IHK-Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“
„Schüler experimentieren“: Umweltfreundlich und alltagstauglich

Münster -

Über 260 Schüler aus der ganzen Region haben Projekte für den IHK-Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ eingereicht. Vor allem Mobilität und Umweltschutz waren wichtige Themen. Die Schüler bewiesen Forschergeist und Ideenreichtum.

Donnerstag, 15.02.2018, 19:02 Uhr

Moritz Wörmann (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium) hat ein selbstfahrendes Auto entwickelt, das auch noch Dinge lernen kann. Er hat den ersten Preis in Mathematik gewonnen.
Moritz Wörmann (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium) hat ein selbstfahrendes Auto entwickelt, das auch noch Dinge lernen kann. Er hat den ersten Preis in Mathematik gewonnen. Foto: Oliver Werner

Alternativen für den Verbrennungsmotor, selbstfahrende Autos und die Warnung vor giftigen Chemikalien im Putzschrank: Aktuelle Probleme und alltägliche Sorgen haben sich die Schüler beim IHK-Regionalwettbewerb „ Jugend forscht “ vorgeknöpft. In der Sparte „Schüler experimentieren“ stellten sich am Donnerstag über 100 Schüler der Jury.

Moritz Wörmann zählt zu den „Wiederholungstätern“ des Wettbewerbs. Bereits zum vierten Mal ist er dabei. In diesem Jahr hat der 14-Jährige ein selbstfahrendes Auto entworfen. „Aber das Auto soll auch Dinge lernen“, sagt der Schüler der Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Dafür hat er ein neuronales Netz aufgebaut, das dem menschlichen Gehirn ähnelt: „Das Auto erkennt ein Stoppschild und weiß dann, dass es anhalten muss.“ Dafür hat Wörmann den ersten Preis in Mathematik bekommen.

Wettbewerb „Schüler experimentieren“ 2018 – Projekte aus dem Münsterland

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  • Am Donnerstag stellten zahlreiche Schüler aus dem Münsterland ihre Beiträge zum Wettbewerb „Schüler experimentieren“ vor: Alexander Rückl und Julian Hennenberg (r.) vom Gymnasium Wolbeck versuchen eine Fata Morgana herzustellen. Ihr Projekttitel: „Self made Fata Morgana - Modellierung und Untersuchung einer Luftspiegelung“

    Foto: Oliver Werner
  • Lara Barkam vom Ratsgymnasium in Münster geht einer biologischen Frage nach: „Können Schnecken lernen?“

    Foto: Oliver Werner
  • Tom Süssholz und Henry Schnetgöke vom Städtischen Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren bauen einen ferngesteuerten „Lego-Rasenmäher“.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Projekt aus der Kategorie Technik verfolgen diese drei Schüler des Wilhelm-Hittorf-Gymnasiums in Münster: Malte Cox, Leo Roer, Urs Mersmann (v.l.) bauen ein „Aqua-Pneumo-Current-Mobil“.

    Foto: Oliver Werner
  • Moritz Wörmann, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Münster, versucht, Autos beizubringen, selbst zu fahren. Sein Projekt: „Selbstfahrende Autos mit neuronalen Netzen“.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Geografie-Projekt haben sich Sofie Ganer und Hanna Nonhoff (r.) vom Städtischen Gymnasium in Borghorst vorgenommen: „Wir drehen durch! Wir berechnen die Sonnenrotation anhand von Sonnenflecken!“

    Foto: Oliver Werner
  • Lucas de Oliveira Lopes und Vincent Dapprich (r.) vom Gymnasium Augustinianum in Greven erforschen „Energie aus Dachwindrädern“.

    Foto: Oliver Werner
  • Linus Bödding und Severin Darley vom Städtischen Gymnasium in Borghorst überlegen, wie man umweltfreundliche Energie erzeugen kann. Ihr Projekt: „Soviel Energie steckt in Wasser wirklich - Modell eines Wasserkraftwerks“.

    Foto: Oliver Werner
  • Bela Benjamin Brockmann, Marvin Plugge, Pascal Hartmann (v.l.) von der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck bauen mit NXT Mindstorms eine „Musik-Box“.

    Foto: Oliver Werner
  • Florian Nellessen und Philip Herz vom Städtischen Gymnasium Borghorst wollen Strom direkt in der Stadt erzeugen. Ihr Projekt: „Aufs Dach gestellt - vertikale Windkraftanlagen“

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  • Vincent Cüppers, Murtada Kalulus (r.) vom Gymnasium Wolbeck haben keine Lust zu gießen. Ihr Projekt: „Automatische Bewässerung einer Topfpflanze“

    Foto: Oliver Werner
  • Andreas Bühner, Schüler des Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums in Münster, versucht einen Baustoff nach dem Vorbild des menschlichen Knochens zu konstruieren („Bionik - Baustoff nach dem Vorbild der menschlichen Knochen“).

