Gefahr durch Brandverletzungen
Verbrennungen bei Kindern

Münster -

Kleine Kinder können häufig nicht abschätzen, wo die Gefahren von Verbrennungen für sie lauern. Das ist besonders schlimm, weil gerade für Kinder Verbrennungen extrem gefährlich sind, wie leitende Ärzte des UKM verdeutlichen.

Freitag, 07.12.2018, 21:00 Uhr
Wenn Kinder sich verbrennen, ist häufig Eile geboten. In einigen Fällen ist der Rettungshubschrauber die letzte Chance. Die „Wackelzahnkinder“ der Kindertagesstätte St. Theresia bekamen am Freitag im Zuge eines Aktionstages neben einer Brandschutzschulung auch den Rettungshubschrauber am UKM gezeigt.
Wenn Kinder sich verbrennen, ist häufig Eile geboten. In einigen Fällen ist der Rettungshubschrauber die letzte Chance. Die „Wackelzahnkinder“ der Kindertagesstätte St. Theresia bekamen am Freitag im Zuge eines Aktionstages neben einer Brandschutzschulung auch den Rettungshubschrauber am UKM gezeigt. Foto: Björn Meyer

Es geschieht in Sekundenbruchteilen, die Folgen währen häufig ein Leben lang: Am Tag des brandverletzten Kindes (7. Dezember) hat das Universitätsklinikum Münster (UKM) auf die für Kinder große Gefahr von Verbrennungen hingewiesen.

„Verbrennungen gehören zu den schwersten Verletzungen, die ein Mensch erleiden kann“, erklärt Professor Tobias Hirsch, der neue Leiter der Sektion Plastische Chirurgie am UKM. Und Verbrennungen, so Hirsch, seien gerade für Kinder besonders gravierend. „Kinder sind klein, deshalb sind bei Verbrennungen schnell mehr Prozent der Körperoberfläche betroffen“, umreißt Professor Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, die Auswirkungen.

„Schon eine Kaffeetasse reicht aus, um 20 Prozent der Körperoberfläche zu verbrühen“, geht Professor Hirsch ins Detail. „Da das bei Kindern in der Regel von oben geschieht, sind häufig Gesicht und Dekolleté betroffen.“

Aufklärung und Sensibilisierung

Die Folge seien einerseits entstellende Narben. Zudem könne es sein, dass „wir ein Leben lang operieren müssen“, so Hirsch. Denn verbrannte Haut könne sich nicht mehr ausdehnen, folglich komme es, gerade bei Verbrennungen über Gelenken, auch zu Bewegungseinschränkungen.

Laut Paulinchen e.V., einer Initiative, die Familien mit brandverletzten Kindern hilft, müssen jährlich mehr als 30 000 Kinder mit Verbrennungen ärztlich versorgt werden, 6000 davon stationär. Dreiviertel dieser Kinder seien jünger als fünf Jahre, in einem Alter also, in dem sie die Gefahren nicht selber einschätzen könnten, sagt Professor Hirsch.

Er sieht daher in der Aufklärung und Sensibilisierung einen wichtigen Baustein, um Verbrennungen vorzubeugen. „Gerade in der Weihnachtszeit häufen sich Verbrennungen. Wir möchten daher auch darauf hinweisen, wie wichtig Löschmittel an Weihnachtsbäumen und Adventskränzen sind“, sagt Hirsch.

Zahl der Brandverletzungen sinkt

Immerhin: Die Zahl der schweren Brandverletzungen bei Kindern ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. „Das hat vor allem etwas damit zu tun, dass viele Eltern auf Gasgrills umsteigen“, erklärt Hirsch. Durch Kohlegrills, gerade in Verbindung mit Spiritus, komme es dagegen immer wieder zu schweren Unfällen.

„Auch Wärmflaschen gehören nicht in Kinderhände. Bei uns in der Kinderklinik gibt es sie nicht mehr“, macht Professor Omran auf Gefahren neben Herd, Grill und Wasserkocher aufmerksam.

Wie wichtig das Thema ist, wird in seinem nächsten Satz klar: „Verbrennungen sind sehr schmerzhaft. Betroffene Kinder leiden ex­trem.“

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