Stadt vergibt Krankentransporte
Feuerwehr  fährt  nur  noch  im Notfall

Münster -

Der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsches Rotes Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe übernehmen in den nächsten vier Jahren den Krankentransport in Münster. Die drei Organisationen haben sich in einem europaweiten Vergabeverfahren gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt, teilte am Mittwoch die Stadt mit.

Donnerstag, 02.08.2018, 07:13 Uhr

Stadt vergibt Krankentransporte: Feuerwehr  fährt  nur  noch  im Notfall
(Symbolbild) Foto: dpa

Drei münsterische Hilfsorganisationen sind aus der europaweiten Ausschreibung als Sieger hervorgegangen: Auch in den kommenden vier Jahren werden Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Johanniter-Unfall-Hilfe für den Krankentransport in Münster zuständig sein. Dies teilte die Stadt am Mittwoch mit. Die Feuerwehr wird sich hingegen aus dem Krankentransport zurückziehen, sie will sich künftig auf die Notfallrettung konzentrieren. Die Firma Falck aus Hamm, seit 2013 dabei, scheidet zum 31. Oktober 2018 aus.

Krankentransporte sind ärztlich verordnete Fahrten, bei denen Patienten medizinisch betreut werden müssen – zum Beispiel bei einer Krankenhaus-Einweisung durch den Hausarzt. Es handelt sich dabei nicht um Notfälle oder Unfälle. Die Kosten für die Leistungen werden von den Krankenkassen getragen.

Erfolgreiche Beteiligung am Bieterverfahren

Vertreter der Hilfsorganisationen reagierten am Mittwoch erfreut auf ihre erfolgreiche Beteiligung am Bieterverfahren. „Es ist super, dass wir nicht nur weiterhin in den Rettungsdienst eingebunden sind, sondern unser Engagement sogar verdoppeln können“, betont Johanniter-Regionalvorstand Udo Schröder-Hörster. Seine Organisation wird ab November wie das DRK mit vier Fahrzeugen vertreten sein, der ASB mit zwei. Hinzu kommen Ersatzfahrzeuge. Das hat auch Folgen für die Personalausstattung. Sowohl ASB als auch Johanniter kündigten an, zusätzliche Kräfte einzustellen.

Für die Feuerwehr wird hingegen das Thema Krankentransport Ende des Jahres beendet sein. Mitarbeiter, die eine Notfallsanitäterausbildung absolviert haben, seien für Krankentransporte überqualifiziert, so Feuerwehr-Chef Gottfried Wingler-Scholz . Die aktuelle Zahl der Fahrzeuge für die Notfallrettung will die Feuerwehr in Kürze von 18 auf 20 erhöhen.

Einsätze im Rettungsdienst

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst leicht zugenommen. 2017 registrierte die münsterische Feuerwehr insgesamt 47 208 Einsätze im Rettungsdienst. 9179 Fahrten entfielen dabei auf Krankentransporte, 31 394 Fahrten auf die Notfallrettung.

Seit 2014 registriert die Feuerwehr einen jährlichen Anstieg um 0,75 Prozent. Über die Gründe kann Feuerwehr-Chef Gottfried Wingler-Scholz nur Mutmaßungen anstellen. Ein Grund könne sein, dass mehr Menschen alleine leben und daher notgedrungen direkt die Nummer des Notrufs wählen, vermutet er. 

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Ausschreibung der Notfallrettung ruht 

Positiv bewertet Dezernent Wolfgang Heuer, dass münsterische Hilfsorganisationen erfolgreich aus dem Wettbewerb hervorgegangen sind: „Damit bestätigt sich unser Modell einer fairen Partnerschaft mit den stark im ehrenamtlichen Katastrophenschutz aktiven Organisationen.“ Feuerwehr-Chef Wingler-Scholz betont: „Der Krankentransport stellt bei Einsätzen mit vielen Verletzten eine wichtige Sicherheitsreserve dar, wie zuletzt der Einsatz bei der Amokfahrt im April gezeigt hat.“

Die Ausschreibung der Notfallrettung ruht derzeit. Sie soll erst nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes, der eine Privilegierung von Hilfsorganisationen überprüft, wieder aufgenommen werden.

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