Spezielles neurologisches Angebot im Clemenshospital seit fünf Jahren
Wenn Kinder in die Reha müssen

Münster -

Sie wurde vor genau fünf Jahren gegründet und ist in ihrer Art deutschlandweit einzigartig: die neurologische Frührehabilitation im Clemenshospital. Babys, Kinder und Jugendliche, die durch einen Schaden des Nervensystems eingeschränkt und hilfsbedürftig sind, werden in einem kombinierten System zwischen Rehabilitation, Intensivmedizin und anderen Disziplinen therapiert. Grund genug, die ungewöhnliche Station mit einem Treffen von ehemaligen Patienten, die oft lange im Clemenshospital bleiben, Ärzten und Firmen zu feiern.

Montag, 28.05.2018, 07:00 Uhr
In allen Bereichen gut versorgen: Das haben sich Birgit Batenhorst, Dr. Candan Hütsch und Dr. Otfried Debus (v.l.) auch bei diesem kleinen Patienten der Kinderneurologischen Station des Clemenshospitals auf die Fahnen geschrieben.
In allen Bereichen gut versorgen: Das haben sich Birgit Batenhorst, Dr. Candan Hütsch und Dr. Otfried Debus (v.l.) auch bei diesem kleinen Patienten der Kinderneurologischen Station des Clemenshospitals auf die Fahnen geschrieben. Foto: Claus Röttig

„Damals wurde sowieso der entsprechende Trakt umgebaut, da konnten wir unsere Wünsche einbringen”, erinnerte sich Privatdozent Dr. Otfried Debus , Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Und das Konzept sei aufgegangen. „Verschiedene Disziplinen, von Intensivmedizin über die Rehabilitation bis hin zur Betreuung der Eltern fließen in die Aufgaben der kombinierten Kinderintensiv- und Frührehabilitationsstation mit ein.“

Die Ursachen, warum Kinder und Jugendliche an Schäden des Nervensystems leiden, umreißt Debus grob: Es kann ein Sauerstoffmangel während der Geburt sein, aber auch ein Schütteltrauma, ein Unfall wie Verletzungen nach einem Sturz oder Infekte und Stoffwechselentgleisungen. Häufig sei dann die Sprache, die Bewegung und sogar die Atmung betroffen.

„Das Entscheidende bei uns ist, dass die Kinder so schwer krank sind, dass sie stabilisiert werden müssen”, so der Arzt. Dennoch sei die Behandlung mehr als erfolgversprechend. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren rund 100 Kinder bei uns gehabt – und die Erfolgschancen auf ein normales Leben sind groß.”

Dabei kümmern sich die Pfleger, Ärzte und Therapeuten intensiv um jeden Patienten: „300 Minuten am Tag sollen dem Menschen zur Verfügung stehen”, so Birgit Batenhorst, Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Und Funktionsoberärztin Dr. Candan Hütsch ergänzte: „Was die Patienten bei uns lernen, ist immens. Sie finden bei uns oft wieder zurück ins Leben.” Dennoch kommt es laut Debus vor, dass die jungen Patienten auch nach der Therapie noch Hilfe benötigen. Die sei jedoch nur gering im Vergleich zu einer 24-Stunden-Betreuung. „Einige Patienten, die zu uns kommen, wären sonst ein Fall für ein Pflegeheim.”

Dass das Team der Kinderneurologischen Frührehabilitation einen tollen Job macht, zeigen auch die zahlreichen Besucher und ehemaligen Patienten, die sich nach wie vor dem Haus und gerade den Menschen verbunden fühlen.

„Auch wenn die Schritte klein sind, die auf dem Weg zur Genesung geschehen, so ist es doch für alle der tollste Lohn, wenn man am Ende die Menschen sieht, wie sie das Krankenhaus wieder verlassen”, sind sich Otfried Debus und Birgit Batenhorst einig.

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