Themenabend zum kolonialen Erbe
Von Völkerschauen zur Denkmalverhüllung

Münster -

In Münster finden sich an verschiedenen Orten Gedenken für Kolonialisten. Bereits in den 1980er Jahren sorgte das für Diskussionen - weil zu wenig der Opfer des deutschen Kolonialismus gedacht werde. Hintergründe thematisiert am Donnerstag (21. März) Philipp Erdmann.

Dienstag, 19.03.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 15:25 Uhr
Das Ketteler-Denkmal im Schlossgarten 1916.
Das Ketteler-Denkmal im Schlossgarten 1916. Foto: Stadt Münster

Im März 1902 verhandelten die Stadtverordneten einen „Aufruf zur Errichtung eines Ehrengrabes für den zu Peking in Ausübung seiner Pflichten als Gesandter des Deutschen Reiches gefallenen Freiherrn Clemens von Ketteler “. Als Teil deutscher Weltmachtpolitik hatte um 1895 das deutsche Engagement in China begonnen, in dessen Zusammenhang Ketteler am 20. Juni 1900 in Peking umkam. Für diesen als „Märtyrer“ der deutschen Kolonialpolitik verstandenen Ketteler sollte ein Denkmal gesetzt werden.

Zunächst als überdimensionales Heldengrab konzipiert, wurde es in reduzierter Form auf Wunsch der Mutter im Schlossgarten aufgestellt und 1903 eingeweiht. Die Hintergründe des Ketteler-Denkmals und weitere Spuren des Kolonialismus in Münster stellt Philipp Erdmann beim Themenabend am Donnerstag (21. März) im Stadtarchiv vor. Er zeigt auch den Wandel im Umgang mit den Spuren der Eroberungspolitik in der Stadt auf. So hat auch das Traindenkmal am Ludgeriplatz einen Bezug zur deutschen Kolonialpolitik. Auf zwei Bronzetafeln wird dreier Soldaten gedacht, die bei Einsätzen in China und im heutigen Namibia umkamen.

Dieser Hinweis bot schon zu Beginn der 1980er-Jahre Anlass zur Diskussion. Die Hauptkritik richtete sich auf die fehlende Erinnerung an die Opfer des Kolonialismus in den ehemals deutschen Kolonien. Mit verschiedenen Aktionen am Denkmal wurde diese Kritik zum Ausdruck gebracht – so etwa durch seine komplette Verhüllung im Jahr 1982.

Zum Thema

Der Themenabend startet um 18 Uhr im Stadtarchiv, An den Speichern 8. Um Anmeldung wird gebeten unter ' 4 92 47 01 oder per E-Mail an archiv@stadt-muenster.de. Über die Inhalte aller Themenabende 2019 informiert eine Übersicht im Stadtportal unter | www.stadt-muenster.de/archiv

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