Vortragsreihe „Wissensimpulse“
Wandel in der Wirtschaft

Münster -

Der digitale Wandel in der Wirtschaft wird menschliche Arbeitskraft nicht zurückdrängen, aber verändern. Davon ist Dr. Reinhard K. Sprenger überzeugt und deshalb „müssen wir uns auf die Dinge konzentrieren, die eine Maschine nicht kann“, wie er während der „Wissenimpulse“ sagte.

Dienstag, 19.03.2019, 21:00 Uhr
Bei den „Wissensimpulsen“ sprach Referent Dr. Reinhard K. Sprenger über den digitalen Wandel in der Wirtschaft. Digitalisierung, so der Fachmann, sei „Vertrauenssache“. 
Bei den „Wissensimpulsen“ sprach Referent Dr. Reinhard K. Sprenger über den digitalen Wandel in der Wirtschaft. Digitalisierung, so der Fachmann, sei „Vertrauenssache“.  Foto: hko

Kreativ und kooperativ sein, miteinander sprechen, Verantwortung zeigen, Neues wagen, auch Fehler machen und daraus lernen – genau das sei „unser Vorteil gegenüber Maschinen,“ betonte der Autor, Trainer und Berater am Montagabend in seinem Vortrag „Radikal digital“ im Rahmen der Veranstaltung „Wissensimpulse“ in der voll besetzten Cloud am Germania Campus.

Digitalisierung ist nach seiner Ansicht nur vordergründig ein technisches Phänomen, für das die mediale Aufmerksamkeit – Stichwort Hype – viel größer sei, als das Thema selbst. „Digitalisierung ist ein soziales Phänomen,“ das in der Wirtschaft zur Konzentration auf das Wesentliche führe, sagt Sprenger .

Tendenz zur Kundenfeindlichkeit

Das macht er an drei Begriffen fest: Kunde, Kooperation, Kreativität. Nach seiner Erfahrung haben die meisten großen Unternehmen eine „Tendenz in die Kundenfeindlichkeit.“ Beispiel: Wenn sich Anrufer bei einem Betrieb von einer Telefonschleife in die nächste quälen müssten, dann habe das mit Kundenfreundlichkeit überhaupt nichts zu tun.

Unternehmen müssten sich nicht die Frage stellen „Was können wir?“, sondern „Was wollen die Kunden?“. Kundenorientierung müsse im Mittelpunkt stehen. Er gewinne allerdings den Eindruck, so der Referent, „dass die einzigen Mitarbeiter mit wirklicher Kundenorientierung die Kaufhausdetektive sind.“

Kreativität wird verhindert

Sprenger, der auch als Autor von Management-Literatur bekannt ist, sieht die Digitalisierung auch als verbindendes Element von Lebens- und Arbeitsbereichen:  Kooperation zur Lösung von Problemen, auch über eingefahrene Organisationsstrukturen, den eigenen Arbeitsplatz und das einzelne Unternehmen hinaus.

Und Kreativität? Die werde durch Anpassung und Routine verhindert, sagt Dr. Reinhard K. Sprenger. Hier kommen die Mitarbeiter ins Spiel, deren Bedeutung durch die Digitalisierung (Entlastung von Arbeiten, die von der „Maschine“ erledigt werden können) wieder nach vorn rückt.

Sprenger sieht die Digitalisierung als „Vertrauenssache“, er warnt aber zugleich vor einem überzogenen Vertrauen „in die Leistungsfähigkeit von Maschinen.“ Konzentration auf das Wesentliche sei notwendig – auf das, was nur Menschen leisten – denn „Menschen machen den Unterschied“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6483347?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Der „Typ“ und seine Vögel
Robert Tüllinghoff im Emsdettener Vogelschutzgebiet.
Nachrichten-Ticker