Stadt der Zuflucht
Flashmob für den Frieden

Münster -

Die Stadt Münster soll initiativ 370 Flüchtlinge aufnehmen. Für jedes Jahr des Westfälischen Friedens einen. Das fordert eine Initiative, die dazu passend zu einem Flashmob aufruft.

Donnerstag, 03.05.2018, 06:05 Uhr

Mit verschiedenfarbigen Blättern möchte die Initiative „Stadt der Zuflucht“ – hier vertreten durch (v.l.) Doris Hess-Diebäcker, Christiane Berg, Georgios Tsakalidis, Carsten Peters sowie Annie Hunter – bei einem Flashmob das Verhältnis der Menschen, die in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge nach Münster gekommen sind, zur Gesamtbevölkerung darstellen, denn nicht mal jeder 100. ist ein Flüchtling.
Mit verschiedenfarbigen Blättern möchte die Initiative „Stadt der Zuflucht“ – hier vertreten durch (v.l.) Doris Hess-Diebäcker, Christiane Berg, Georgios Tsakalidis, Carsten Peters sowie Annie Hunter – bei einem Flashmob das Verhältnis der Menschen, die in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge nach Münster gekommen sind, zur Gesamtbevölkerung darstellen, denn nicht mal jeder 100. ist ein Flüchtling. Foto: Björn Meyer

Die Initiative „Stadt der Zuflucht“ hat einen Wunsch. Vom Katholikentag nämlich soll „wirkliches Zeichen des Friedens ausgehen.“ Wie genau das aussehen soll, dafür hat die Initiative ebenfalls einen Vorschlag. 370 Menschen auf der Flucht soll die Stadt Münster initiativ aufnehmen.

Begründung der Initiative

„Weil Münster eine Stadt ist, die das kann“, sagt Dr. Georgios Tsakalidis. „Überall in Europa gibt es Städte, die Menschen aufnehmen würden. Zum Beispiel in Polen, auch wenn man das vielleicht gar nicht erwarten würde“, sagt Doris Hess-Diebäcker und verweist dabei darauf, dass, nur weil im vergangenen Jahr kaum neue Flüchtlinge nach Münster gekommen seien, es keine Menschen mehr in schwierigsten Situationen gebe würde. Hunderttausende seien es, die in Flüchtlingslagern an den europäischen Ausgrenzen untergebracht seien. Die Zahl 370 haben die Initiatoren dabei nicht zufällig gewählt. „Sie steht für die Jahre seit dem Westfälischen Frieden“, sagt Hess-Diebäcker. Für jedes Jahr, ein Mensch. Selbstverständlich könne die Stadt das nicht alleine bezahlen, daher richtet die Initiative ihre Bitte auch an den Rat, mögliche Finanzierungsmodelle durch Bund oder EU zu prüfen und zu entwickeln.

„Teile der Politik, auch die CDU, hat immer wieder vorgetragen, dass die Aufnahmebereitschaft an ihre Grenzen gestoßen sei“, sagt Hess-Diebäcker und fügt an: „Ich würde mal gerne wissen, woher diese Erkenntnis kommt, wenn nicht von rechts außen.“ Aufnahmebereitschaft, so Hess-Diebäcker, hänge nicht zuletzt auch von den Konzepten der Politik ab.

Aufruf zum Flashmob am Samstag 

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft die Initiative zu einem Flashmob am 12. Mai (Samstag) vor der Halle Münsterland auf. Dort soll durch farbige Schilder im Rahmen der Kundgebung gegen die Einladung des AfD-Politikers Volker Münz veranschaulicht werden, das nicht mal jeder hundertste Mensch in Münster ein Flüchtling ist. Treffpunkt für den „Flashmob 3 : 300“ sei gegen 12.30 Uhr vor der Halle Münsterland, so die Initiative.

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