Aktionen der Verkehrswacht
Senioren-Mobilität als Herausforderung

Münster -

Immer mehr Ältere steigen um auf ein Elektrofahrrad, mit 50 entdecken viele wieder ihre Liebe für das Motorrad und mit 80 ist im Auto am Steuer noch lange nicht Schluss: Viele Herausforderungen für die Präventionsarbeit der Verkehrswacht Münster.

Donnerstag, 04.04.2019, 09:00 Uhr
Der zweite Vorsitzende der Verkehrswacht Peter Schlanstein (v.l.), Oberbürgermeister Markus Lewe, Vorsitzender Michael Semrau, Referentin Gabriele Demmer und Geschäftsführer Christoph Becker bei der Hauptversammlung.
Der zweite Vorsitzende der Verkehrswacht Peter Schlanstein (v.l.), Oberbürgermeister Markus Lewe, Vorsitzender Michael Semrau, Referentin Gabriele Demmer und Geschäftsführer Christoph Becker bei der Hauptversammlung. Foto: hpe

Mit 50 wird wieder ein Motorrad angeschafft, weil jetzt das Geld da ist und die „Easy Rider“-Jugend noch in guter Erinnerung ist. Mit 65 kauft sich der jung gebliebene Ältere ein schnelles Pedelec und radelt den anderen geräuschlos und mit Leichtigkeit davon. Mit 80 ist das Auto längst noch nicht ein Fall für die Garage, sondern wird als bequemes Fortbewegungsmittel weiter genutzt.

Unfallverursacher oft im fortgeschrittenen Alter

„Münsters Bevölkerung wird immer älter und will trotzdem mobil bleiben“, sagt Christoph Becker, Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster. Die Schattenseiten der „neuen Freiheit der Älteren“ finden sich in den Unfallstatistiken. Immer mehr Elektro-Fahrradfahrer verunglücken schwer, viele Unfallverursacher am Lenkrad sind im sehr fortgeschrittenen Alter, und Motorrad-Wiedereinsteiger verlieren mangels Übung in scharfen Kurven die Bodenhaftung. Gründe genug für die Verkehrswacht, die Schwerpunkte der erfolgreichen Präventionsarbeit neu zu justieren.

Rund 200 ältere Münsteraner haben 2018 am Projekt „Fahreinschätzung für Senioren“ auf Münsters Straßen teilgenommen. Begleitet von einem Verkehrswacht-Experten fuhren sie im eigenen Auto durch die Stadt und erkannten „mehr oder minder ihre Grenzen“, so Verkehrswacht-Chef Michael Semrau am Dienstag bei der Hauptversammlung seiner Organisation.

Prävention mit Pedlec-Simulatoren

Auf einem eigens angeschafften Pedelec-Simulatoren können Ältere ihre motorischen Fähigkeiten testen, ehe sie mit dem schnellen Rad in neue Freiheiten starten. Und schnell ausgebucht waren auch alle Kurse, die bei älteren Kradfahrern „Gefahrenbewusstsein schärfen, Spaß am sicheren Fahren und Fahrfähigkeiten verfeinern“ sollen. Die Verkehrserziehung an Grundschulen, ein Radfahrtraining für insgesamt 6000 Schüler in der Jugendverkehrsschule am Heumannsweg und spezielle Kurse für Geflüchtete, die in Münster erstmals radeln wollen, gehören ebenfalls zum umfangreichen Spek­trum der Verkehrswacht.

Bei den Wahlen wurde Michael Semrau als Vorsitzender bestätigt. Verkehrsreferent ist Klaus Laackman, als Fachberater sind Volker Pellmann und Karl-Heinz Niedenzu aktiv. Neuer Vorsitzender des Beirats ist Heinz Albert Stumpen.

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