Vortragsreihe „A-Z Architekten“ des BDA
Meilensteine der Stadtplanung

Münster -

Sie schufen die Halle Münsterland, den Aasee und den Aegidiimarkt, bauten Flugplätze, Kasernen und Wohngebiete: Die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ widmet sich im Herbst vier Persönlichkeiten, die Münsters Stadtbild prägten.

Donnerstag, 04.10.2018, 13:16 Uhr aktualisiert: 04.10.2018, 17:00 Uhr
Prototyp für flexible Strukturen: der Aegidiimarkt (1976-79) von Dieter und Ulrike Kälberer.
Prototyp für flexible Strukturen: der Aegidiimarkt (1976-79) von Dieter und Ulrike Kälberer. Foto: Stefan Rethfeld

Die von Stefan Rethfeld konzipierte Reihe Vortragsreihe „A-Z Architekten“ des BDA Münster-Münsterland findet im Herbst ihre Fortsetzung – jeweils mittwochs um 19 Uhr. Im Fokus stehen diesmal die Biografien der Architekten Carl Schirmeyer , Peter Poelzig sowie Dieter und Ulrike Kälberer an Originalorten der Stadt.

Grundlagen für wegweisende Großprojekte

Erstmals wird die Biographie des Regierungsbaumeisters Carl Schirmeyer (1869-1956) veranschaulicht, der Münster in bewegter Zeit – von 1909 bis 1933 – als Stadtbaurat diente. Zunächst unter den Oberbürgermeistern Max Jungeblodt und Franz Dieckmann, ab 1920 unter Georg Sperlich schuf er die Grundlagen für wegweisende Großprojekte, darunter den Bau der Halle Münsterland und des Aasees sowie zahlreiche Bildungsbauten und Wohnsiedlungen.

Ausbau zur Gauhauptstadt

Nur fünf Jahre nach ihm, im Jahr 1938, wurde das Amt des Stadtbaurates dem jungen Architekten Peter Poelzig (1906-1981) übertragen. Als Sohn des berühmten Architekten Hans Poelzig unternahm er erste eigene Karriereschritte in Münster und empfahl sich ab 1934 als Bauleiter bei den Flugplätzen Loddenheide und Handorf. Die Politik des Dritten Reiches verlangte nachfolgend den Ausbau zur Gauhauptstadt, den Poelzig als Stadtbaurat begleitete. Auch sorgte er für den Bau von Kasernen, Wohnsiedlungen und Bunkern. Nach 1945 wechselte er über Duisburg nach Berlin, wo er ab 1954 an der Technischen Universität Berlin eine Professur für Krankenhausbau übernahm.

Prototyp für Bauen in flexiblen Strukturen

Der dritte Abend fächert das Werk der Architekten Dieter und Ulrike Kälberer (geboren 1935 und 1936) aus München auf. In Münster sind sie durch den Bau des Aegidiimarktes (1976-1979) bekannt geworden. Sie entwarfen vielfach Großstrukturen der 1960er und 1970er-Jahre. Darunter viele Rathäuser und Krankenhäuser in Deutschland. Der Aegidiimarkt gilt als Prototyp für ein Bauen in flexiblen Strukturen – und überrascht bis heute mit seiner Nutzungsvielfalt: vom Atombunker bis zum gläsernen Café, von der Volkshochschule über Läden bis hin zum Penthouse-Wohnen.

Leben und Werk werden jeweils von Architektur- und Kunsthistorikern vorgestellt. Der Eintritt zu den Vorträgen ist jeweils frei.

Die Termine im Einzelnen

 24. Oktober – Carl Schirmeyer: Großprojekte für Münster – ein Stadtbaurat (1909-1933) in bewegten Zeiten, Aaseeterrassen, A2 am See, Annette-Allee 3 14. November – Peter Poelzig: Berlin, Münster und zurück – vom Stadtbaurat im Dritten Reich zum Sozialbauarchitekten, Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28 5. Dezember – Dieter und Ulrike Kälberer: Bauen in flexiblen Strukturen – Rathäuser, Kliniken und ein Aegidiimarkt, Aegidiimarkt, VHS-Forum

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