Ausstellung
Innovative Wohnbauprojekte in der Stadtgalerie

Münster -

Wohnen wird immer teurer, auch und gerade in Münster. Eine Ausstellung in der Stadtgalerie zeigt nun, wie innovatives und gleichzeitig bezahlbares Wohnen möglich ist - auch in riesigen Anlagen mit über 500 Wohnungen.

Montag, 04.06.2018, 18:00 Uhr

Es gibt viele Ideen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Das zeigt nun eine Ausstellung in der Stadtgalerie. Zur Eröffnung sprach neben Architekt Peter Bastian auch Dezernent Matthias Peck (vorne).
Es gibt viele Ideen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Das zeigt nun eine Ausstellung in der Stadtgalerie. Zur Eröffnung sprach neben Architekt Peter Bastian auch Dezernent Matthias Peck (vorne). Foto: Matthias Ahlke

530 Wohnungen in einer Anlage: Klingt nach viel Grau und wenig Idylle. Doch es geht auch anders, mit Wintergärten und Balkons, zu denen bodentiefe Fenster führen. So gesehen bei einem Projekt im französischen Bordeaux, bei dem eine alte Wohnanlage nicht etwa abgerissen, sondern umfassend saniert wurde. Zum Wohle der Mieter, die dort auch während der Bauarbeiten wohnen konnten.

Das Projekt ist nur ein Beispiel von vielen für innovative und gleichzeitig bezahlbare Wohnideen, die derzeit in der Stadtgalerie ausgestellt werden, ausgewählt von den Kuratoren Klaus Dömer und Joachim Schultz-Granberg . Veranstalter ist der Bund Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland mit der Stadt Münster und der „Münster School of Architecture“.

Bezahlbarer Wohnraum? Mangelware!

Überall fehlt es an bezahlbaren Wohnungen – auch und gerade in Münster. „Mehr Wohnraum zu schaffen ist das primäre Ziel der Stadt“, sagte Immobilien-Dezernent Matthias Peck während der Eröffnung am Montag. Doch es geht auch um das Wie. „Wir wollen nicht nur schnell und preiswert bauen, sondern auch nachhaltig“, sagte Peck. Ebenso sollen sich auch junge Familien in Zukunft noch das Wohnen in Münster leisten können.

Eine Mammutaufgabe, die der Markt allein nicht regele – davon ist Kurator und Architekt Joachim Schultz-Granberg überzeugt. Doch Wohnen sei ein Grundrecht. Deshalb gelte es, nach Alternativen zu suchen.

Keine Angst vor Massenwohnungen

Für die Ausstellung wählten die Konzeptionisten daher die Projekte nicht nur danach aus, wie schön oder ausgefallen sie sind. An erster Stelle ging es darum, dass sie für die Mieter auch bezahlbar sind. Sie ermittelten das Durchschnittseinkommen in der betreffenden Stadt und schauten, welchen Anteil davon die Miete in der Regel ausmacht. „Akzeptabel sind Mietausgaben von etwa einem Drittel“, erläuterte Schultz-Granberg. Stimmte das Verhältnis nicht, fiel das Projekt aus der Betrachtung.

An dem Beispiel aus Bordeaux versuchte Schultz-Granberg auch, die Angst vor Massenwohnungen zu nehmen. Mehr Wohndichte sei nicht unbedingt schlechter. Auch Dezernent Peck sagte: „Wir müssen in Münster über die Fläche und die Höhe nachdenken.“ Das „Allheilmittel“ sei das aber ebenso wenig. Vielmehr bedarf es vieler, oft auch kreativer Ideen – wie die nun ausgestellten Projekte zeigen.

Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung läuft bis zum 1. Juli. Die Reihe mit Kurzvorträgen beginnt am 14. Juni um 19 Uhr zu „Zeitgemäßen Wohnmodellen“

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5793664?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Jutta van Asselt ist im Theater zu Hause
Jutta van Asselt an einem ihrer Lieblingsplätze – dem Zuschauerraum des Schauspielhauses.
Nachrichten-Ticker