Polit-Talk der FDP-Ratsfraktion
Zähfließende Zukunftsaufgabe

Münster -

Die FDP-Ratsfraktion hat am Donnerstagabend Zukunftsszenarien für eine mobile Stadt diskutiert, die auch die Auswirkungen der Digitalisierung einbeziehen. Die FDP-Ratsfraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff bezeichnete die Verkehrspolitik als „eines der wichtigen Themen der Zukunft“, denn Münster wächst. Mit der jährlich steigenden Einwohnerzahl nehmen auch die Herausforderungen für die Verkehrspolitik zu. Die Pendlerströme belasten schon jetzt die Innenstadt. 300 000 Menschen sind jeden Tag unterwegs. 40 Prozent der Münsteraner pendeln mit dem Rad, Tendenz steigend. „Die Münsteraner selbst verhalten sich herausragend umweltverträglich“, so Prof. Dr. Martin Lühder vom Kompetenzzentrum Bau und Verkehr der Fachhochschule Münster.

Samstag, 28.04.2018, 20:04 Uhr

FDP-Ratsfraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff
FDP-Ratsfraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff Foto: Matthias Ahlke

Weniger als ein Drittel der Münsteraner greift für die Fahrt zur Arbeit auf das Auto zurück. Münster liegt damit weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 58 Prozent. „Die Nutzerzahlen müssten sich auch in der Aufteilung der Verkehrsfläche widerspiegeln“, so Lühder in seinem Vortrag. 80 Prozent der Verkehrsfläche sei bisher auf Autos ausgelegt, dabei bräuchten Räder und Lastenräder mehr Platz, neue Busspuren und mehr Park-and-Ride-Angebote müssten geschaffen werden, um den ÖPNV zu unterstützen.

Das größte Problem seien die Pkw-Pendler von außen. Mögliche Lösungen für die Lärm- und Stickoxidbelas­tung durch den Pendlerverkehr seien ein leistungsfähigerer ÖPNV oder der Ausbau von Elektromobilität. Problem bei Letzterem sei aber, dass Münster noch immer eine „Ladestellen-Wüste“ ist.

Auch die Einführung einer City-Maut kam zur Sprache. Eine Möglichkeit sei es, mit dem Maut-Ticket den ÖPNV, Leihräder und Parkhäuser kostenlos nutzen zu können. Das eingenommene Geld müsse in die Infrastruktur investiert werden, erläuterte Lühder.

Christof Mangelmans, Geschäftsführer von Fiege Logistik, stellte die Vision von Mobilität aus Sicht des Unternehmens dar. Zukünftige Logistik-Konzepte umfassten aus seiner Sicht Lastenräder, Drohnenzustellung oder City-Logistikzentren, mithilfe derer außerhalb der Stadt Pakete gesammelt und von dort aus gemeinsam zugestellt werden. Der Geschäftsführer der Handwerkskammer, Thomas Harten, merkte an, dass die Verkehrsproblematik mit dem Mangel an Wohnraum in der Innenstadt verknüpft sei. Er wünsche sich daher weniger Restriktionen und einen Wandel der Siedlungsstruktur.

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