Hinter den Kulissen bei Stuhlmacher
Vom Kühlraum bis zur Dachterrasse

Münster -

In den Bierkeller, die Kühlräume, die inzwischen hochmoderne Küche und auf die lauschige Dachterrasse über dem Traditionsgasthaus Stuhlmacher ging es bei einer exklusiven Leserführung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung.

Samstag, 14.07.2018, 10:45 Uhr

Franz-Ludwig Feldhaus (2.v.l.) zeigt der Besuchergruppe den Bierkeller und das verzweigte Schlauchsystem in Richtung Theke.
Franz-Ludwig Feldhaus (2.v.l.) zeigt der Besuchergruppe den Bierkeller und das verzweigte Schlauchsystem in Richtung Theke. Foto: Oliver Werner

Draußen herrschen Sommertemperaturen, hier im Bierkeller stehen die Gäste der Leserführung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung bei kühlen sechs Grad vor den 50-Liter-Fässern, von denen sich zig Leitungen mit integrierter Schlauchkühlung durch die Kellerdecke des Traditionsgasthauses Stuhlmacher zur Theke winden. Im Jahr gehen hier gut 100 000 Liter Bier durch die Zapfhähne. „In den 30er-Jahren“, blickt Inhaber Franz-Julius Feldhaus zurück, „waren es doppelt so viele“. Aber damals gab es auch noch nicht so strenge Promille-Grenzen im Straßenverkehr.

Elf Biersorten sind gleichzeitig im Ausschank, da ist die Fassanlieferung angesichts der überschaubaren Lagerkapazitäten eine logistische Herausforderung. Früher wurden die direkt aus München gelieferten 100-Liter-Holzfässer mit dem Schrägaufzug vom Prinzipalmarkt in den Keller befördert, der heute als stille Reserve immer noch zur Verfügung steht. Seit dem Umbau 2014 „nutzen wir den Unterflur­aufzug“, erzählt Feldhaus und öffnet die Türen in Bereiche des Hauses, die der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben. Etwa in die vier Kühlräume, die vor wenigen Jahren im Bereich der ehemaligen Kegelbahn entstanden sind, und in die im vergangenen Jahr komplett erneuerte Küche mit Hightech-Geräten, mit denen Braten schonend auch über Nacht für den nächsten Tag gegart werden können. Ein Reich, in dem Fred Neusitzer mit 30-jähriger Erfahrung als Küchenchef die Regie führt.

Hinter den Kulissen bei Stuhlmacher

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  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
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  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner
  • Bei einer Leserführung gab es spannende Einblicke in die Geschichte und die Arbeit hinter den Kulissen der Traditionsgaststätte Stuhlmacher. Foto: Oliver Werner

Bei dieser Nachmittagsführung sind die hinteren geschichtsträchtigen Gasträume noch nicht so belegt, sodass Franz-Julius Feldhaus und sein Sohn Franz-Ludwig Feldhaus Gelegenheit haben, vor dem riesigen Wandgemälde die Geschichte des in den 20er-Jahren angebauten Lambertus-Zimmers zu erzählen. Damals hing die für Münster so typische Szene noch auf Sperrholz gezogen an der Wand. Doch das Bild wurde im Krieg wie so vieles zerstört. Weitere Erinnerungsstücke fielen einem Brand im Jahr 1985, dem Geburtsjahr von Feldhaus Junior, zum Opfer. „Seit dem Brand bekam ich bei jeder Gelegenheit Feuerwehrautos geschenkt“, sagt Franz-Ludwig Feldhaus schmunzelnd. Nach dem Wiederaufbau zauberte „ein ungarisches Künstlerpaar in zig Nachtsitzungen das Wandgemälde – viel größer als das Original. Porträts an der Wand erinnern an die berühmte Tante Anna, wie sie liebevoll genannt wurde. Die gute Seele des Hauses, die gemeinsam mit Louis Stuhlmacher, der das Prinzipalmarkthaus 1890 gekauft hatte, die Gaststätte über Jahrzehnte mitführte.

1500 Quadratmeter Nutzfläche hat das Doppelhaus. „Auf 500 Quadratmetern“, erzählt Feldhaus, „wurden sieben Wohnungen untergebracht“. Seit der Aufstockung des Gebäudes im Jahr 2014 können die Mieter eine lauschige Dachterrasse zwischen Stadtweinhaus und Petzhold genießen. Die Gäste der Leserführung machten bei einem frisch gezapften Bier die Probe aufs Exempel. „Toll, wie viel auf so wenig Raum möglich ist“, zeigte sich auch Leserin Irmgard Boettcher begeistert.

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