Exkursion des Naturschutzbundes
Besuch für die Fledermäuse

Münster -

Auch in Münster wurde am Wochenende der internationale Fledermaustag begangen. Der Naturschutzbund lud aus diesem Anlass in den Garten am Kapuzinerkloster ein.

Montag, 27.08.2018, 06:53 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 26.08.2018, 22:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 27.08.2018, 06:53 Uhr
Die Fledermäuse im Klostergarten der Kapuziner fanden bei einer Exkursion viel Interesse.
Die Fledermäuse im Klostergarten der Kapuziner fanden bei einer Exkursion viel Interesse. Foto: con

Es war kalt, es war feucht, und immer wieder gab es einen Regenschauer. Doch das hielt über 20 Menschen, jung und alt, nicht davon ab, den Fledermaustag bei der 22. Europäischen „Batnight“ in Münster zu würdigen. Der Stadtverband Münster des Naturschutzbundes hatte am Samstagabend zu einer Fledermausexkursion in den Klostergarten der Kapuziner eingeladen.

Zunächst gab es von Mitgliedern der AG Fledertierschutz, Frauke Meier , Maria Weber und Volker Runkel, zwischen Apfelbäumen am Gartenpavillon bebilderte Infos über die kleinen Insektenjäger. Sie sind lichtscheu, sehen kaum etwas, aber orientieren sich in der Dämmerung und nachts durch ihre Echo-Ortung.

Vor Regenschauern suchte die Gruppe unter den Baumkronen Schutz. Hier verdeutlichte Meier mit einem Tongerät, den hohen Frequenzbereich der Fledermaustöne, etwas, was besonders den elfjährigen Jan begeisterte. Danach gab es Gummibärchen für alle, um das Gewicht der Zwergfledermaus zu erfühlen. Ein Gummibärchen entspricht dem Gewicht einer Babyzwergfledermaus, fünf Gramm einem ausgewachsenen Tier, so schwer wie ein Stück Schokolade.

Die kleinen Fledermäuse sind sehr mobil, fliegen täglich bis zu fünf Kilometer weit und fressen bis zu 5000 Mücken, um ihren Hunger zu stillen. Andererseits müssen sie sich vor Greifvögeln in acht nehmen; aber auch andere Vögel oder Eichhörnchen können Fledermäusen gefährlich. Fünf Ortungsgeräte wurden verteilt, damit die Fledermäuse gehört werden konnten und somit schneller zu finden waren. Die sieben Jahre alte Ida war begeistert von den Geräten: „Spannend, dass man die Fledermäuse schon hören kann, bevor man sie sieht.“ Während der Wartezeit standen die Nabu-Ehrenamtler geduldig Rede und Antwort und teilten begeistert ihr Wissen mit den Interessenten, ob über Jagdverhalten oder Winterquartiere, Fortpflanzung und Wochenstube der 25 Fledermausarten, die es in Deutschland gibt. Die Tiere sind sehr sesshaft und lieben es, über Generationen hinweg am selben Ort zu wohne. Sie können über 40 Jahre alt werden.

Bei den intensiven Gesprächen flatterten immer wieder Zwergfledermäuse über die Köpfe – mit ihrem hektischen, mitunter taumelndem Flug auf Insektenjagd.

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