Fachtag zum Thema Cybermobbing
Ein Werkzeugkoffer gegen Hetze im Netz

Münster -

Cybermobbing ist ein Problem – besonders an Schulen. Deshalb fand am Dienstag ein Fachtag für Lehrer zu dem Thema statt. Die 60 Teilnehmer bekamen das nötige Rüstzeug, um dem Phänomen fachgerecht zu begegnen.

Dienstag, 19.02.2019, 22:00 Uhr
Organisierten den Fachtag zum Thema Cybermobbing: David Krützkamp (r.) und Johannes Benedix vom Lebenshilfe-Projekt Netzstecker zusammen mit Lioba Pulinski von der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt.
Organisierten den Fachtag zum Thema Cybermobbing: David Krützkamp (r.) und Johannes Benedix vom Lebenshilfe-Projekt Netzstecker zusammen mit Lioba Pulinski von der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt. Foto: Pjer Biederstädt

Verunglimpfende Bilder im Internet, furchteinflößende Kettenbriefe auf dem Handy, fiese Hassbotschaften auf Facebook – jeder fünfte Jugendliche gibt laut einer Studie zur Mediennutzung an, schon einmal Opfer von Cybermobbing gewesen zu sein. Unter dem Phänomen leiden Kinder und Jugendliche vor allem in der Schule. Deshalb haben die Lebenshilfe Münster (Projekt Netzstecker), die Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt und die Arbeitsgemeinschaft Medien Münster am Dienstag einen Fachtag für Lehrer zu dem Thema veranstaltet.

Im Schulalltag könne man Cybermobbing vom Pult aus nicht so leicht erkennen, sagt Mathias Fleischmann am Rande der Tagung. Schließlich sei man nicht Teil der Schüler-Chats auf Whatsapp, Facebook und Co, erklärt der Lehrer des Steingymnasiums. Kein Wunder, schließlich habe sich das Mobbing an Schulen vom physischen in den digitalen Raum verlagert und sei so weniger sichtbar, sagen die Fachtag-Organisatoren David Krützkamp und Johannes Benedix vom Lebenshilfe-Projekt Netzstecker. Um den 60 Teilnehmern aus allen Schulformen dennoch einen „Werkzeugkoffer“ für den Umgang mit Cybermobbing an die Hand zu geben, haben Fachreferenten aus verschiedenen Disziplinen die Strukturen des Phänomens mit Vorträgen und Workshops aus pädagogischer, rechtlicher und psychologischer Perspektive beleuchtet. „Es macht Sinn, sich mit dem Thema konzeptionell auseinanderzusetzen, um fachgerecht intervenieren zu können“, urteilt Linus Kellersmann, Lehrer am Anne-Frank-Berufskolleg, nach der Hälfte des Fortbildungsangebots.

Dr. Eva-Maria Schiller, geschäftsführende Leiterin des Münsteraner Beratungslabors und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der WWU Münster, hielt vor den 60 Teilnehmern einen Vortrag mit dem Titel „Cybermobbing in der Schule wirksam begegnen: Evidenzbasierte Präventions- und Interventionsmaßnahmen aus der Perspektive aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse“.

Dr. Eva-Maria Schiller, geschäftsführende Leiterin des Münsteraner Beratungslabors und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der WWU Münster, hielt vor den 60 Teilnehmern einen Vortrag mit dem Titel „Cybermobbing in der Schule wirksam begegnen: Evidenzbasierte Präventions- und Interventionsmaßnahmen aus der Perspektive aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Foto: Pjer Biederstädt

An der Realschule Wolbeck ist ein solches Konzept bereits Teil des Schulalltags. Seit sieben Jahren arbeitet die Schule mit einem Konzept, bei dem Schüler als Cybermobbing-Beauftragte fungieren. „Das ist ein starkes, sich durch die Schüler stets selbst renovierendes Netzwerk, das Interventionsmöglichkeiten und Prävention bietet“, sagt Markus Weweler, Konrektor der Realschule Wolbeck und Referent beim Fachtag. Das Interesse der Kollegen an dem Konzept der Wolbecker Vorreiter zeigt, dass das Thema aktueller ist denn je.

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