Unterbringung in Psychiatrie
Gericht rollt Prozess neu auf

Münster -

Der Prozess gegen den stadtbekannten Müllsammler aus Kinderhaus wird vom Landgericht bald wieder aufgerollt. Es geht für den Mann dabei um eine sehr schwerwiegende Maßnahme.

Montag, 17.12.2018, 10:00 Uhr aktualisiert: 17.12.2018, 15:20 Uhr
 
  Foto: dpa

Das Landgericht Münster wird innerhalb der nächsten sechs Monate den Prozess gegen den Mann aus Kinderhaus erneut aufrollen, der nach der Hauptverhandlung im Amtsgericht (wie berichtet) am Dienstag vorerst in einer psychiatrischen Klinik zwangsweise untergebracht wurde. In „Haftsachen“, und dazu gehört formell die Zwangsunterbringung in der Psychiatrie, gilt nach dem Gesetz Eilbedürftigkeit. „Es ist gut möglich, dass der Prozess auch früher als nach sechs Monaten beginnt“, so ein Sprecher des Landgerichts.

Bei der Verhandlung wird es darum gehen, ob der 54-Jährige, der jahrelang imGarten seines Reihenhauses in Kinderhaus Unmengen von Müll auftürmte und seine Nachbarn fortgesetzt schwer bedrohte und beleidigte, unbefristet in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird. Eine solche schwerwiegende Maßnahme kann nicht vom Amtsgericht verhängt werden, das den Fall jetzt detailliert verhandelt hatte.

Die Beweisaufnahme mit der Aussage von Zeugen werde bei dem neuen Prozess erneut stattfinden, so der Sprecher des Landgerichts. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist der Mann psychisch krank und eine Gefahr für andere.

Wird jemand unbefristet in einer psychiatrischen Klinik zwangsuntergebracht, kehrt sich die Beweislast um. Will er jemals wieder die Klinik verlassen, muss er nachweisen, dass er keine Gefahr mehr für andere darstellt. Er hat in regelmäßigen Abständen das Recht auf eine neue Begutachtung.

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