Anker in größter Not
Freundeskreis finanziert Projekt für schwerstkranke Kinder

Münster -

Chemotherapie und Knochentransplantation belasten die kleinen Patienten aufs Äußerste. Die Freundeskreis KMT Münster finanziert aus Spenden Spielzeug, pädagogische Betreuung und vieles mehr, um die Zeit der Isolation zu erleichtern. Der kleine Henry gehört zu jenen, die es geschafft haben.

Samstag, 08.12.2018, 10:00 Uhr
Heute können sie alle bei Henrys Nachuntersuchung lachen: Kinderonkologin Dr. Heike Thorer (l.), Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt, die die Knochenmarktransplantation bei dem Kleinen vornahm, und dessen Vater Ingo Arens. Vor zwei Jahren hing Henrys Leben indes am seidenen Faden.
Heute können sie alle bei Henrys Nachuntersuchung lachen: Kinderonkologin Dr. Heike Thorer (l.), Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt, die die Knochenmarktransplantation bei dem Kleinen vornahm, und dessen Vater Ingo Arens. Vor zwei Jahren hing Henrys Leben indes am seidenen Faden. Foto: Matthias Ahlke

Als Henry elf Wochen alt ist, werden seine Eltern mit einer Diagnose konfrontiert, die ihre Welt auf den Kopf stellt: HLH, eine seltene Erkrankung des Immunsystems, die dramatisch und schnell verläuft und zum Tode führt, wenn nicht sofort gehandelt wird. Heilungschancen verspricht nur eine Knochenmarktransplantation (KMT).

In der bangen dreimonatigen Wartezeit erhält Baby Henry seine erste Chemotherapie. „Man wird herausgerissen aus seinem normalen Leben und fühlt sich wie auf einem anderen Planeten“, blickt seine Mutter, Ann Kathrin Arens, zurück. Dass Henry und andere Patienten sowie deren Familien die Zeit auf der Isolierstation des Knochenmarktransplantationszentrums gut überstehen, dafür sorgt der Freundeskreis KMT Münster.

Schöne Erlebnisse sind wichtig

Er finanziert unter anderem Spielzeug, das den Anforderungen an eine keimfreie Umgebung genügt, eine halbe Erzieherstelle oder ein Spezialkostüm für den Klinikclown, das im Vorraum neben der Schutzkleidung hängt, ohne die kein Besucher auf die KMT-Station darf. Für den Heilungserfolg sind diese Dinge, „die den Patienten Ablenkung und schöne Erlebnisse bieten, wichtige Anker“, unterstreicht Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt, die Henry transplantiert hat.

„Besonders hart war, dass ich unser Kind wegen eines grippalen Infekts eine Woche lang nicht sehen durfte“, erzählt seine Mutter. „Abgepumpte Muttermilch bekam Henry über eine Magensonde.“ Da das Immunsystem nach der Knochenmarktransplantation auf null gefahren wird, um das Abstoßen der Spenderzellen zu verhindern, können selbst Erkältungskeime lebensgefährlich werden, erklärt Burkhardt. Eine gesamte Etage im KMT-Zentrum beherbergt daher spezielle Lüftungstechnik.

Die Projekte der WN-Spendenaktion 2018

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  • Unseren Mitmenschen helfen - besonders jenen, die in einer akuten Notsituation sind: Das ist der Leitgedanke der WN-Spendenaktion.  Wir stellen Ihnen alle vier Projekte aus Münster vor. 

