Elektro-Ladesäule am Stadthaus 1 wird abgebaut
Die letzte Ladung Strom

Münster -

Saubere Luft ist das Top-Thema in diesen dieselgeschwängerten Tagen. Trotzdem müssen die Stadtwerke die Ladesäule für E-Autos im Zentrum Münsters abbauen.

Donnerstag, 25.10.2018, 10:00 Uhr
Die Ladesäule für Elektroautos am Stadthaus 1 wird am Freitag für immer abgebaut: Bislang konnten Besitzer von E-Autos dort ihren Wagen aufladen und während dieser Zeit beispielsweise einkaufen oder bummeln gehen. Jetzt wird die Fläche anderweitig benötigt.
Die Ladesäule für Elektroautos am Stadthaus 1 wird am Freitag für immer abgebaut: Bislang konnten Besitzer von E-Autos dort ihren Wagen aufladen und während dieser Zeit beispielsweise einkaufen oder bummeln gehen. Jetzt wird die Fläche anderweitig benötigt. Foto: Oliver Werner

Alle reden von sauberer Luft – nicht zuletzt seit den öffentlich gewordenen Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen. Da mag es auf den ersten Blick so gar nicht passen, dass die Stadtwerke ihre einzige öffentlich anfahrbare Ladesäule für Elektroautos innerhalb des Promenaden-Rings am kommenden Freitag abbauen wollen – oder besser gesagt müssen.

Diesmal verschwindet die zentrale Ladestation zwischen Stadthaus 1 und Karstadt nicht nur für die Wochen des Weihnachtsmarkts, sondern gleich für immer an dieser Stelle. Denn dieser Platz wird im Zug der Bauarbeiten am Stadthaus künftig offenbar für Behindertenparkplätze gebraucht. Das berichtet Stadtwerke-Sprecherin Daniela van der Pütten unter Verweis auf eine entsprechende Auskunft von der Stadt Münster. Über den für Freitag geplanten Abbau informiert derzeit ein Aushang die Nutzer.

Neue Ladesäule am Servatiiplatz

Stattdessen soll die Ladesäule für E-Autos auf dem Parkplatz am Servatiiplatz wieder aufgebaut werden. Und zwar möglichst schnell, wie van der Pütten verspricht. Gleichwohl stößt das Verschwinden der E-Tankstelle auf Bedauern: „Bisher war diese Säule einer der wenigen Anreize für emissionsfreien Verkehr in Münster“, meinte Leonhard Plitt , der sich wegen des vorgesehenen Abbaus an die Redaktion unsere Zeitung gewandt hatte.

Der 25-jährige Student, der dort teilweise auch mit dem Wagen des Vaters Strom getankt hatte, bezeichnete den nun vor der Aufgabe stehenden Standort jedenfalls als „super attraktiv für ein grünes Vorzeige-Münster“. Und noch einen Vorteil benannte Plitt: „An der Säule vor dem Stadthaus 1 hatten zudem viele neugierige Passanten die Möglichkeit, die mittlerweile große Modellvielfalt an Elektrofahrzeugen und Hybriden kennenzulernen.“

Elf Ladesäulen im Stadtgebiet

Privaten Nutzern von Elektro-Fahrzeugen bieten die Stadtwerke aktuell an insgesamt elf Ladesäulen im Stadtgebiet die Möglichkeit, ihren E-Pkw während des Parkens aufzuladen – innerhalb des Promenaden-Rings ist dies künftig aber nur noch in den Parkhäusern Alter Steinweg und Arkaden möglich.

Mit Blick auf die Anzahl der Ladestationen decke die bestehende Ladeinfrastruktur aber den aktuellen Bedarf in der Stadt Münster bereits gut ab, heißt es von den Stadtwerken. Außerdem bieten sie privaten Nutzern wie Firmenkunden für den eigenen Bereich Wandgeräte zum Laden sowie Ladesäulen an. Großes Potenzial sieht man bei der Elektromobilität vor allem im Firmenkundenbereich, wie es heißt. Diese Linie decke sich auch mit den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung, E-Dienstwagen steuerlich zu begünstigen.

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