Präsident der Ingenieurkammer-Bau
Viele Baustellen für die dritte Amtszeit

Münster -

Dr. Heinrich Bökamp aus Münster macht weiter. Der 61-Jährige geht als Präsident der Ingenieurkammer-Bau in NRW in die dritte Amtszeit. Es gebe noch viel zu tun.

Mittwoch, 27.03.2019, 13:04 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 13:41 Uhr
Brückenbauwerke wie die Torminbrücke in Münster werden von der Stadt regelmäßig überprüft. Doch manche Kommunen haben kein Geld für solche Aufgaben, sagt Heinrich Bökamp (kleines Foto), der zum dritten als Präsident der Ingenieurkammer-Bau bestätigt wurde.
Brückenbauwerke wie die Torminbrücke in Münster werden von der Stadt regelmäßig überprüft. Doch manche Kommunen haben kein Geld für solche Aufgaben, sagt Heinrich Bökamp, der zum dritten als Präsident der Ingenieurkammer-Bau bestätigt wurde. Foto: Matthias Ahlke

„Es gibt noch viel zu tun“, kündigt Dr. Heinrich Bökamp an. Der 61-Jährige spricht über den Verbraucherschutz, über die Bedeutung des Ingenieurwesens und über das Ingenieurgesetz, das alle Bundesländer unterschiedlich regeln würden. Der alte und neue Präsident der Ingenieurkammer-Bau (IK-Bau) in Nordrhein-Westfalen kommt aus Münster. Seine Hartnäckigkeit zeichnet ihn seit zehn Jahren in diesem Amt aus. Bökamp hat sich für seine dritte Präsidentschaft viel vorgenommen. Es könne beispielsweise nicht sein, bedauert er, dass Kommunen, die kein Geld hätten, ihre Brückenbauwerke nicht regelmäßig überprüfen würden. Dies sei zwar keine Pflicht, doch Bökamp appelliert an präventive Maßnahmen, um größere Schäden zu verhindern.

Ihre Bedeutung wird immer klarer.

Dr. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau in NRW

Nach dem Motto „Neue Besen kehren gut, alte kennen die Ecken“ möchte er sich für die rund 11 000 Mitglieder der IK-Bau in NRW ins Zeug legen. Dahinter stehen rund 40 000 Arbeitsplätze. Der 61-Jährige freut sich, dass die Ingenieure wacher werden. „Ihre Bedeutung wird immer klarer“, betont er. Sein Beispiel: „Wenn ein Kanalrohr nicht läuft, dann hat das Auswirkungen auf eine ganze Straße.“

Heinrich Bökamp

Heinrich Bökamp Foto: -kb-

Nachhaltigkeit und Hochwasserschutz

Das Stichwort Nachhaltigkeit fällt, wobei es unter anderem um das Recyceln von Baustoffen geht. Auch der stärkere Hochwasserschutz beschäftige die Ingenieure, deren Image inzwischen eine Marke geworden sei. Bökamp bedauert, dass das Diplom verschwunden sei und heute durch Bachelor und Master ersetzt würde. Er spricht von einem Etikettenschwindel. Der Münsteraner freut sich, dass der Berufsstand durch das Ingenieurgesetz geschützt werde und fordert eine bundesweite Regelung. Diese müsste es seiner Meinung nach auch für den Bereich Bauen geben. „Jeder baut in jedem Bundesland seinen Schornstein anders.“ Die Länderregelung treibt Blüten. Selbst Ingenieure aus NRW dürften ihre statischen Berechnungen nicht in Niedersachsen ausführen, wenn sie dort nicht anerkannt seien.

Expertenwissen für den Verbraucher

Bökamp möchte sich dafür einsetzen, dass Expertenwissen für den Verbraucher verständlicher dargestellt werde. Selbst im Düsseldorfer Landtag gebe es keinen Ingenieur mehr, auch hier sei ihr Wissen gefragt, so Bökamp, der vor fünf Jahren noch sein Masterstudium in Philosophie und Politik absolviert hat. Das eröffnete ihm einen Blick über den Tellerrand. Er habe verstanden, „dass ein Leben nicht nur aus Formeln besteht“. Viele der 400 Studenten, die der Kammer angehörten, würden heute so denken.

Brückenkontrolle

Engmaschig und regelmäßig werden die rund 260 Brücken der Stadt Münster kontrolliert. Das bestätigt Jürgen Teigelmeister vom städtischen Tiefbauamt. Der Projektleiter berichtet, dass sich die Brückenbauwerke der Stadt alle sechs Jahre einer Hauptuntersuchung unterziehen müssen. Alle drei Jahre findet eine einfachere Prüfung statt. Zum Bestand zählen zwei Brücken über den Kanal – am Albersloher Weg und am Osttor in Hiltrup.

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