Das Wachstum verlangsamt sich
Erfahrungsbericht der Stadt zum Busverkehr in Münster

Münster -

Der Busverkehr in Münster boomt, aber nicht mehr ganz so stark wie vor einigen Jahren.

Mittwoch, 20.02.2019, 13:00 Uhr
Der Hauptbahnhof ist unverändert die wichtigste Umsteigemöglichkeit auch für den Busverkehr. Das gilt auch für die neuen Ringbuslinien 33 und 34.
Der Hauptbahnhof ist unverändert die wichtigste Umsteigemöglichkeit auch für den Busverkehr. Das gilt auch für die neuen Ringbuslinien 33 und 34. Foto: Matthias Ahlke

In der wachsenden Stadt Münster wächst auch der Busverkehr unaufhaltsam. Von 2011 bis 2018 stieg die Zahl der Fahrgäste von knapp 32 Millionen auf 46 Millionen. Das sind 14 Millionen mehr.

2016 wurden im Rahmen des 3. Nahverkehrsplanes, wie das Konzept offiziell heißt, zahlreiche Veränderungen im Busverkehr umgesetzt. Jetzt hat die Stadtverwaltung einen Erfahrungsbericht dazu vorgelegt und hält fest: „Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Attraktivität des Stadtbussystems durch die umgesetzten Maßnahmen gewonnen hat.“

Fahrgastzahlen

Diese Bewertung ist nicht falsch. Wenn man sich die Zahlen genauer anguckt, ist sie aber auch nicht ganz richtig. Denn während im Jahr vor der Umstellung noch eine Steigerung um 3,5 Millionen Fahrgäste registriert wurde, waren es im Jahr nach den Umstellungen „nur“ 200.000, im Folgejahr dann 700.000.

Bei kritischer Bewertung könnte man nun sagen, dass die Steigerung der Fahrgastzahlen mit der Umstellung an Dynamik verloren habe, bei positiver Herangehensweise lautet die Botschaft, dass die Umstellung dem Wachstum nicht geschadet habe.

Hauptbahnhof weiterhin wichtigste Ein- und Ausstiegsstation 

Die wichtigste Neuerung seinerzeit war die Einrichtung einer Ringlinie. Sie wird zwei Jahre nach ihrer Einführung von durchschnittlich 4650 Fahrgästen pro Werktag genutzt. Die mit Abstand wichtigste Ein- und Ausstiegsstation ist der Hauptbahnhof. Stark angenommen wird auch die neue Haltestelle am Fran­zis­kus-Hos­pital, gut frequentiert ist auch der Teilbereich zwischen Lub­linring und Coesfelder Kreuz. In den Spitzenstunden wurde ein Zehn-Minuten-Takt angeboten, was – so die Analyse – übertrieben war.

Mit der nächsten Umstellung Ende April gibt es einheitlich einen 15-Minuten-Takt. Dann verzichtet die Ringlinie auch darauf, den Hansaring zu befahren. Sie steuert vom Hauptbahnhof den Ring über die Wolbecker Straße an. Umstritten war seinerzeit die Taktausdünnung in Handorf, die von den Linien 2 und 10 bedient werden. Hier blieb das Fahrgastaufkommen mit 2500 Busnutzern am Tag konstant, wie es in dem Bericht weiter heißt. In dem benachbarten Stadtteil Gelmer ist sogar eine Steigerung beim Busverkehr erkennbar.

Der Erfahrungsbericht bietet auch eine erste Möglichkeit, auf die Verknüpfung von Bus und Bahn an dem neuen Bahnhaltepunkte Roxel einzugehen. Von den 250 Fahrgästen, die die Bushaltestelle Roxeler Bahnhof pro Tag nutzen, sind rund 100 Bus-Bahn-Umsteiger.

Auch im Umlandverkehr kündigt sich eine Änderung an. Ab Ende April gibt es auf der Linie R72 einen 20-Minuten-Takt nach Altenberge.

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