Fachtagung „Rund um den Igel“
Stacheltiere sind in Gefahr

Münster -

Mit ihren vielen Stacheln sind Igel zwar nicht als Kuscheltiere geeignet, beliebt ist das Wildtier aber trotzdem. Doch der Igel ist in Gefahr – ihm fehlt es an Lebensraum.

Montag, 04.06.2018, 11:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 04.06.2018, 11:00 Uhr
Die erste Vorsitzende des Vereins „Pro Igel“, Ulli Seewald, freute sich über die vielen Teilnehmer der Fachtagung.
Die erste Vorsitzende des Vereins „Pro Igel“, Ulli Seewald, freute sich über die vielen Teilnehmer der Fachtagung. Foto: nh

Sie sind klein, stachelig – und sowas von niedlich. Die Rede ist von Igeln. Dass man sie relativ selten zu Gesicht bekommt, hat natürlich auch etwas mit der Tatsache zu tun, dass die Tiere dämmerungs-und nachtaktiv sind. Der andere Grund ist schwerwiegender, denn der Bestand der Stacheltiere ist rückläufig.

Der überregional bundesweit tätige Verein „Pro Igel, Verein für integrierten Naturschutz Deutschland“ setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen für den Schutz des heimischen Igels ein, gibt Anleitungen zur sachgemäßen Betreuung hilfsbedürftiger Tiere heraus und unterstützt beratend Finder der Tiere. Zudem sammelt und fördert der Verein Forschungsarbeiten über das Wildtier. „Igel sind besonders geschützte Tiere. In Bayern stehen sie bereits auf der Vorwarnstufe der Roten Liste“, erklärt Ulli Seewald , erste Vorsitzende des Vereins.

Am Wochenende fand die von Seewald organisierte vierte Fachtagung „Rund um den Igel“ im Stadthotel Münster statt. Rund 130 Interessierte und Freunde des Tieres waren gekommen, um sich an zwei Tagen über neueste Erkenntnisse, Projekte und Entwicklungen zum Thema zu informieren. Die Referenten, allesamt aus Wissenschaft und Praxis rund um den Igel, waren aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus der Schweiz angereist. Sie ließen mit ihren Vorträgen kein Thema unberührt.

So auch nicht das Problem des Rückgangs der Lebensräume. Und zu denen gehören Gärten, Parks und andere Grünflächen. Martina Gehret vom Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) stellte die Ergebnisse eines „Citizen-Science Projekts“, ein Bürgerforschungsprojekt mit dem Thema „Igel in Bayern“, vor und sprach von „ausgesperrten Gartenfreunden“. Denn: „50 Prozent der untersuchten Gärten waren für die Igel entweder gar nicht oder nur über große Umwege erreichbar.“ Dabei sei der Lebensraum unglaublich wichtig, ohne ihn sei Nahrungsmangel die Folge für die Tiere. Neben den zahlreichen Vorträgen war die Tagung auch eine tolle Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen.

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