Podiumsdiskussion im Rathaus
Die Chefs singen Münsters Loblied

Münster -

Seit 1993 schreibt Klaus Baumeister als Lokalredakteur über Münsters Politik. In dieser Zeit hat er vier Oberbürgermeister im Amt erlebt: Jörg Twenhöven, Marion Tüns, Berthold Tillmann und Markus Lewe. Höchste Zeit für ein gemeinsames Podiumsgespräch mit allen vieren.

Freitag, 22.03.2019, 15:18 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 17:35 Uhr
Zur Podiumsdiskussion hatte unser Redakteur Klaus Baumeister (2.v.r.) vier Oberbürgermeister eingeladen (v.l.): den amtierenden Oberbürgermeister Markus Lewe sowie seine Amtsvorgänger Berthold Tillmann, Marion Tüns und Jörg Twenhöven.
Zur Podiumsdiskussion hatte unser Redakteur Klaus Baumeister (2.v.r.) vier Oberbürgermeister eingeladen (v.l.): den amtierenden Oberbürgermeister Markus Lewe sowie seine Amtsvorgänger Berthold Tillmann, Marion Tüns und Jörg Twenhöven. Foto: Oliver Werner

Ist es eigentlich schön, Oberbürgermeister von Münster zu sein? Es ist Markus Lewe , der diese Schlussfrage am ausführlichsten beantwortet. Ja, sagt er, das Amt sei unglaublich spannend. Nicht nur, weil er im ganzen Land immer wieder hört, wie toll Münster doch sei. Sondern vor allem, weil die Stadtgesellschaft so viel drauf hat und sich auch in Krisen bewährt. Lewes Amtsvorgänger nicken zustimmend.

Die Stadt und ihre Menschen haben sich in den vergangenen 25 Jahren erstaunlich verändert, und sie haben gemeinsam einiges überstanden – das ist die wichtigste Erkenntnis dieses launigen Podiumsgesprächs am Donnerstagabend im voll besetzten Rathausfestsaal. Klaus Baumeister, Lokalredakteur unserer Zeitung, sprach mit Markus Lewe und dessen drei Vorgängern Dr. Berthold Tillmann , Marion Tüns und Dr. Jörg Twenhöven über die Entwicklung seit dem Stadtjubiläum 1993 – die er auch in seinem Aschendorff-Buch „25 Jahre Münster. Eine Bilanz“ kritisch beleuchtet.

Lieber eine Nummer kleiner

Das schwindelerregende Bevölkerungswachstum, die bundesweite Popularität, das Traumpaar „Wissenschaft und Lebensart“, die Protestkultur und das Scheitern ehrgeiziger Großvorhaben – das alles sei typisch, meint Berthold Tillmann: Münsters Großstadtbewusstsein reibe sich an einem eher konservativen „Münster-Feeling“, das alles lieber eine Nummer kleiner mag. Weshalb es seit dem Bau der Stadtbücherei 1993 keinen vergleichbaren Kulturleuchtturm mehr gegeben habe. Die Kulturhauptstadt-Bewerbung 2004 hat ja leider nicht geklappt . . .

Vier Oberbürgermeister diskutieren über 25 Jahre Münster

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  • Die Runde auf dem Podium im Rathausfestsaal im Gespräch

    Foto: Oliver Werner
  • Zur Podiumsdiskussion hatte unser Redakteur Klaus Baumeister (2.v.r.) vier Oberbürgermeister eingeladen (v.l.): den amtierenden Oberbürgermeister Markus Lewe sowie seine Amtsvorgänger Berthold Tillmann, Marion Tüns und Jörg Twenhöven.

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  • Der Rathausfestsaal war voll.

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  • Vorne, v.l: Monika Twenhöven, Maria Lewe, Cornelia Bergmann, Gerhard Tüns und Ruth Baumeister

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  • Franz-Josef Sandhage

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  • Moderator Klaus Baumeister führte in das Gespräch ein.

     

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  • Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz

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  • Saßen ebenfalls im Publikum (v.l.): Julia Bolles-Wilson, Hartwig Schultheiß und Josef Rickfelder

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  • Anne Hakenes

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  • Lebhaft wurde auf der Bühne diskutiert.

