Spendenaktion für das Projekt „Spürsinn“
Zum Schutz der Kinder

Münster -

Förderbedürftige Kinder werden überproportional oft Opfer von sexualisierter Gewalt. Das Projekt „Spürsinn“ hat zum Ziel, diese Kinder besser zu schützen – und bittet um Spenden.

Mittwoch, 24.10.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 24.10.2018, 08:00 Uhr
Ewa Bäumer arbeitet für das Projekt „Spürsinn“ des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Münster und hat es mit aufgebaut. Dieter Kaiser, Geschäftsführer des örtlichen DKSB, freut sich über die Spenden-Verdoppelungsaktion der Bethe-Stiftung, die helfen soll, das Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt an Kindern mit Förderbedarf zu finanzieren.
Ewa Bäumer arbeitet für das Projekt „Spürsinn“ des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Münster und hat es mit aufgebaut. Dieter Kaiser, Geschäftsführer des örtlichen DKSB, freut sich über die Spenden-Verdoppelungsaktion der Bethe-Stiftung, die helfen soll, das Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt an Kindern mit Förderbedarf zu finanzieren. Foto: Pjer Biederstädt

Marta ist ein geistig beeinträchtigtes Mädchen – und Opfer sexualisierter Gewalt geworden. Oft kommt Missbrauch an behinderten Kindern nicht ans Tageslicht. Doch Marta hat sich an das Projekt „Spürsinn“ erinnert und Alarm geschlagen.

In der Förderschule hat Marta, deren Name zu ihrem Schutz geändert wurde, an dem Projekt des Deutschen Kinderschutzbundes ( DKSB ) Münster gegen sexualisierte Gewalt an Kindern mit Förderbedarf teilgenommen. „Ein halbes Jahr danach hat sich das Mädchen an uns gewandt“, erzählt Ewa Bäumer vom DKSB. Für die Heilpädagogin und Kinderschutzfachkraft ist es die Bestätigung ihrer Arbeit. Seit 2011 ist sie zusammen mit Michael Schmalz darum bemüht, Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren durch Präventionsarbeit für sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren. Das Projekt findet in den Klassen an Münsters Förderschulen an fünf Vormittagen statt. Die Themen: Gefühle achten, Recht auf körperliche Selbstbestimmung, Wissen über verbotene Berührungen und Möglichkeiten zur Hilfe. Die Projekt-Methoden und Materialien hat das „Spürsinn“-Team in Ermangelung an vergleichbaren Projekten damals eigenständig entwickelt und erprobt.

„Je nach Studie haben 30 bis 50 Prozent förderbedürftiger Kinder Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht. Diese Gruppe ist überproportional häufig betroffen“, berichtet Bäumer, die neben der Arbeit mit den Kindern auch Lehrkräfte und Eltern im Umgang mit dem Tabuthema schult. Bäumer wünscht sich, dass das Projekt institutionalisiert und so auf die nächste Ebene gehoben werden kann. „Derzeit nehmen die Schulen freiwillig teil. Ich wünsche mir, dass das Projekt ins Schulkonzept eingehen würde und verpflichtend wäre.“

Damit das Projekt weiterhin finanziert werden kann, ist der DKSB auf Spenden angewiesen. Die Förderung der Stadt Münster und des Netzwerkes „Roter Keil“ ist bis 2021 gesichert. Einen Teil muss der DKSB aber durch Spenden akquirieren. „Deshalb sind wir dankbar für die Aktion der Bethe-Stiftung“, sagt Dieter Kaiser, Geschäftsführer des örtlichen DKSB.

Die Bethe-Stiftung verdoppelt die Spenden, die bis zum Jahresende auf dem Spendenkonto eingehen, bis zu einem Höchstbetrag von 2000 Euro pro Einzelspende (und 5000 Euro insgesamt).

Zum Thema

Informationen zu dem Projekt und zum Spendenkonto gibt es im Internet unter www.kinderschutzbund-muenster.de.

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