BDA-Vortragsreihe „A-Z Architekten in Münster“ startet wieder
Neues Bauen braucht die Stadt

Münster -

Der Erste Weltkrieg bedeutete nicht nur in gesellschaftlicher Hinsicht eine Zäsur. Auch die Architektur verordnete sich unter dem Stichwort „Neues Bauen“ eine Kehrtwende. Zu beobachten ist diese auch in Münster: Die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ stellt ihre regionalen Protagonisten ab Mittwoch (3. April) vor.

Dienstag, 02.04.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 18:22 Uhr
„Neues Bauen“ in Hiltrup: das Wohnhaus Cesarz (1932) von Bernhard Tönies.
„Neues Bauen“ in Hiltrup: das Wohnhaus Cesarz (1932) von Bernhard Tönies. Foto: pd

In dieser Woche startet der Bund Deutscher Architekten ( BDA ) Münster-Münsterland wieder seine Vortragsreihe „A-Z Architekten in Münster“. Regelmäßig stellt diese Vortragsreihe bedeutende Architekten vor, die Münster geprägt haben.

Am morgigen Mittwoch (3. April) um 19 Uhr am Münster Modell, Alter Steinweg 47 (gegenüber der Stadtbücherei), werden mit Wilhelm Peter Strupp (1891-1992) und Bernhard Tönies (1906-1965) gleich zwei Architekten im Mittelpunkt stehen, die Münster um 1930 als Botschafter des „Neuen Bauens“ mit modernen Wohnhäusern bereicherten.

In ihren Vorträgen werden Christoph Hüsing und Stefan Rethfeld das jeweilige Werk einordnen und zusammen mit Gästen aus dem Familien-, Freundes- und Mitarbeiterkreis der jeweiligen Architekten erörtern.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es vielerorts Strömungen, die auf ein „Neues Bauen“ zielten. Während das Bauhaus sich im April 1919 – vor einem Jahrhundert – in Weimar als experimentelle Schule begründete, gab es auch hierzulande Reformansätze. Beispielhaft stehen hierfür die Architekten Wilhelm Peter Strupp und Bernhard Tönies – und ihre heute noch erhaltenen Bauten in Münster.

Strupp leitete das Zeichenbüro bei Rincklake

Der in Mainz geborene Strupp studierte als gelernter Kunsttischler an der Kunstgewerbeschule München bei Richard Riemerschmid. Nach Münster führte ihn ein Angebot der Einrichtungsfirma Rincklake, dessen Zeichenbüro er ab 1919 leitete. Ab 1925 wirkte er als Lehrer an der hiesigen Kunstgewerbeschule. Mit Franz Mönig realisierte er von 1925 bis 1932 zahlreiche Raumgestaltungen, darunter das Wohnhaus Wiedemann (1931/32), das als modernstes Haus der Stadt für Aufsehen sorgte.

Tönies schloss sich der Künstlervereinigung Schanze an

Auch der jüngere Bernhard Tönies, gebürtig in Borghorst, erlebte diese Aufbruchzeit an experimenteller Stelle: an der Baugewerke-Schule in Münster und als Meisterschüler an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Emil Fahrenkamp. Ab 1930 wurde er Mitglied der Künstlervereinigung Schanze und verwirklichte in seiner Heimat erste progressive Bauten, darunter das Wohnhaus Cesarz und das Wohn- und Atelierhaus Bröker.

Alle Architektur-Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

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