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  • Till Hermeling und Fabian Berger (r.) von der Euregio Schule in Rheine versuchen, „das selbstladende E-Bike“ zu bauen.

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  • „Bewegung macht Hirn“, glauben Julian Volbracht, Fabian Ix, Judith Depner (v.l.) vom Maria-Sibylle-Merian-Gymnasium in Telgte. Sie untersuchen, ob sich durch Life-Kinetik-Übungen in Schul-Pausen die Konzentrationsfähigkeit verbessert.

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  • Bela Beike und Theo Blaesse vom Martinum Emsdetten testen an einer Märklin-Bahn die „Chip-kontrollierte Unterstromversorgung von Zügen“.

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  • Keine Lust mehr zu verlieren! Laura Kienast und Greta Kleine- Berkenbusch (r.) vom Städtischen Gymnasium Borghorst tüftelten für das Kartenspiel Schokohexe an einer unschlagbaren Taktik:„Wir gewinnen immer - Spielstrategien bei der Schokohexe“.

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  • Maja Bonekamp und Maria Knaup (r.) vom Gymnasium Augustinianum in Greven untersuchen das „Wachstum einjähriger Pflanzen mit Mykorrhizapilzen“.

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  • „Pomelos zur Stoßdämpfung?“ Emilia Areerasd und Helene Altgelt, Schülerinnen der Marienschule in Münster, prüfen, wie sich Radfahrer mit Stirnbändern schützen können. Dabei wurden teils auch exotische Materialien untersucht.

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  • Jannis Puckert und Jonathan Kuck von der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck untersuchen den „Eiweißbedarf von Ameisenkolonien in der Wachstumsphase“.

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  • Luis Sebastian Wenking und Leon Esra Bieker (r.) vom Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium in Münster versuchen, eine LED mit fallenden Gewichten anzutreiben: „Die Gravitationslampe - Licht durch Schwerkraft“.

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  • Alexander Julius Kanter, Mika Maschning und Leonhard Breul (v.l.) vom Gymnasium Wolbeck untersuchen, wie man eine Tischdecke wegziehen kann, ohne dass der Gegenstand, der auf dem Tisch steht, umfällt. Der Titel: „Tisch abdecken leicht gemacht- Untersuchungen zur Stabilität von Gegenständen beim Wegziehen einer Tischdecke“

    Foto: Oliver Werner
  • „Energie aus dem Nichts - Fake News in der Physik“ heißt das Projekt von Vincent Niemann (im Bild), Matty Lambrecht und Jonas Müller von der Realschule St. Martin in Sendenhorst.

    Foto: Oliver Werner
  • Felix Bennemann, Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck, untersucht die Gefährlichkeit von Haushaltsreinigern.

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  • „Elektromobilität - Tanken in der Garage“ heißt das Projekt von Luca Plumpe und Jakob Albers (r.) vom Städtischen Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren. Sie bauen ein Modellauto mit Elektromotor, das durch eine Solarzelle auf dem Garagendach aufgeladen wird.

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  • Carla Maria Ense, Dana Malin Bode und Eva Elisa Robben (v.l.) von der Marienschule Münster untersuchen, ob Haushaltsseife bei Tee-, Ruß-, Kaffee- und Fettflecken ein „Alleskönner“ ist.

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  • Wie kann man die Farbe aus Blättern trennen? Dieser Frage sind Priska Sievers und Christina Beuse (r.) von der Marienschule in Münster nachgegangen.

    Foto: Oliver Werner
  • Vianne Elsler und Marua Chahrour (r.) von der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck untersuchen die Eigenschaften von verschiedenen Papiersorten.

    Foto: Oliver Werner
  • Lennard Hundrieser, Maximilian Moschko und Jana Esken (v.l.) vom Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium in Münster suchen eine biologisch abbaubare Alternative zu Plastik: „Umweltfreundliches Plastik“ heißt ihr Chemie-Projekt.

    Foto: Oliver Werner
  • „Wenn Stoffe brennen wird es gefährlich!“, wissen Albert Joseph Korte und Lennart Benzler (r.), Schüler des Ratsgymnasiums in Münster. Für ihre Forschung haben sie verschiedene Textilien verbrannt.

    Foto: Oliver Werner
  • Emily Herber (im Bild) und Eleonora Ruderer Alvarez vom Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium in Münster stellen eine „kinderfreundliche Handcreme“ her.

