Unterstützung geht weiter
50 Jahre Aktion Kinderhilfe Münster

Münster -

Eigentlich war es immer Anliegen des Vereins Kinderhilfe Münster, sich selbst überflüssig zu machen – die Partner in den Ländern seiner Hilfsprojekte für Kinder fit zu machen für die Selbsthilfe. Das hat nicht geklappt, der Verein existiert mittlerweile seit 50 Jahren.

Donnerstag, 27.12.2018, 09:00 Uhr
Ordensschwester Maria Goretti kümmert sich um das Projekt „Traum der Aline“ in Sao Luis in Brasilien.
Ordensschwester Maria Goretti kümmert sich um das Projekt „Traum der Aline“ in Sao Luis in Brasilien. Foto: Kinderhilfe

Eindrucksvolle Zahlen legt die Aktion Kinderhilfe Münster e.V. vor. In den 50 Jahren seit der Gründung des Vereins sind mehr als sechs Millionen Euro in zahlreiche Projekte geflossen, die die Situation von Kindern und Jugendlichen verbesserten. Hermann Bröcker , Vorsitzender der Kinderhilfe, freut sich über die beachtliche Bilanz „einer rein ehrenamtlichen Arbeit“, wie er betont. Die Kinderhilfe ist in den besten Jahren – und es geht weiter mit der Hilfe, das sei das Signal der Gruppe.

Natürlich würden sich Hermann Bröcker und seine Frau Petra Bröcker , die als Pressesprecherin im Vorstand mitwirkt, noch mehr jüngere Mitglieder wünschen, die bei der Leitung des verein mitarbeiteten. Trotzdem geht es mit der Arbeit weiter, sagt das Ehepaar, das einem Aktionskomitee mit insgesamt elf Mitgliedern und damit dem aktiven Mittelpunkt des Vereins angehört. Bröckers freuen sich, dass dem Verein knapp 200 Mitglieder treu sind und rund 250 regelmäßige Spender angehören.

Enormes Wachstum

Die Liste der Projekte, die die Kindernothilfe Münster seit ihrer Gründung unterstützt hat, ist im Laufe der 50 Jahre enorm gewachsen. Als sich der Verein 1968 noch unter dem Namen „Terre des Hommes“ traf, war das Ziel, ein Friedensdorf in Münster zu bauen, um Kindern aus kriegsgefährdeten Ländern eine Heimat zu bieten, erzählt der Vorsitzende. 1969 trennte sich der Kreis von „Terres des Hommes“ und führte seine Arbeit als Kinderhilfe weiter.

Ein Jahr später stieß Barbara Hümer zum Vorstand, die 1978 den Vorsitz übernahm und als Motor der Initiative bis zum Jahr 2011 tätig war.

Immer wieder kümmerte sich die Kinderhilfe um die Förderung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen vor Ort unter anderem in Brasilien und Bolivien. Seit 1976 engagiert sich der Kreis aus Münster in Pithora in Indien und hilft, ein Waisenhaus, einen Kindergarten und eine Schule zu errichten.

Hilfe nur da, wo das Geld auch ankommt

„Alle Projekte sind uns persönlich bekannt“, darauf legt Petra Bröcker allergrößten Wert. Zwar würden sie als Verein oft Anfragen bekommen mit der Bitte um Hilfe, doch die Kinderhilfe engagiere sich nur dort, sagt Hermann Bröcker, wo sie wisse, dass das Geld auch tatsächlich ankommen würde.

Seit 1995 wird beispielsweise auch immer wieder das Projekt Oqarikuna in Bolivien unterstützt, dessen Leitung in den Händen von Brigitte Pleyer aus Österreich liege. Sie betreibt dort ein Kinderheim für Jungen und habe zur Finanzierung des Projektes einen Bauernhof, eine kleine Molkerei, eine Schreinerwerkstatt sowie eine Tankstelle errichtet. „Wir haben alle Maßnahmen finanziell unterstützt“, bilanziert Hermann Bröcker die Unterstützung.

Keinen Cent zu viel

Alle zwei Monate trifft sich das Aktionskomitee der Kinderhilfe, um sich einen Überblick über die Maßnahmen zu verschaffen, um Anträge zu prüfen und um neue Aktionen anzustoßen. Bei allem bedenken die Aktiven, keinen Cent zu viel auszugeben.

Groß war darum auch die Freude, als die Leser unserer Zeitung sich bei einer Weihnachtsspendenaktion für die Kinderhilfe spendabel zeigten. Damit wurde in Sao Luis in Brasilien ein Haus für Mädchen errichtet, die dort eine schulische Ausbildung bekommen und auch beruflich qualifiziert werden.

Eine Utopie

In allen Jahren spielten persönliche Kontakte zu verschiedenen Ordens- und Entwicklungshelfern vor Ort eine Rolle. Als der Verein 40 Jahre alt wurde, schwebte den Aktiven vor, dass die einheimischen Helfer irgendwann ohne ihre Hilfe auskommen würden. „Eigentlich möchten wir als Verein keine 50 Jahre mehr alt werden, denn unser Ziel ist es, Maßnahmen vor Ort von Spenden unabhängig zu machen“, betonte damals Petra Bröcker.

Sie wusste aber, wie sie sagt, dass dies wegen der ungerechten Welthandelsstrukturen eine Utopie sein werde. Sie behielt recht. Jetzt ist der münsterische Verein 50 geworden – und seine Hilfe ist vor Ort immer noch notwendig. Darum verzichtet die Kinderhilfe Münster auch auf eine Jubiläumsfeier. Das Geld, sagt ihr Vorsitzender Hermann Bröcker, soll in Projekte einfließen.

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