Barbara Stanczak zu Besuch in Münster
Eine Münsteranerin in Amerikas Kunstwelt

Münster -

Sie lebt seit Jahrzehnten in den USA – jetzt ist die Münsteranerin Barbara Stanczak in ihre Heimat Münster zurückgekehrt. Anlass ist die am Donnerstag eröffnete Bauhaus-Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Dort sind mehrere Bilder ihres 2017 verstorbenen Mannes Julian Stanczak zu sehen.

Freitag, 09.11.2018, 20:56 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 20:56 Uhr
Barbara Stanczak vor einem Kunstwerk ihres Mannes Julian. Die Künstlerin wuchs in Münster auf, bevor sie als junge Frau in die USA ging, wo sie heute noch lebt.
Barbara Stanczak vor einem Kunstwerk ihres Mannes Julian. Die Künstlerin wuchs in Münster auf, bevor sie als junge Frau in die USA ging, wo sie heute noch lebt. Foto: kal

Mehr als 500 Menschen drängen sich am Donnerstag im Foyer des LWL-Museums für Kunst und Kultur. „ Bauhaus und Amerika“ heißt die Ausstellung, die an diesem Abend eröffnet wird. Unter den in gedeckten Farben gekleideten Gästen in der ersten Reihe sticht eine ältere Dame mit einer kräftig-blauen Jacke hervor: Prof. Barbara Stanczak. Die Frau, von deren 2017 verstorbenem Mann Julian mehrere Bilder in der neuen Ausstellung zu sehen sind, ist aus den USA angereist, wo sie seit sechs Jahrzehnten lebt – aufgewachsen ist sie jedoch in Münster.

LWL-Museum: Bauhaus-Ausstellung eröffnet

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  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal
  • Rund 500 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ ins LWL-Museum. Foto: kal

„Das ist heute wie Heimkommen“, sagt die 76-Jährige, die von ihrem Sohn begleitet wird. „Ich freue mich so, dass die Kunst meines Mannes nun auch in Münster zu sehen ist.“ Vor etlichen Jahren sei mal eine Ausstellung mit seinen Werken in Münster geplant gewesen, doch die kam nicht zustande, berichtet sie.

Barbara Stanczak hieß früher Meerpohl, ihre Geschwister leben noch heute in Münster. Sie besuchte die Annette-Schule, ging auf die Kunstgewerbeschule und zog dann, noch als junge Frau, nach Cincinnati (Ohio). Sie folgte ihrem Großvater, der dort als Kirchenkünstler arbeitete.

Barbara Meerpohl absolvierte dort später die Kunsthochschule, wo sie ihren Mann Julian kennenlernte, der während des Krieges von Polen über Teheran und Uganda in die USA geflüchtet war. Die beiden heirateten, wurden zum Künstlerpaar, unterrichteten am Cleveland Institute of Art.

Julian Stanczak feierte große künstlerische Erfolge. Er gilt als Begründer der Op-Art, einem Kunststil, der auf optische Effekte setzt. Seine Bilder wurden unter anderem im Museum of Modern Art (Moma) in New York ausgestellt. Im Laufe der Jahre kamen die beiden mit vielen Künstler zusammen – „wir kannten sie alle“, sagt Barbara Stanczak. „Robert Rauschenberg, Christo, James Turrell, Josef und Anni Albers.“

Josef Albers, Bauhaus-Schüler unter Walter Gropius, wurde in Bottrop geboren und hatte später großen Einfluss auf die amerikanische Malerei. Werke von ihm wie auch seiner Frau sind ebenfalls in der Sonderausstellung im LWL-Museum zu sehen. Als Albers 1950 an die Yale-Universität wechselte, zählte Julian Stanczak zu seinen Schülern. „Wir waren oft bei den Albers zu Besuch“, sagt Barbara Stanczak. Noch heute erinnert sie sich, wie ihre Kinder im Wohnzimmer von Familie Albers spielten – „auf weißem Teppichboden vor weißen Wänden, alles war dort weiß, damit die farbigen Kunstwerke besser wirken“.

Farbe, Licht und Schatten – das war das große Thema des Künstlerpaares Stanczak. Mittlerweile gibt es eine Stanczak-Stiftung. Die Witwe hofft, in den kommenden Jahren in Cleveland ein Museum eröffnen zu können.

Vor einem Jahrzehnt war Barbara Stanczak zuletzt in Münster. „Ich kann mich noch erinnern, dass ich bei der Rathauslotterie ein Los gekauft habe und ein Buch gewann.“ Mit dem Erlös der Lotterie wurde der Wiederaufbau des Rathauses finanziert. Am heutigen Münster schätzt sie vor allem „die große Freundlichkeit – und dass hier so viele junge Menschen leben“.

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