Diskussionsveranstaltung der SPD
Was bringt eine neue Vorrang-Regelung für Radler auf der Promenade?

Münster -

Soll es eine Vorrang-Regelung für Radler auf der Promenade geben? Darum ging es auf einer Diskussionsveranstaltung, zu der die SPD eingeladen hatte.

Dienstag, 20.11.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 21:00 Uhr
Diskussionsveranstaltung der SPD: Was bringt eine neue Vorrang-Regelung für Radler auf der Promenade?
Über eine mögliche Vorfahrt für Radfahrer auf der Promenade gab es bei der SPD-Veranstaltung verschiedene Meinungen. Foto: Matthias Ahlke

Soll es eine Vorrangregelung für den Radverkehr auf der Promenade geben, oder nicht? Darüber diskutierte die SPD-Ratsfraktion mit Bürgern. „Der Dialog ist uns wichtig, um Meinungen zu sammeln. Dabei lässt sich feststellen: Es gibt sowohl Befürworter für den Vorrang als auch viele ablehnende Stimmen. Allerdings sind die Gründe für die jeweilige Haltung sehr unterschiedlich“, so Ludger Steinmann , planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

1/6
  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Auf der einen Seite stehen unter anderem Initiativen für den Radverkehr wie die Fahrradfreunde Münster, die den Vorstoß der Stadtverwaltung einer teilweisen Bevorrechtigung an vier Übergängen begrüßen und dabei auf eine entsprechende Vorabprüfung verweisen. Andererseits wurden bei der SPD-Veranstaltung auch mögliche Gefahren einer Bevorrechtigung des Radverkehrs aufgezeigt.

Geschichte des Drahtesels: 200 Jahre Fahrrad - Von der Karbid-Funzel zum Carbonrad

1/7
  • Carbonrad

    Zweirad-Pionier Karl Drais stieg zur ersten längeren Fahrradtour am 12. Juni 1817 auf eine hölzerne Laufmaschine, die noch nicht einmal Pedale hatte. Heute ist das Fahrrad ein Hightech-Produkt. Wie sehr sich die Technik im Laufe der Zeit gewandelt hat, zeigen folgende Beispiele...

    Foto: Mathias Kutt
  • Carbon-Laufrad statt Holzfelge: Die Räder, die Drais an sein Veloziped montiert hatte, waren aus Holz. Spezielle Holzfelgen konnten sich über längere Zeit nur im Radrennbereich halten. Bald wurden die Laufräder aus Stahl, später dann aus leichteren Aluminiumlegierungen gebaut. Dann kam das ultraleichte Carbon.

    Mittlerweile sind Bauteile aus dem robusten und leichten Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff (CFK) vergleichsweise günstig geworden. Kostete ein Radsatz vor Kurzem weit mehr als 2000 Euro, bietet etwa die Firma Sram den 29-Zoll-Laufradsatz Roam 50 für 1416 Euro an.

    Für Ruprecht Müller, ADAC-Fahrradexperte, sind Alltagsräder grundsätzlich handlich genug, und bedürfen nicht unbedingt der Carbonfelge: «Für spezielle Anwendung, etwa im High-Tech-Straßenrenner, mag dies anders sein.»

    Foto: instagram.com/gamzamask
  • Carbonriemen-Antrieb statt Kette

    Carbonriemen-Antrieb statt Kette: CFK, aus dem im Profibereich auch Rahmen gefertigt werden, macht der Fahrradkette Konkurrenz. So bietet etwa die Firma Gates den Carbon Drive Network CDN für 50 Euro an.

    David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) kann Vorteile von Riemen bestätigen: «Der Riemen rostet nicht, braucht keinerlei Pflege und ist nicht ölig.» Nur teurer als eine Kette ist er.

    Foto: www.pd-f.de / sram
  • Kabellose Funkschaltung statt Nabenschaltung

    Kabellose Funkschaltung statt Nabenschaltung: «Eine Funkschaltung ist einfach zu montieren, Sie brauchen keine Kabel mehr», sagt Koßmann. Die US-Marke Sram hat seit 2016 eine der ersten kabellosen Funkschaltungen auf den Markt gebracht, die 1911 Gramm wiegende Red eTap für Rennräder mit 2x11 Gängen für knapp 2700 Euro.

    Foto: www.pd-f.de / Paul Masukowitz
  • Fahrradhänger statt Lenkersitz

    Fahrradhänger statt Lenkersitz: Fahrradanhänger für den Nachwuchs gab es auch schon in den 1930er Jahren, wie der einspurige Kinderanhänger Rally belegt, Teil der Sammlung im Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau. Auch Kinderhängesitze, die man am Lenker befestigte, gab es schon vor dem Krieg. «In den Siebzigern kamen sie in Mode, aber heute würde niemand mehr sein Kind als Knautschzone einsetzen», sagt pdf-Chef Gunnar Fehlau.

    Weitaus sicherer sei der Nachwuchs in einem Kindertransporter unterwegs, wie ihn zum Beispiel die Firma Croozer anbietet. Das Modell Kid for 1 kostet ab 549 Euro und lässt sich vom Rad abgekoppelt auch als Kinderwagen zum Schieben nutzen. Der Kindertransport im Anhänger habe den Vorteil, dass die Fahreigenschaften des Fahrrades wegen der ähnlichen beziehungsweise gleichen Schwerpunktlage weniger verändert würden als bei Kindersitzen am Lenker oder am Gepäckträger, sagt Ruprecht Müller, Fahrradexperte beim ADAC. Nur haben die Kinder nicht mehr so eine gute Übersicht wie in den alten Einhängesitzen, und sie fahren im Straßenverkehr in Höhe der Auspuffendrohre von Autos.

    Foto: www.pd-f.de / croozer
  • LED-Leuchte statt Karbid-Funzel: Noch in den 1920er-Jahren war es üblich, Gas abzufackeln, um Fahrräder zu beleuchten: Es war die Zeit der Karbidlampen, die auch an frühen Autos montiert waren. Im Vergleich zu heutigen Hightech-Produkten war die Lichtausbeute spärlich.

    «Mit modernen LED-Scheinwerfern können Sie heute sogar Autofahrer richtig blenden», sagt Gunnar Fehlau. Eine solche Lampe hat etwa Busch & Müller mit der Ixon Space für 199 Euro im Programm.

    Foto: instagram.com/faltradxxs.de_marinesales.de
  • Luftkontrolle statt schlapper Reifen: Der Luftdruck wirkt sich auf den Federungskomfort aus. So hat der Hersteller Quarq das streichholzschachtelgroße System Shockwiz entwickelt, das 100 Mal in der Sekunde den Luftdruck der Luftfederung messen soll. Die Daten können mit einer Smartphone-App ausgelesen werden.

    Foto: instagram.com/ruedasgordas.es

„Bisher arrangieren sich alle Verkehrsteilnehmer irgendwie. Doch was passiert, wenn eine Gruppe Vorfahrt erhält? Hier besteht die Gefahr, dass aus dem bisherigen Miteinander aller Beteiligten ein Gegeneinander wird“, fasst Gaby Kubig-Steltig, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, zusammen.

Diskussionsveranstaltung-der-SPD-Was-bringt-eine-neue-Vorrang-Regelung-fuer-Radler-auf-der-Promenade_image_1024_width

Über eine mögliche Vorfahrt für Radfahrer auf der Promenade gab es bei der SPD-Veranstaltung verschiedene Meinungen. Foto: SPD Münster

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6205529?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Was das „Bündnis für moderne Mobilität“ für Münster bringt
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) war am Donnerstag bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (M.) in Berlin zu Gast.
Nachrichten-Ticker