Freiwilliges Soziales Jahr in Indien
Joline Klein lernt bereits die Blindenschrift

Münster -

Mit Blindenschrift und dem Braille-Alphabet hat sich Joline Klein schon auseinandergesetzt. Dazu spricht sie ein paar Brocken Marathi. Das ist notwendig für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), das die 18-Jährige jetzt antreten will. Sie will ein Jahr in Pune im westindischen Bundesstaat Maharashtra arbeiten – an einer Schule für Blinde und sehbehinderte Mädchen. „Da kann ich mich nicht mit Händen und Füßen verständlich machen,“ berichtet die junge Frau aus Albachten.

Sonntag, 12.08.2018, 19:09 Uhr

Joline Klein (18) aus Albachten arbeitet ab September für ein Jahr an einer Blindenschule für Mädchen in Pune in Indien. Sie macht sich bereits mit dem Braille-Alphabet für Blindenschrift vertraut.
Joline Klein (18) aus Albachten arbeitet ab September für ein Jahr an einer Blindenschule für Mädchen in Pune in Indien. Sie macht sich bereits mit dem Braille-Alphabet für Blindenschrift vertraut. Foto: -erh-

Die älteren Mädchen dort sprechen ein passables Englisch; die jüngeren aber noch nicht, dafür aber Marathi. Marathi ist eine der offiziellen Sprachen in Indien.

Leben in einem anderen Kulturkreis

Das weiß Joline Klein von Kontakten zu Freiwilligen, die dort bereits gearbeitet haben. Zudem hat sie sich in mehreren Seminaren auf ihren Einsatz vorbereitet. „Da geht es um Themen, die uns als Freiwillige interessieren, aber auch um Empfehlungen zum Leben in einem anderen Kulturkreis.“ Stichworte sind etwa Gesundheit oder die Rolle der Frau. Ehemalige Freiwillige und Menschen aus Indien sind dort als Referenten aktiv.

Große Stadt gesucht

„Ich wollte nach meinem Abitur am Hittorf-Gymnasium ein FSJ machen und fand Asien besonders reizvoll.“ Über den Freiwilligendienst IB (Internationaler Bund) hat sie sich dann letztlich für die Stelle in Pune entschieden. „Es gab viele interessante Aufgaben.“ Sie habe eine „große Stadt“ gesucht, da sie „gerne“ viele Leute um sich habe. Fast 3,5 Millionen Menschen leben dort.

Daneben wollte „ich etwas machen, von dem ich noch keine Ahnung habe“.

Als die Entscheidung gefallen war, hat Joline Klein mit den Vorbereitungen begonnen. Dazu gehörte etwa ein Praktikum an der Irisschule für Blinde und Sehbehinderte in Kinderhaus.

Anfang September geht's los

Der genaue Flugtermin steht noch nicht fest. „Das wird wohl Anfang September sein“, erwartet sie die genauen Daten bei einem letzten einwöchigen Vorbereitungsseminar bei „IB“ in Kassel. Dort wird sie auch ihre drei „Kolleginnen“ kennenlernen.

Junge Frauen aus Frankfurt am Main, aus Hamburg und aus der Nähe von Würzburg gehen ebenfalls nach Pune. „Zu Beginn werden wir vier in einer Wohngemeinschaft leben.“

Viele Ratschläge bekommen

Wenn sie im Bekanntenkreis von ihren Plänen erzähle, habe sie auffallend häufig „ungefragt Ratschläge, Warnungen und Hinweise“ bekommen. „Alle irgendwie negativ.“ Im Freundeskreis und in der Familie hingegen gebe es „viel Support“.

„Ich habe richtig Bock auf dieses Jahr, und ich habe mich dafür entschieden, es in Pune zu verbringen“, betont die Albachtenerin. Einige Freunde hätten bereits Besuche angekündigt. „Ich stelle mir mein Jahr ganz bunt vor“, fasst sie ihre Erwartungen zusammen.

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