Pflanzenüberwinterung auf Mietplätzen in Gärtnereien
Exoten verlassen Münsters Gärten

Münster -

Der Trend, sich im heimischen Garten mit exotischen Pflanzen zu umgeben, ist ungebrochen. In diesem milden Herbst hat das große Kübelrücken später begonnen. Derzeit werden zig Oleander, Olivenbäume, Palmen & Co. zum Überwintern in Gärtnereien transportiert.

Sonntag, 11.11.2018, 13:28 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.11.2018, 13:28 Uhr
Silvia Lenz gehört zu jenen Liebhabern mediterraner Pflanzen, deren Schätze Gärtner Sebastian Mühlenbeck in diesen Tagen ins Winterquartier befördert.
Silvia Lenz gehört zu jenen Liebhabern mediterraner Pflanzen, deren Schätze Gärtner Sebastian Mühlenbeck in diesen Tagen ins Winterquartier befördert. Foto: hö

Sebastian Mühlenbeck stemmt sich mit Kraft gegen den Kübel, wuchtet die große Palme im Terracotta-Topf auf die Sackkarre und schiebt sie mit Schwung auf den Laster. In diesen Tagen sammelt er mehrere Hundert exotische Pflanzen in münsterischen Hausgärten ein. Mediterranes Gartenflair und Urlaubsatmosphäre in norddeutschen Breiten – immer mehr Hausbesitzer gönnen sich Oleander, Bananenstauden, Palmen und Olivenbäume auf der heimischen Terrasse. Dank der spätsommerlichen Temperaturen im Oktober hat das große Kübelrücken in diesem Herbst etwas später begonnen.

In den nächsten Tagen ziehen bis zu 1500 exotische Pflanzen ins Gewächshaus der Westfalenfleiß GmbH um. „Die größten Exemplare messen bis zu 3,50 Meter“, erzählt Gärtnerei-Bereichsleiter Bernhard Lips. Darunter alle Arten von Palmen. Wobei Oleander und Olivenbäume und die für ihre hellblauen oder weißen Blütenbälle bekannten Agapanthus die Hitliste in Münster anführen.

Urlaubsparadies im eigenen Garten

Acht Kübel lässt Silvia Lenz in diesem Jahr ins Winterquartier transportieren. „Früher hab ich die Pflanzen selbst in den Keller geschleppt, aber das geht schon lange nicht mehr“, erzählt die Seniorin. Sie genießt über die Sommermonate ihr Gartenleben zwischen rankenden Bougainvillea mit pinkfarbenem Blütenmeer, Wandelröschen, Oleander, Olivenbäumen und der afrikanischen Schmucklilie Agapanthus. „Wir sind früher viel gereist. Jetzt habe ich mein Urlaubsparadies im eigenen Garten“, schwärmt sie.

 

Exotische Pflanzen kommen ins Winterquartier

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  • Gartenbesitzerin Silvia Lenz zeigt Gärtner Sebastian Mühlenbeck, welche ihrer mediterranen Schätze, hier ein Orleander, ins Winterquartier transportiert werden müssen.

    Foto: hö
  • Drei große Agapanthus sind der große Stolz von Monika Sundermann. Gärtner Sebastian Mühlenbeck holte sie jetzt ins Winterquartier.

    Foto: hö
  • Sebastian Mühlenbeck schiebt ein um andere Pflanze mit der Sackkarre in den Transporter.

    Foto: hö
  • Einige Gärtnereien bieten die Überwinterung exotischer Pflanzen an.

    Foto: hö
  • Frostfrei bringt Sebastian die empfindlichen mediterranen Gewächse im Gewächshaus durch den Winter.

    Foto: hö
  • An ihren im Sommer hellblau blühenden Agapantus, den Orleanderbäumen, Bourgainvilla und all den anderen mediterranen Gewächsen hängt das Herz von Silvia Lenz. Sie ist eine von vielen Kunden, deren Exoten Sebastian Mühlenbeck in diesen Tagen ins Gewächshaus-Winterquartier befördert.

    Foto: hö

 

Der Reiz der mediterranen Gewächse liegt darin, dass sie oft den ganzen Sommer über blühen.

Sebastian Mühlenbeck

So geht es vielen, bestätigt Sebastian Mühlenbeck. „Der Reiz der mediterranen Gewächse liegt darin, dass sie oft den ganzen Sommer über blühen.“ Viele Pflanzen in ihrem schmucken Garten hat Monika Sundermann über Jahre gesammelt, wie sie sagt. Ihr größter Stolz sind drei große Agapanthus. „Die großen hellblauen Blüten sind im Sommer eine Augenweide.“

Auslieferung im April und Mai

Eines eint die vielfältigen Exoten: Sie können keinen Frost vertragen. Deshalb bietet auch Hermann Orschel von der gleichnamigen Gärtnerei Gewächshaus-Plätze für die exotischen Gewächse der Stammkunden. Zum Großteil Oleander und Zitrusbäume, große Exemplare von Lantana, einer tropischen Schönheit aus Amerika, Bananenstauden, neotropische Pflanzen der Gattung Dipladenia und Bougainvillae, zählt er auf. Über die kalte Jahreszeit „fahren wir die Temperatur bis auf zwölf Grad hoch“, erklärt Orschel.

Vor der Auslieferung im April und Mai sind die Pflanzen in den Gärtnereien dann passend zurückgeschnitten, gedüngt und bei Bedarf auch gegen Schädlinge behandelt. All dies für die südländische Urlaubsatmosphäre im heimischen Garten. 

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