Werner
  • Hochkonzentriert modellierten sie Eiffeltürme aus Zucker, drapierten wehende Trikoloren aus Marzipan und notierten den Text der Marseillaise in zartester Schokoladenschrift.

    Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner
  • Konditoren-Nachwuchs gestaltet „Frankreich“-Torten Foto: Oliver Werner

Fünf Stunden Zeit für eine Schautorte

In der Küche des Adolph-Kolping-Berufskollegs herrscht deshalb schon seit 9 Uhr morgens emsige Betriebsamkeit: Die 19 jungen Leute haben fünf Stunden Zeit, eine Schautorte anzufertigen. Schautorte heißt: Das gute Stück muss wochenlang in einem Schaufenster stehen können, ohne Form und Farbe zu verlieren, erklärt Obermeister Georg Liesenkötter. Gearbeitet wird mit Zucker, Marzipan und Schokolade.

Das Thema: „Frankreich“

Das Thema des Jahres heißt „Frankreich“. Unglaublich, was den jungen Leuten dazu einfällt. Drei Mal wird der Eiffelturm modelliert, einmal die Tour-de-France-Strecke, das gallische Dorf ist ebenso dabei wie ein Mini-U-Boot samt Zuckerkrake à la Jules Verne. Es gibt auch einen extravaganten Damenschuh, aus dem sich Champagner trinken ließe, wäre er nicht viel zu filigran – und aus Marzipan.

Es liegt ein bisschen Stress in der Luft. Kurz vor knapp droht sogar eine „Moulin Rouge“-Mühle aus durchsichtigem Zucker zu kippen. Sie wird mit einem Brenner rasch in Form gebracht. Nun kann die Jury kommen.

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In der Jury: Christoph Tiemann

Sie wird in diesem Jahr von Christoph Tiemann angeführt – ein prominenter Nicht-Konditor ist in jedem Jahr dabei. Schließlich soll die Schautorte nicht nur dem Chef gefallen. Sondern vor allem dem Kunden und Genießer . . .

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