Karl-Josef Laumann zu Gast bei „Starke Pflege in Münster“
Minister wirbt für Pflege-Kammer

Münster -

Der NRW-Gesundheitsminister hat sich in einem Vortrag zur Situation der Pflege geäußert und dabei auch den Arbeitgebern klare Forderungen ins Stammbuch geschrieben.

Freitag, 08.03.2019, 21:00 Uhr
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (2.v.l.) mit den Organisatoren Andreas Lameck (l.) und Roland Weigel (r.) sowie Sozialdezernentin Cornelia Wilkens.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (2.v.l.) mit den Organisatoren Andreas Lameck (l.) und Roland Weigel (r.) sowie Sozialdezernentin Cornelia Wilkens. Foto: G.I.B./Joe Kramer

Eigentlich war der Impulsvortrag von NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann auf der Veranstaltung von „Starke Pflege in Münster“, einem Zusammenschluss verschiedener Pflegeträger, am Donnerstagabend direkt zu Beginn geplant. Doch der Minister verspätete sich.

Als er schließlich den Saal des Freiherr-von-Vincke-Gebäudes betrat, schüttelte Laumann ein paar Hände, wartete geduldig, bis er dran war – um dann in seiner ganz speziellen Art sofort zur Sache zu kommen. Bezüglich der von ihm geforderten Kammer für Pflegeberufe, die nach dem Vorbild der Industrie- und Handelskammer in NRW geschaffen werden soll, räumte er ein, er sei vom „Saulus zum Paulus geworden“.

Auf Augenhöhe zu anderen Berufen

Dieser Kammer sollen laut Laumann nach und nach auch staatliche Aufgaben übertragen werden. Er erinnerte daran, dass es für die Altenpflege darum gehe, auf Augenhöhe mit anderen Berufen zu kommen. „Der faire Lohn ist nichts anderes als der Tariflohn. Einseitig festgelegte Löhne sind nie faire Löhne.“ Zudem sei es wichtig, an die „Arbeitsbedingungen dranzugehen“, denn „Pflegende sind vernünftige Leute, die haben Alternativen“, schrieb Laumann den Arbeitgebern ins Stammbuch, dass man im Kampf um Arbeitskräfte nicht nur angekommen sei, sondern auch bleiben werde. Immer wieder garnierte Laumann seinen Vortrag mit süffisanten Anekdoten – die Kernaussage blieb eine fachlich ernste: „Pflege lebt auch davon, dass man Zeit hat.“

Laumann betonte, dass die Zuwanderung in der Pflege in NRW zunehmen werde. Man brauche dafür bei der Berufsanerkennung eine Willkommenskultur: „Und die haben wir derzeit nicht überall“, legte der Minister den Finger in eine Wunde und benannte als Beispiele einen Arzt aus Österreich, den man einen Sprachtest machen lassen wollte, und die Hauptschülerin aus dem Saarland, die man nicht auf einer Pflegeschule habe annehmen wollen.

Wenn man als Maschinenschlosser in NRW Minister werden kann, dann kann man ja wohl auch als saarländische Hauptschülerin auf eine Pflegeschule gehen.

Karl-Josef Laumann

Er habe den Verantwortlichen persönlich geschrieben: „Wenn man als Maschinenschlosser in NRW Minister werden kann, dann kann man ja wohl auch als saarländische Hauptschülerin auf eine Pflegeschule gehen.“ Das habe dann auch geklappt.

Er mahnte eindringlich, dass es wichtig sei, die positiven Aspekte des Berufs zu betonen. So sei etwa die Ausbildungsvergütung die zweithöchste in NRW. Mit einem Augenzwinkern beendete er seinen Vortrag. „Ich bin seit 36 Jahren mit einer Krankenschwester verheiratet. Und zu uns zum Tee kommen manchmal noch einige mehr. Die machen nicht den Eindruck, dass es sich um unglückliche Menschen handelt.“

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