Betriebsratswahlen
Beschäftigte haben die Wahl

Münster -

Alle vier Jahre wählen Mitarbeiter in Unternehmen ihre Betriebsräte. Ende Mai stehen die neuen Mitarbeitervertretungen fest, in manchen Betrieben ist die Wahl schon beendet.

Freitag, 06.04.2018, 12:04 Uhr

Zwischen März und Ende Mai werden in vielen Unternehmen in Münster die neuen Betriebsräte gewählt.
Zwischen März und Ende Mai werden in vielen Unternehmen in Münster die neuen Betriebsräte gewählt. Foto: NGG

Alle vier Jahre ist es so weit, dann stellen sich Kandidaten in zahlreichen Unternehmen für den Betriebsrat zur Wahl. Nach Schätzung von Jutta Schultz , stellvertretende Geschäftsführerin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Bezirk Münsterland, werden zwischen Anfang März bis Ende Mai bundesweit gut 180 000 Arbeitnehmervertreter in 28 000 Betrieben gewählt.

Arbeitnehmer bestimmen damit zurzeit, wer demnächst von ihren Kandidaten tatsächlich in dem Gremium sitzen wird. Ende Mai sind die Wahlgänge beendet. In manchen Unternehmen ist die Kandidatenkür aber schon jetzt entschieden.

Auch bei den Stadtwerken in Münster haben die Beschäftigten ihre Bewerber für die Plätze im Betriebsrat, der künftig die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber vertreten soll, schon gewählt. 1264 Mitarbeiter waren berechtigt, an die Urne zu gehen, 70 Prozent davon haben von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Nur leitende Angestellte mit Prokura waren ausgeschlossen.

Neuer Vorsitzender des Stadtwerke-Betriebsrates ist Dominic Röhricht, der in der konstituierenden Sitzung in diese Position gewählt wurde. Vorgänger Rolf Wischer ließ sich nicht mehr als Kandidat für das Gremium aufstellen, weil er, so heißt es, zur Hälfte der vierjährigen Amtszeit in den Ruhestand gehen wird.

Für die viele Betriebsratsmitglieder in den Unternehmen stehen nun Weiterbildung und Qualifizierung auf dem Programm. Das gilt auch für den neu gewählten LVM-Betriebsrat, den wie bisher Ulrich Scheffer als Vorsitzender leiten wird. 65 Prozent aller 3658 wahlberechtigten Mitarbeiter beim LVM haben bei der aktuellen Wahl ihre Stimme abgegeben. Martina Hotte , neue stellvertretende Vorsitzende, freut sich, dass auch jüngere Kollegen im Kreis vertreten sind. „Die Mischung macht es“, sagt Hotte, die seit 2006 aktiv dem Betriebsrat angehört, der offiziell am 17. April seine Arbeit aufnehmen wird. Sowohl Martina Hotte als auch Christian Lütkenhaus von der Personalabteilung sind sich einig, dass die Arbeitgeberseite und die Arbeitnehmerseite verlässlich sein müssen. „Das ist bei uns gelebte Praxis“, sagt Lütkenhaus. Beide Seiten sprechen von notwendigen Kompromissen, die allen abverlangt werden, um ein Ziel zu erreichen. Lütkenhaus betont, dass seitens des Unternehmens Veränderungsprozesse sehr frühzeitig diskutiert werden.

Besonders schwer tut sich aber offensichtlich die Gastronomie mit dem Thema Betriebsrat, sagt Helge Adolphs, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Münsterland. Er vermutet, dass es an der Größe der zumeist kleinen Betriebe liegt und an der hohen Fluktuation der Belegschaften.

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