Kuhlisch empfängt islamische Gruppe
Fragwürdiges Treffen im Polizeipräsidium

Münster -

Polizeipräsident Hajo Kuhlisch hat im Präsidium Mitglieder eines islamischen Zentrums empfangen, das als Plattform für Anhänger der islamistischen Hisbollah gilt und seit mehr als 20 Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Polizei-Sprecher Roland Vorholt hat das Treffen gegenüber unserer Zeitung verteidigt.

Samstag, 08.12.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2018, 11:19 Uhr
Polizeipräsident Hajo Kuhlisch
Polizeipräsident Hajo Kuhlisch Foto: Oliver Werner

Polizeipräsident Hajo Kuhlisch hat im Präsidium am Friesenring Mitglieder eines islamischen Zentrums empfangen, das als Plattform für Anhänger der islamistischen Hisbollah gilt und seit mehr als 20 Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Die „Mahdi AG“, eine Gruppe, die zum Hiltruper Imam-Mahdi-Zentrum gehört, postete nach dem Treffen ein Gruppenfoto mit Kuhlisch auf ihrer Facebook-Seite. Der Abend sei „nett“ gewesen, es habe einen „fruchtbaren Austausch“ gegeben. Polizeisprecher Roland Vorholt hat das Treffen gegenüber unserer Zeitung verteidigt.

Polizeipräsident verteidigt Treffen

Das Imam-Mahdi-Zen­trum taucht seit Jahren im Bericht des NRW-Verfassungsschutzes auf. In der aktuellen Ausgabe heißt es, dass es eine Begegnungsstätte für Hisbollah-Anhänger sei. Nach wie vor fordere die Hisbollah die Vernichtung Israels, zudem wolle sie Jerusalem unter „islamische Herrschaft“ bringen. „Um diese Ziele zu erreichen, bedient sich die Hisbollah auch terroristischer Mittel“, so der Verfassungsschutz.

Darf sich ein Polizeipräsident mit Vertretern einer solchen Moschee treffen? Polizeisprecher Vorholt betont, dass das Zentrum natürlich der Polizei bekannt sei. Zugleich sei es aber auch „polizeilich völlig unauffällig“. Die Mitglieder engagierten sich im Christlich-Islamischen Arbeitskreis und im Integrationsrat. „Eine Ablehnung des Gesprächswunsches der überwiegend in Deutschland geborenen und integrierten jungen Menschen wäre im Sinne einer friedlichen Koexistenz nicht förderlich“, so Vorholt, der betont, dass die „Mahdi AG“ um das Treffen gebeten habe.

Fotos seien „nicht gut“

Das NRW-Innenministerium bestätigte am Freitag, dass es bereits ein Gespräch mit Kuhlisch gegeben habe. Es sei „nicht gut“, dass er sich mit dieser speziellen Gruppe fotografieren ließ, so ein Sprecher. „Man weiß nie, wie solche Fotos mit hochrangigen Repräsentanten der Polizei genutzt oder gar instrumentalisiert werden.“

Vor drei Jahren hatte Kuhlisch ein islamisches Kulturzentrum am Meßkamp besucht. Danach wurden Verbindungen des Zentrums in die salafistische Szene bekannt. Vorholt betont, dass sich Kuhlisch nach Bekanntwerden der Vorwürfe „sofort“ von dem Treffen distanziert habe. Ein Foto mit ihm, das das Kulturzentrum im Internet gepostet hatte, „gibt es nicht mehr im Netz“.

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