Jugend-Workshop der Filmwerkstatt
Poetry-Slammer treffen auf Hip-Hop

Münster -

„Poetry-Slammer sind in der Hip-Hop-Szene nicht gut angesehen“, sagt Felix van Beuse. Woran das liegt? Vielleicht zu weich, zu vergeistigt, zu sehr „Opfer“? Van Beuse ist selber Rapper („Sking“), an diesem Nachmittag am Hawerkamp aber tut er alles, um die zwei Welten zusammenzubringen. Überschneidungen gibt es nämlich.

Donnerstag, 02.08.2018, 11:00 Uhr

Jugendliche produzieren im Rahmen eines Workshops einen Hip-Hop-Poetryclip für das „Zebra Poetry Film Festival“ im Schloßtheater. Regie führt Workshop-Leiter Felix van Beuse (2.v.l.).
Jugendliche produzieren im Rahmen eines Workshops einen Hip-Hop-Poetryclip für das „Zebra Poetry Film Festival“ im Schloßtheater. Regie führt Workshop-Leiter Felix van Beuse (2.v.l.). Foto: Matthias Ahlke

In den neuen Seminarräumen der Filmwerkstatt entsteht im Laufe dieser Woche ein Video, das beide Genres vereinigt; ein „Hip-Hop-Poetryclip“. Dieser Mittwoch ist der dritte Tag, quasi Halbzeit. Gezeigt wird der zehnminütige Endfilm dann beim „Zebra Poetry Film Festival Münster“, am 29. September findet die Vorführung im Schlosstheater an der Melchersstraße statt.

Felix van Beuse ist Workshop-Leiter, Kameramann und Regisseur – und in der Arbeit mit Jugendlichen erfahren. Hier sind es acht im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Sie vertreten den Part des Poetry-Slams.

Seno ist ein klassischer Straßenrapper.

Felix van Beuse

Poetry-Slam und die Hip-Hop-Szene

Für den Gegenpart wurde Rapper „Seno“ gewonnen, der an diesem Nachmittag aber nicht dabei sein kann. „Seno ist ein klassischer Straßenrapper“, sagt Felix van Beuse. Als er gefragt wurde „Was ist für dich Poesie?“, habe er mit der Frage nichts anfangen können. „Dabei schreibt er dauernd Texte!“

Das haben die acht Workshop-Teilnehmer auch getan, unter ihnen bemerkenswert viele Frauen, was in der Rap- und Hip-Hop-Szene doch anders ist. Unter dem Motto „Was bedeutet Heimat?“ hätten sich die Workshop-Teilnehmer Fragen gestellt – aber diese nicht abschließend beantwortet. Dieser Text ist Grundlage des Poetry-Slams, an dem alle acht mitwirken.

Musik-Clip wird durch Doku ergänzt

Hip-Hop ist mehr Show, mehr Beat – und es geht um das Image, das der Musiker verkörpert.

Felix van Beuse

Und wo ist nun die Schnittmenge mit dem Rap? Auch der Slam werde einen Rhythmus bekommen, der sich aus den Filmbildern ergebe, sagt Felix van Beuse. Dennoch wurde in seinen Ausführungen klar, dass da ein Graben klafft. „Hip-Hop ist mehr Show, mehr Beat – und es geht um das Image, das der Musiker verkörpert.“

Der Zehn-Minuten-Film wird durch einen Doku-Teil ergänzt: Auf den Hip-Hop entfallen drei Minuten, auf den Poetry-Slam etwas weniger.

Im Zentrum des Workshops stehe eigentlich die Frage: „Was passiert, wenn Jugendliche Freiheit bekommen?“

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