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  • Marion Tüns

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  • Norbert Ohlms

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  • Auch zwei langjährige Redakteure unserer Zeitung ließen sich die Diskussion nicht entgehen (v.l.): Wolfgang Schemann und Erhard Obermeyer.

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  • Berthold Tillmann

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  • Berthold Tillmann

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  • Jörg Twenhöven

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  • Georg Hundt

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  • Berthold Tillmann

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  • Gerald Brummund und Günter Schulze Blasum (v.l.)

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  • Markus Lewe

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  • Berthold Tillmann

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  • Im Gespräch

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  • Vorne, v.l: Hubert Lindhauer, Peter Wilson und Julia Bolles-Wilson

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  • Norbert Ohlms und Karl Hagemann (v.l.)

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  • Paul Söbbeke und Horst Freye (v.l.)

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  • Klaus Baumeister führte in die Veranstaltung ein.

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  • Jörg Twenhöven

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  • Jörg Twenhöven

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  • Klaus Baumeister

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  • Vorne, v.l: Otto Reiners, Karin Reismann und Robin Denstorff

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  • Marion Tüns

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  • Markus Lewe

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  • Marion Tüns

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  • Klaus Baumeister erklärte dem Publikum die Abläufe einer Ratssitzung.

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  • Vorne, v.l: Otto Reiners, Karin Reismann, Robin Denstorff und Cornelia Wilkens

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  • Klaus Baumeister erklärte dem Publikum die Abläufe einer Ratssitzung.

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  • Vorne, v.l.: Monika Twenhöven, Maria Lewe, Cornelia Bergmann, Gerhard Tüns und Ruth Baumeister

    Foto: Oliver Werner

In der Stadionfrage habe Münster immerhin die Kurve gekriegt, freut sich Jörg Twenhöven. Der überdimensionierte Preußenpark und die Umzugspläne aufs flache Land hätten einfach nicht funktioniert: „Es da zu machen, wo es jetzt ist, ist das einzig Richtige!“ Die Stadt investiert nun 40 Millionen Euro an der Hammer Straße. Warum war das vor 20 Jahren nicht möglich?, fragt Klaus Baumeister. Marion Tüns erinnert sich nur ungern an „endlose Diskussionen mit den Grünen“, die damals über das Stadion, die Umgehungsstraße und den Flughafen nicht mit sich hätten reden lassen: „Heute bekommen wir die Umgehungsstraße und das Stadion – die Startbahn brauchen wir nicht mehr . . .“

Ich bin heilfroh, dass wir den neuen Namen haben.

Oberbürgermeister Markus Lewe zum Schlossplatz

Hindenburg offenbar auch nicht. Als das Umbenennungsthema angeschnitten wird, geht ein leises Stöhnen durchs Publikum. „Ich bin heilfroh, dass wir den neuen Namen haben“, sagt Markus Lewe; äußert aber Verständnis für manches Unbehagen an einer als Bevormundung wahrgenommenen Debatte. Die Rückkehr zum „Hindenburgplatz“ hätte jedenfalls Münsters Ruf als Stadt des Westfälischen Friedens ruiniert. Einen Ruf, der sich etwa durch das Konzept der dezentralen Flüchtlingsunterbringung gefestigt habe, wie Berthold Tillmann betont: „Münster hat dadurch eine sehr positive Reputation bekommen.“

Wie ein Schulausflug für Monarchen

Apropos Frieden: Das Stelldichein europäischer Monarchen 1998 muss doch für das damalige Stadtoberhaupt ein einsamer Höhepunkt gewesen sein!? Ach nein, meint Marion Tüns offenherzig, das war vor allem anstrengend. Als Mittel gegen Europas Krisenstimmung tauge so ein Königstag nur bedingt: „Für unsere Gäste war das wie ein Schulausflug: Mal einen Tag rauskommen, um ihre Königskollegen zu treffen.“

Übrigens: An das verunglückte Königshütchen der Oberbürgermeisterin erinnern sich auch ihre Kollegen immer noch mit diebischem Vergnügen. Denen schreibt sie nun mit Nachdruck hinters Ohr: „Dieser Hut hatte keine Feder!“

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