Deutscher Historikertag
Spaltungen – ewig aktuell

Münster -

Im September findet in Münster mit dem Deutschen Historikertag der größte geisteswissenschaftliche Kongress in Europa statt. Die Teilnehmer diskutieren über ein zu jeder Zeit brisantes Thema: gespaltene Gesellschaften.

Mittwoch, 11.04.2018, 18:04 Uhr

Das Organisationskomitee stellte das Programm des Historikertages im Haus der Niederlande vor (v.l.): Prof. Peter Funke, Dr. Nora Hilgert, Prof. Friso Wielanga und Dr. Markus Goldbeck
Das Organisationskomitee stellte das Programm des Historikertages im Haus der Niederlande vor (v.l.): Prof. Peter Funke, Dr. Nora Hilgert, Prof. Friso Wielanga und Dr. Markus Goldbeck Foto: Karin Völker

Arm oder reich, eingeboren oder zugewandert, Christ oder Muslim, begünstigt oder chancenlos, Fleischesser oder Veganer: Risse können in Gesellschaften sehr verschiedene Grenzen ziehen – und das war niemals anders. Insofern widmet sich der „Deutsche Historikertag“, wenn er vom 25. bis 28. September in Münster stattfindet, einem ewig aktuellen Thema. „Gespaltene Gesellschaften“, so lautet das Thema des 52. Deutschen Historikertages.

Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung ist „der größte geisteswissenschaftliche Kongress in Europa“, betont Prof. Peter Funke , Leiter des Organisationskomitees vor Ort und Experte für die Geschichte der Antike. Auch damals gab es gespaltene Gesellschaften, beispielsweise im riesigen Römischen Reich. Wer galt als Römer, wer nicht? Mindestens 3500 Teilnehmer erwarten die Organisatoren – und weil, wie Funke betont, Münster eine Stadt mit vielen historisch interessierten Menschen ist, hofft der Verband der Historiker Deutschlands (VHD) auf ein großes Publikumsinteresse.

Dazu passt, dass die Veranstaltungen sämtlich in der Innenstadt stattfinden werden. Neben den Hörsälen der Universität haben auch die Bezirksregierung und das Landesmuseum ihre Hörsäle zur Verfügung gestellt. Schon bevor der Kongress beginnt, hält der bekannte Historiker Herfried Münkler aus Berlin im Rathaus einen öffentlichen Vortrag über „Zusammenhalt und Demokratie in der Krise.“

Apropos Prominenz: Eröffnet wird der Kongress von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der am 25. September den Festvortrag hält. Zur Eröffnung spricht NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die Vorsitzende des niederländischen Parlaments, Kadhija Arib. Die Niederlande sind Gastland des Kongresses, und auch sie „haben viel zum Thema beizutragen“, wie Prof. Friso Wielenga, Leiter des Niederlandezentrums der Universität Münster, am Dienstag bei der Pressekonferenz zum Historikertag bemerkte. Der bekannte niederländische Schriftsteller historischer Romane, Geert Mak, wird im Rahmen des Programms zu einem öffentlichen Diskussionsabend erwartet.

Das Interesse für historische Themen ist ungebrochen – aber die Bedeutung des Faches Geschichte im Schulunterricht schwindet. Dieser von Peter Funke bestätigten Entwicklung wollen die Veranstalter mit einem Programm für rund 1200 Schüler aus Münster und der Region Rechnung tragen. Die Körber-Stiftung bietet Veranstaltungen für Jugendliche an. Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands ist Mitveranstalter des Kongresses.

Auf den Wiesen und Plätzen zwischen Fürstenberghaus und Juridicum wird eine eigens aufgebaute Zeltstadt die größte Fachbuchausstellung mit historischen Werken in Deutschland beherbergen. Das Programm ist unter www.historikertag.de abrufbar.

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