Politik fordert ein Gesamtkonzept
Unzufriedenheit über Fahrradstraßen

Münster -

Beim Thema Fahrradstraßen ist die Unzufriedenheit in Münster groß. Das musste jetzt auch die Stadtverwaltung mit ihrem Vorschlag für die Wilhelmstraße erfahren.

Mittwoch, 16.01.2019, 19:00 Uhr
Fahrradstraßen gibt es in Münster, doch ein Gesamtkonzept dafür fehlt, wie die Politik bemängelt. 
Fahrradstraßen gibt es in Münster, doch ein Gesamtkonzept dafür fehlt, wie die Politik bemängelt.  Foto: Klaus Möllers

Nach geplanten Kanalbauarbeiten an der Wilhelmstraße zwischen Einsteinstraße und Orléans-Ring soll auf dem 500 Meter langen Stück eine Fahrradstraße eingerichtet werden . Schon jetzt gilt dort Tempo 30. In Spitzenzeiten befahren diesen Abschnitt laut Verkehrszählung 580 Radfahrer und rund 200 Kraftfahrzeuge in der Stunde. Doch in der Bezirksvertretung Mitte fand der Vorschlag der Stadtverwaltung, eine Fahrradstraße einzurichten, wegen eines Stimmenpatts – Grüne/Linke dafür, CDU /FDP dagegen bei Enthaltung der SPD – keine Mehrheit.

Ein Spiegelbild der allgemeinen Stimmungslage formulierte SPD-Fraktionschefin Marita Otte: „Wir begrüßen grundsätzlich Fahrradstraßen in der Stadt.“ Aber man vermisse ein Gesamtkonzept, sagte Otte unter Verweis auf Probleme auf den entsprechend ausgewiesenen Strecken wie Schiller- und Goldstraße. Man wolle keine schnellen Ad-hoc-Vorschläge. Ähnlich sah es Gerwin Karafiol (Grüne): „Wir brauchen dringend ein Konzept zur Vernetzung von Fahrradwegen.“ Und Dr. Linus Tepe betonte für die CDU: „Wir beklagen schon seit Langem, dass ein Gesamtkonzept fehlt.“

Der CDU-Bezirksvertreter war es auch, der für den Fall der Ausweisung der Wilhelmstraße für Radler allenfalls die um 350.000 Euro günstigere Reduktionsvariante mittragen wollte. Die Stadtverwaltung hatte in der Ursprungsberechnung Kosten von 1,25 Millionen Euro veranschlagt. In beiden Varianten enthalten: Die vom Rat beschlossene Rotfärbung. Kostenpunkt an der Wilhelmstraße: 110.000 Euro. Jetzt muss der Planungsausschuss am 7. Februar entscheiden, wie es weitergeht.

Regeln auf Fahrradstraßen

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  • Was ist denn eine Fahrradstraße? Mit diesem Schild können viele Verkehrsteilnehmer wenig anfangen. 1997 wurden durch die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Fahrradstraßen festgelegt:

    Foto: dpa
  • Als Fahrradstraßen werden Straßen bezeichnet, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind.  Sie sollen Vorteile gegenüber dem Kfz-Verkehr schaffen und so auch zu mehr Sicherheit für Radfahrer führen.

    Foto: Jan Hullmann
  • In Deutschland ist die Nutzung einer solchen Fahrradstraße dem Radverkehr vorbehalten. Radfahrer dürfen hier auch nebeneinander fahren.

    Foto: Michael Grottendieck
  • Soll die Straße auch durch andere Fahrzeuge befahren werden, muss dies durch Zusatzzeichen ausgeschildert sein. So kann zum Beispiel der Autoverkehr für Anlieger oder nur in eine Richtung erlaubt sein.

    Foto: Jan Hullmann
  • Radfahrer haben auf einer Fahrradstraße Vorrang vor Autos und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“.

    Foto: Jan Hullmann
  • Andere Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass ein Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Das gilt insbesondere auch für Überholvorgänge. Dabei muss ein ausreichender Seitenabstand - laut Rechtsprechung mindestens  1,5 Meter - eingehalten werden.

    Foto: Tobias Denne (Archiv)
  • Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen  immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt darüber hinaus immer 30 km/h. Darauf weist auch dieses Schild am Lindberghweg in Münster hin.

    Foto: Stadt Münster (Archiv)
  • Zu den zwölf bestehenden Fahrradstraßen in Münster sollen noch zehn weitere hinzukommen.

    Foto: Martin Kalitschke, Grafik: Jürgen Christ
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