Musiklabel startet Projekt „Willkommen in meinem Musikzimmer“
Gesucht: Plattenliebhaber über 60

Münster -

Was passiert, wenn „Musikverliebte im besten Alter auf junge Produzenten treffen“? Dieser Frage will Albert Ruppelt alias DJ At vom münsterischen Musiklabel „Trust in Wax“ nachgehen.

Mittwoch, 19.09.2018, 13:10 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 13:10 Uhr
Albert Ruppelt alias DJ At vom münsterischen Musiklabel „Trust in Wax“ gibt nicht nur DJ-Workshops für Kinder und Jugendliche. Jetzt sucht er für sein neues Projekt „Musikhören mit Fremden: Willkommen in meinem Musikzimmer“ explizit Musikliebhaber aus den älteren Semestern.
Albert Ruppelt alias DJ At vom münsterischen Musiklabel „Trust in Wax“ gibt nicht nur DJ-Workshops für Kinder und Jugendliche. Jetzt sucht er für sein neues Projekt „Musikhören mit Fremden: Willkommen in meinem Musikzimmer“ explizit Musikliebhaber aus den älteren Semestern. Foto: Thomas Mohn

Die jungen Produzenten, die findet er zuhauf in seinem Label. Jetzt fehlen ihm für sein Projekt nur noch die „Musikverliebten im besten Alter“, wie sie im Aufruf von „Trust in Wax“ genannt werden. „Musikhören mit Fremden: Willkommen in meinem Musikzimmer“ heißt die Aktion und soll ein „generationenübergreifendes Treffen“ werden, so Ruppelt .

Das Musiklabel sucht also Menschen über 60 Jahre aus Münster oder Dortmund, die bereit sind, jungen musikinteressierten Leuten ihr Musikzimmer für einen Tag aufzuschließen, um ihnen ihre Plattensammlung zu zeigen und zusammen Musik zu hören. Im Gegenzug werden sie von den jungen Musikproduzenten ins Studio eingeladen. Sie bekommen gezeigt, wie man zum Beispiel aus der eigenen Lieblingsplatte einen Remix erstellt.

„Ich würde mir wünschen, dass da ein Austausch zwischen Alt und Jung stattfindet“, erläutert Ruppelt die Idee hinter dem Projekt. „Natürlich geht‘s dabei um Musik, aber es steht viel mehr dahinter: spannende Geschichten.“

Ruppelt erklärt das so: Es gebe bei „Willkommen in meinem Musikzimmer“ diese zwei Seiten, die allgemein sehr wenig miteinander reden, auch wenn sie sich eigentlich viel zu erzählen hätten.

Die eine ist die der jungen Musiknerds, der DJs, die immer auf der Suche nach alten Platten sind, um sie zu sampeln und für ihre Sets zu verwenden, sonst aber relativ stumm blieben und schwer zu erreichen seien. Denn: „Der DJ im Club spricht ja nicht viel.“

Die andere Seite sei die der Musikliebhaber mit den Plattenschätzen im Keller, auf dem Dachboden oder im Wohnzimmer, so Ruppelt. Wo das Musikzimmer liegt, sei letztendlich ja auch egal. Aber diese meist älteren Menschen hätten oftmals auch ein Interesse daran, zu zeigen, was sie früher so alles gehört hätten. Gleichzeitig seien sie neugierig, gezeigt zu bekommen, was man mit den Platten, die sie in jungen Jahren gehört haben, heute alles so anstellen könne.

Auch an sich sei es spannend zu erfahren, warum ein Mensch heute überhaupt noch Platten sammelt, und das in einer Zeit, in der durch das Internet eigentlich alles, was es an Musik gibt, immerzu zur Verfügung stünde. „Hinter jeder Sammlung stecken so viele persönliche Geschichten“, sagt Ruppelt, „und die möchten ich und andere junge Musikproduzenten gerne erzählt bekommen.“

Ermöglicht wird das Projekt durch den Förderfonds Kultur und Alter des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen – wenn es denn läuft. Denn das ist alles noch Zukunftsmusik. Grade ist das Projekt in der „Aufrufphase“. Noch fehlen Leute, die bereit sind, einen Blick auf ihre Plattensammlung zu gewähren.

Wer also über eine Sammlung verfügt und Interesse hat, kann sich noch bis Ende September im Büro von „Trust in Wax“ bei Sabine Lange per E-Mail an sabine.lange@trustinwax.com melden.

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