Symposium „Zeitgemäße Wohnmodelle“
Single-Wohnung ist Auslaufmodell

Münster -

„Drei Zimmer, Küche, Bad“ ist von gestern – das war Konsens beim Symposium „Zeitgemäße Wohnmodelle – aktiv, kompakt und roh“ am Donnerstagabend in der Stadthausgalerie. Die Zukunft gehöre gemeinschaftlichen Wohnprojekten mit Gewächshaus auf dem Dach oder Kinderspielparadies in der Tiefgarage, waren sich die Experten auf dem Podium sicher.

Freitag, 15.06.2018, 17:00 Uhr

Architekt Andreas Hofer (r.), Raumplanerin Birgit Kaspar (M.) und Wohnungswirt Dr. Christian Jäger diskutieren über gemeinschaftliche Wohnprojekte.
Architekt Andreas Hofer (r.), Raumplanerin Birgit Kaspar (M.) und Wohnungswirt Dr. Christian Jäger diskutieren über gemeinschaftliche Wohnprojekte. Foto: Friederike Huff

Steigende Mietpreise, Wohnungsnot oder Alterseinsamkeit zwingen auch in Münster zum Umdenken. Die „Münster School of Architecture“ und der „Bund Deutscher Architekten Münster“ zeigen deshalb bis zum 1. Juli die Ausstellung „Bezahlbar.Gut.Wohnen“ in der Stadthausgalerie. In Kurzvorträgen werden besonders wichtige Themen zusätzlich aufgearbeitet, am Donnerstag gemeinschaftliche Wohnmodelle.

„Nachbarschaft beginnt, bevor man einzieht“ – das Gemeinschaftsgefühl ist für Birgit Kaspar vom „Netzwerk Gemeinschaftliches Wohnen“ in Frankfurt das Argument, die Single-Wohnung gegen das Gemeinschaftswohnprojekt zu tauschen. Alternative Wohnformen seien zwar nicht für jeden etwas, aber es sei eine Bewegung mit Zukunft.

Gemeinschaftliches Wohnen sei 30 000 Jahre lang der Normalfall gewesen, betonte der Züricher Architekt An­dreas Hofer. Wichtig ist ihm vor allem eine effiziente Bauweise, alternative Wohnprojekte sollen trotz Sonnenterrasse auf dem Dach nicht zu Luxusobjekten werden.

Von Züricher Verhältnissen kann Münster nur träumen. Die Nachfrage sei aber auch in Münster groß, berichtet Dr. Christian Jäger von der Wohn- und Stadtbau GmbH, dem städtischen Wohnbauunternehmen. Mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten am York-Ring, mit der Dreifaltigkeitskirche oder dem Irmgard-Buschmann-Haus in Gievenbeck könne auch Münster einiges vorweisen, findet er.

Ein solch positives Fazit war in der anschließenden Diskussion allerdings kein Konsens. Zuhörer aus privaten Wohnungsinitiativen beklagten mangelnde Kooperation seitens der Stadt, besonders bei der Vergabe von passenden Flächen.

Eine politischere Perspektive auf die Wohnfrage sollen die nächsten Diskussionen zu Baustandards am Donnerstag (21. Juni) um 18 Uhr und zur Bodenfrage am 26. Juni um 19 Uhr bieten.

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