Verkehrsplaner wandern in ein anderes Amt
Denstorff will „Mobilität aus einer Hand“

Münster -

Die städtischen Verkehrsplaner in Münster arbeiten ab dem 1. April nicht mehr im Stadtplanungsamt, sondern im Tiefbauamt. Was hat es damit auf sich? Gehen vor sich hin dümpelnde Projekte wie die Velorouten jetzt schneller von der Hand?

Samstag, 02.03.2019, 09:00 Uhr
Stadtbaurat Robin Denstorff (l.) hat dem Stadtplanungsamt, hier Amtsleiter Christopher Festersen, die Verkehrsplanung entzogen.
Stadtbaurat Robin Denstorff (l.) hat dem Stadtplanungsamt, hier Amtsleiter Christopher Festersen, die Verkehrsplanung entzogen.

Eigentlich möchte Stadtbaurat Robin Denstorff darüber gar nicht reden, denn es handele sich um einen „behördeninternen Vorgang“. Gleichwohl bestätigte er auf Anfrage unserer Zeitung eine Umstrukturierung, die zum 1. April wirksam wird und über die in der Stadtverwaltung heftig diskutiert wird: Die rund 25 Mitarbeiter der Straßenplanungsabteilung, die derzeit dem Amt für Stadtplanung zugeordnet sind, werden dem Tiefbauamt unterstellt.

Die Relevanz dieser Entscheidung ist erheblich, da die Verkehrsplaner derzeit große Aufgaben vor der Brust haben. Sie reichen von einer Lösung der Verkehrsprobleme im Hansaviertel bis hin zu den Velorouten, die das schwarz-grüne Ratsbündnis errichten möchte.

In einem Amt gebündelt

Denstorff verspricht sich von der Neustrukturierung, dass Planung und Bau von Straßen künftig in einem Amt gebündelt seien, nämlich im Tiefbauamt. Bislang müssten separate Planungs- und Baubeschlüsse erfolgen, um ein Projekt voranzutreiben. „Ich möchte eine Mobilität aus einer Hand“, hält Denstorff dem entgegen.

Darüber hinaus sei es sein Ziel, das Stadtplanungsamt komplett vom Thema „Verkehr“ zu befreien, damit sich die Mitarbeiter auf die Planung neuer Baugebiete konzentrieren könnten.

Umzüge bleiben erspart

Bei den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung gibt es auch andere Erklärungen für den Vorgang. Es wird kolportiert, dass sich der altgediente Tiefbauamtsleiter Michael Grimm gegenüber dem erst seit Juni im Amt befindlichen Planungsamtsleiter Christopher Festersen durchgesetzt habe. Grimm habe schon lange ein Auge auf die Straßenplaner geworfen, heißt es weiter, habe sich aber nie gegenüber dem früheren, sehr einflussreichen Planungsamtsleiter Christian Schowe durchsetzen können.

Da beide Ämter in einem Gebäude sitzen, bleiben den Mitarbeitern Umzüge erspart. Gleichwohl ist die Betroffenheit groß, weil die Straßenplaner in dem neuen Amt verschiedenen Abteilungen zugeordnet werden.

Versetzung als Degradierung

Nicht wenige Mitarbeiter, so ein Betroffener, der nicht genannt werden möchte, würden die Versetzung weg vom Stadtplanungsamt als eine Degradierung empfinden, weil das Tiefbauamt im internen Vergleich als ein „träges Amt“ gelte.

Auch nach dem 1. April gibt es die angestrebte „Mobilität aus einer Hand“ nur in Teilen. Die Verkehrsabteilung des Ordnungsamtes ist nicht in die Umstrukturierung eingebunden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6434486?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Vermisstensuche erneut erfolglos - Sendener verschwand im Juni
Symbolbild
Nachrichten-Ticker