Trockenheit und Straßenbäume
Die Platanen fühlen sich wohl

Münster -

Die Platanen an den Straßen werfen momentan massiv ihre Rinde ab. Ein gutes Zeichen, sagt das Grünflächenamt.

Samstag, 07.07.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 07.07.2018, 15:00 Uhr
Die Platanen werfen zurzeit massiv ihre Rinde ab – ein Zeichen, dass es ihnen gut geht, heißt es beim Grünflächenamt.
Die Platanen werfen zurzeit massiv ihre Rinde ab – ein Zeichen, dass es ihnen gut geht, heißt es beim Grünflächenamt. Foto: Oliver Werner

Platanen sind zwar nicht so schlank, haben aber mit Schlangen eine wichtige Eigenschaft gemein: Die Bäume, von denen in Münster weit über 1000 die Straßen säumen und auf Plätzen Schatten spenden, häuten sich – und das momentan besonders intensiv. Der böige Wind Anfang der Woche hat bergeweise lose Rinde von den Ästen der Platanen gezerrt. Die Stücke, teils groß wie Zeitungsseiten, liegen auf den Radwegen und Bürgersteigen.

Die Dürre setzt den Pflanzen zu. Die Platanen sind bekanntlich die Südeuropäer unter den Straßenbäumen, leiden jetzt auch sie? Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt hat beruhigende Nachrichten: Der massive Abfall der Rinde sei ein Zeichen, dass es den Bäumen besonders gut gehe, sagt Gövert. „Die Platane erneuert permanent ihre Rinde. Wenn die Bäume, so wie jetzt, viel alte ‚Haut‘ abwerfen, dann bedeutet das, dass die Bäume gut gewachsen sind.“

Münster genießt den Sommer 2018

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  • Foto: Matthias Ahlke
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Mit anderen Worten: Die Platanen sind in diesem geradezu mediterranen Sommer auch in Münster ganz in ihrem Element. Hinzu kommt, dass die Wurzeln der Bäume im Winter durch den reichlichen Regen bisher noch gut versorgt seien, verdeutlicht Gövert. Die Trockenheit trägt nach seiner Einschätzung auch dazu bei, dass die münsterischen Platanen in diesem Jahr nicht, wie sonst häufig, an einem Pilz erkranken und vorzeitig ihre Blätter verlieren. Gövert ist aber unsicher, ob sie große Trockenheit auf lange Sicht gut vertragen: „Irgendwann leiden auch die Platanen unter Wassermangel.“

Davon können die vielen Linden, Ahorn- und Gingko-Bäume, die die Stadt bevorzugt als Straßenbäume pflanzt, schon lange ein Lied singen. Stadtförster Hans-Ulrich Menke appelliert an die Münsteraner: „Wer dem Baum vor der Haustür täglich einen Eimer Wasser gibt, hilft diesem sehr und sorgt auch für kühlere Luft, da mehr Feuchtigkeit durch das Blattwerk verdunsten kann.“ Franz-Josef Gövert empfiehlt, das Wasser nicht in einem Schwall auszuschütten. „Besser langsam mit einer Gießkanne wässern, dann kommt mehr bei den Wurzeln an“. Drei Wochen nach dem letzten nennenswerten Regen in Münster werfen manche Bäume bereits Blätter ab. „Das ist zunächst ein natürlicher Selbstschutz, um die Verdunstungsfläche zu verkleinern“, so Franz-Josef Gövert. Die  Silberlinden am Albersloher Weg etwa kehren jetzt ihre hellen, unteren Blattseiten nach oben. Auf diese Weise verlieren sie weniger Feuchtigkeit.

Absolutes Rauchverbot

Wegen der anhaltenden Trockenheit besteht erhöhte Brandgefahr. „In den Forsten gilt absolutes Rauchverbot″, betont Stadtförster Hans-Ulrich Menke. Außer dem Wald ist das verdorrte Gras auf den Rasen- und Wiesenflächen sowie an Böschungen und Banketten brandgefährdet. Auch die Friedhöfe sind von der erhöhten Brandgefahr betroffen. „Hier kann schon beim Anzünden oder Umfallen von Kerzen ein Flächenbrand entstehen, denn Nadelgehölze und Rindenmulch sind leicht entzündbar. Deswegen dürfen Kerzen allein in Grableuchten aufgestellt werden″, erläutert Hans-Ulrich Menke.

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Und warum werden nicht verstärkt die Trockenheit vertragenden Platanen als Straßenbäume gepflanzt? „Sie werden viel zu groß“, nennt Gövert den Grund. Die stattlichen Bäume, die jetzt in der Stadt stehen, seien vor etwa 50 Jahren gepflanzt worden. „Heute ist der Platz im städtischen Raum eng geworden“, sagt Gövert – da ­bevorzuge das Grünflächenamt wuchsfreudige Baumarten – und hofft, dass sie nicht vertrocknen.

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