Neues Projekt für Langzeitarbeitslose
Fahrrad-Rikschas kutschieren Senioren

münster -

Das Jobcenter bietet Langzeitarbeitslosen, die gern Rikscha fahren möchten, die Chance, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen. Sie können ab sofort Senioren, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, auf Touren zu schönen Plätzen in Münster mitnehmen. Die Hüfferstiftung, Chance e.V. und das Jobcenter machen es möglich.

Donnerstag, 01.11.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.11.2018, 13:00 Uhr
Stellten neue Rikschas und die Fahrer vor: Bernhard Messing und Adriane Kerkgeers-Moormann („Chance e.V.“, sitzend) sowie Dezernentin Cornelia Wilkens und Oberbürgermeister Markus Lewe (beide Mitte).
Stellten neue Rikschas und die Fahrer vor: Bernhard Messing und Adriane Kerkgeers-Moormann („Chance e.V.“, sitzend) sowie Dezernentin Cornelia Wilkens und Oberbürgermeister Markus Lewe (beide Mitte). Foto: Stadt Münster

In Peking sind sie allerorten zu sehen – in Münster sehr selten: Rikschas. Ein innovatives Projekt wird dies nun ändern und bewegungseingeschränkte Senioren als Zielgruppe in den Blick nehmen. Fünf neu angeschaffte Fahrradrikschas sollen die Menschen in Altenheimen abholen und an attraktive Orte Münsters kutschieren, etwa an den Aasee. Es geht also nicht um „Nutzfahrten“.

Idee aus Kopenhagen

Einen Nutzen aber sollen die Rikscha-Fahrer davon haben, denn es handelt sich um Langzeitarbeitslose, denen man eine Perspektive bieten will, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen.

Oberbürgermeister Markus Lewe und Stiftungs- und Sozialdezernentin Cornelia Wilkens stellten das neue Konzept am Mittwoch im Rathausinnenhof vor. In anderen Städten wie Essen läuft es bereits erfolgreich – ursprünglich kommt die Idee aus Kopenhagen.

Wer hinter dem Projekt steckt

In Münster ziehen gleich drei Akteure an einem Strang: Die Hüfferstiftung, das Jobcenter und „Chance e.V.“. Die Hüfferstiftung als ein Stiftungsfonds der kommunalen Stiftungen unterstützt das Projekt mit 40 000 Euro. Davon wurden unter anderem die fünf Rikschas angeschafft. „Für die Kommunalen Stiftungen ist ,Leben im Alter´ ein zentrales Feld, in dem wir tätig sind“, erläutert die Stiftungsdezernentin Cornelia Wilkens,

Dem Oberbürgermeister gefallen die „Entschleunigung“ und der bürgerschaftliche Geist der Aktion. „Ist das kommunikativ?“, will er lächelnd wissen. Ja – die Fahrer sollen natürlich nicht nur strampeln, sondern auch erzählen.

Rikschas sind E-Bikes

Dabei ist nicht Fitness entscheidend, denn die Rikschas sind E-Bikes; aber auch deren Bedienung will gelernt sein. Die Touren sollen 60 bis 90 Minuten dauern, länger würden die Batterien auch kaum durchhalten. Bislang haben sich sieben oder acht Rikscha-„Piloten“ gemeldet, man hätte aber gern ein Dutzend.

„Chance e.V.“ geht auf die Altenheime zu und vereinbart Termine – das Interesse sei schon jetzt sehr groß, heißt es. Die ersten offiziellen Fahrten werden ab sofort stattfinden. Im Herbst und im Winter sind zunächst eher kürzere Touren vorgesehen.

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