    Foto: diverse
  • Weiterbildung und gesellschaftliche Teilhabe - davon sind Menschen mit Behinderung oft ausgeschlossen. Um sich weiterzubilden und gegenseitig zu bestärken, gibt es das Fabi-Bildungsprogramm "Menschen mit Behinderung bilden sich weiter" der Evangelischen Familienbildungsstätte. Es setzt darauf, dass die Teilnehmer des Projektes nicht nur selbst lernen, sondern mit dem erlangten Wissen selbst Kurse für andere Betroffene durchführen können, so wie Thomas Wendt (rechts), der Co-Leiter eines Tanzkurses ist.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das Angebot des Projektes ist groß. Es geht um Gesundheit, Sport, Ernährung, Computer, Reisen oder Kultur – die Liste ist lang. Inklusion ist kein Konzept, sondern eine Haltung, so Barbara Stober, Vorsitzende des Trägervereines. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Familienbildungsstätte
  • Wenn die Krankheit einen Menschen langsam in den Tod begleitet, dann haben die meisten einen letzten Wunsch. Doch wie kommt man als todkranker Krebspatient aus dem Krankenhaus in das Stadion seines Lieblings-Fußballvereines? Oder ans Meer? Oder ein letztes mal nach Hause? Zu diesem Zweck gibt es die Wünschewagen-Hotline des Arbeiter-Samariter-Bundes: um Menschen das vielleicht letzte mal glücklich zu machen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Erfüller der Wünsche arbeiten ehrenamtlich, sie benötigen eine Schulung und Ausstattung. So entstehen pro Jahr für jeden Mitarbeiter Kosten in Höhe von etwa 1500 Euro. Um das Team auf 120 Mitarbeiter aufstocken zu können, um noch mehr Menschen den letzten Wunsch zu erfüllen, ist der Wünschewagen auf Spenden angewiesen. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: ASB
  • Bis vor nicht allzu langer Zeit galt Lublin als eine der ärmsten Regionen in der EU. Zwar sieht das mittlerweile anders aus, dennoch fehlt es vielerorts gerade im sozialen Bereich. Um das zu ändern, stärkt Münster die Region durch eine Städtepartnerschaft. Verantwortlich dafür ist auch der Förderverein Münster-Lublin, der lokale Projekte unterstützt. 

    Foto: privat
  • Neben einem Heim für obdachlose Frauen und alleinerziehende Mütter möchte der Verein nun mit Hilfe der Evangelischen Kirchengemeinde drei weitere soziale Projekte unterstützen: ein Kinderhospiz und zwei Schulen, eine für gehörlose, die andere für blinde Schüler. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Einrichtung
  • Nach einer erfolglosen Chemotherapie stellt eine Knochenmarktransplantation für Krebspatienten oft die letzte Hoffnung dar. Mit der Transplantation geht aber auch eine wochenlange Isolation einher. Der Freundeskreis KMT Münster setzt sich dafür ein, diese Zeit so erträglich wie möglich zu gestalten.

    Foto: Freundeskreis KMT Münster
  • Das Transplantationszentrum in Münster soll um 20 Zimmer erweitert werden. Der Freundeskreis KMT Münster sammelt Spenden für neue Laborgeräte, Trainingsgeräte, E-Book-Reader und Spezialfernseher, die das Immunsystem der Patienten nicht beeinträchtigen. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Matthias Ahlke

Freude stärkt Immunsystem

In dieser Ausnahmesituation versucht Henrys Vater, sich nicht von Emotionen wegreißen zu lassen, hält sich an statistischen Überlebenschancen fest. 50 Prozent, dass es ein Kind mit der Krankheit HLH überhaupt bis zur Transplantation schafft, zehn Prozent, dass eine Behinderung bleibt. Ingo Arens: „Die Krankheit ist so monströs.“ Nach der Knochenmarktransplantation kommt die zermürbende Zeit des Wartens, ob die Spenderzellen anwachsen. Jedes positive neue Blutbild ist ein Meilenstein auf dem Weg in ein neues Leben.

Zur Genesung sind die Patienten auf die Leistungen der Ärzte und Pflegekräfte angewiesen, „brauchen aber auch mentale Stärke“, unterstreicht Dr. Manfred Gotthardt vom Freundeskreis KMT Münster, der das KMT-Zentrum mit Spenden auf vielfältige Weise unterstützt. So bekomme jedes Kind bei der Aufnahme eine handgenähte Stoffpuppe namens Trudi an seine Seite und einen Adventskalender der besonderen Art, der jeden Tag neue Motivation biete, auch noch die letzten 24 Tage im Isolierzimmer durchzustehen. Hinter jedem Türchen steckt eine Spielzeugüberraschung. „Die Freude ist jedes Mal groß“, weiß Gotthardt. Und Freude stärkt nicht zuletzt das Immunsystem der Patienten.

Zum Thema

► Projekte: Wünschewagen (Wunscherfüllung für Schwerkranke), Knochenmarkzentrum (20 neue Patientenzimmer), Lublin (Hilfe für Kinder und Jugendliche in Lublin), Bildung + Behinderung (gleichberechtigte Teilhabe am Leben)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Spendenquittung: ab 200 Euro automatisch (Adresse angeben)

► Namensnennung: Wer mit der Veröffentlichung seines Namens einverstanden ist, trägt bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Infos unter www.wn.de/service/datenschutz.

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