    Foto: Oliver Werner
  • Piet Wiesmann und Leon Sousa (r.) vom Schlaun-Gymnasium in Münster stellen eine „Zahnpasta aus Haushaltsmitteln“ her. Getestet wird an einem künstlichen Gebiss.

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  • „Ist in Butterkeksen wirklich Butter drin?“, fragen sich Uljana Vassilenko und Helen Bade (r.) vom Städtischen Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren.

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  • Lore Lieberknecht, Schülerin des Schlaun-Gymnasiums in Münster, untersucht: „Welche Lebensmittel helfen bei Sodbrennen?“

    Foto: Oliver Werner

Dramatische Bilder von Plastikbergen im Meer haben Vladislavs Jegorkins und Johannes Willing gezeigt. „Wir haben einen biologisch abbaubaren Kunststoff entwickelt“, sagt Jegorkis. Der 11-Jährige erklärt, was sie dafür gebraucht haben: „Stärke, Zucker, Glycerin, Salzsäure und Wasser.“ Fast ein Jahr haben er und der 13-Jährige Willing geforscht. „Im Wasser löst sich der bewegliche, dünne Stoff auf“, so die Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums.

Nicht nur die weltpolitischen Themen finden sich in der Stadthalle wieder. Felix Bennemann von der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck hat Haushaltsreiniger untersucht. „Das Zeug ist total gefährlich“, resümiert der 11-Jährige. Mit Produkten wie Eierschalen und Schweinefleisch hat er die Wirkung der Mittel getestet und gemerkt: „Man sollte immer Handschuhe und eine Schutzbrille tragen.“

Ein wichtiges Thema war die Mobilität. Malte Cox , Leo Roer und Urs Mersmann haben ein Fahrzeug entwickelt, das mit Wasserdruck und Solarenergie angetrieben wird. „Wir wollen den Verbrennungsmotor ersetzen“, sagt Malte Cox. Die Schüler des Wilhelm-Hittorf-Gymnasium haben in diesem Jahr zum ersten Mal mitgemacht – und den zweiten Platz im Bereich Technik belegt. Dazu gab es außerdem noch einen Sonderpreis.

Till Hermeling und Fabian Berger von der Euregio Schule in Rheine haben ein selbstaufladendes E-Bike entwickelt. „Der Akku lädt sich durch Wind- und Sonnenenergie auf“, so die Schüler.

Dr. Eckhard Göske von der IHK ist für die Organisation von „Jugend forscht“ zuständig. Für die IHK bedeute der Wettbewerb vor allem eins: „Talentförderung.“ Die Mint-Fächer (technisch-naturwissenschaftliche Fächer) seien besonders gefragt. Der Schwerpunkt liege mit elf von über 30 Schulen wieder in Münster.

Dr. Dirk Eierhoff von der BASF Coatings, die den Wettbewerb unterstützen, ist auch Jurymitglied: „Der Wettbewerb ist eine Zukunftssicherung für die Region.“ Es gehe vor allem um Neugier, Teamarbeit und darum zu lernen, mit Frust umzugehen: „ Dinge, die man im Beruf gebrauchen kann.“

Die Sieger aus Münster

Hier die Sieger der münsterischen Schulen unter den über 100 Teilnehmern des IHK-Regionalwettbewerbs „Jugend forscht“ in der Sparte „Schüler experimentieren“:

Chemie:  

3. Platz: Lennart Benzler und Albert Joseph Korte (Ratsgymnasium)

Sonderpreis: Lore Lieberknecht (Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium)

Sonderpreis: Daniel Möllers und Henning Winter (Kardinal-von-Galen-Gymnasium)

Sonderpreis: Priska Sievers und Christina Beuse (Marienschule)

Mathematik/Informatik:

1. Platz: Moritz Wörmann (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium)

Physik:

1. Platz: Helene Altgelt und Emilia Areerasd (Marienschule)

2. Platz: Alexander Rückl und Julian Hennenberg (Gymnasium Wolbeck)

3. Platz: Leonard Breul, Alexander Julius Kanter und Mika Maschning (Gymnasium Wolbeck)

Technik:

2. Platz. Andreas Bühner (Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium)

2. Platz und Sonderpreis: Malte Cox, Leo Roer und urs Mersmann (Wilhelm-Hittorf-Gymnasium)

Sonderpreis: Vincent Cüppers und Murtada Kalulus (Gymnasium Wolbeck)

Geo- und Raumwissenschaft:

1. Platz: Levin Belli (Pascal-Gymnasium)

Die jeweils Erstplatzierten dürfen am 5. und 6. Mai zum Landeswettbewerb im Haus der Technik in Essen.

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