Raubprozess vor dem Landgericht
Drogenhändler muss für fünf Jahre hinter Gitter

Münster -

Am Ende eines ebenso umständlichen wie langwierigen Verfahrens stand ein klarer Schuldspruch: Ein 22-jähriger Dealer aus Ascheberg muss für fünf Jahre hinter Gitter.

Mittwoch, 30.01.2019, 17:26 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 18:36 Uhr
 
  Foto: dpa

Wegen schweren Raubes und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hat das Landgericht einen in Ascheberg wohnenden Drogendealer zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, aber der 22-Jährige bleibt in Untersuchungshaft.

Mit dem Urteil blieb die neunte Strafkammer nach Angaben eines Gerichtssprechers unter dem Antrag des Staatsanwalts, der sieben Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigerin hatte auf eine zweijährige Freiheitsstrafe und die Außervollzugsetzung des Haftbefehls plädiert.

Die Drogengeschäfte des Angeklagten sind unbestritten. Der junge Mann arabischer Herkunft hat im Umfeld des münsterischen Hauptbahnhofs gedealt. Fünf Fälle wurden ihm nachgewiesen, in einem Fall ging es um eine „nicht geringe Menge“.

Zu Fall brachte ihn die Anzeige eines Kunden, der selbst in Drogengeschäfte verwickelt war. Dieser Kunde hatte eine größere Menge Marihuana gekauft, war aber einen Teil des Kaufpreises schuldig geblieben. Eine zwischenzeitliche Haftstrafe der beiden Beteiligten verzögerte die Abwicklung. Als man sich Ende Juli 2018 zufällig in Begleitung einiger Freunde vor dem münsterischen Hauptbahnhof wieder begegnete, standen immer noch ein paar Hundert Euro im Raum.

Das Gericht sieht es nun als erwiesen an, dass der Angeklagte seinem früheren Kunden bei dieser Gelegenheit unsanft das Portemonnaie abnahm. Dabei soll ein bedrohliches Messer im Spiel gewesen sein. Das Opfer ging damals umgehend zur Polizei.

Im Verlauf des unerwartet langen Verfahrens war es immer wieder zu widersprüchlichen Aussagen gekommen – was sogar in der Entlassung eines weiteren Beschuldigten aus der Untersuchungshaft gipfelte. Dass das Opfer jedoch tatsächlich beraubt wurde, steht nach Überzeugung der Kammer außer Frage. In seinem Schlusswort sprach der Angeklagte von einem „großen Fehler“, den er bereue.

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