Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Lehrerberuf muss attraktiver werden

Münster -

Der Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert ein Maßnahmenbündel, um den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten - vor allem durch eine einheitliche Besoldung. Eine bessere Qualifizierung von Quereinsteigern soll außerdem den Lehrkräftemangel abfedern. 

Dienstag, 09.04.2019, 10:00 Uhr
Ulrich Thoden
Ulrich Thoden, Stadtverbandsvorsitzender der GEW. Foto: Pat Roehring

„Wir erwarten, dass endlich mehr für die Profession getan wird, denn Profis in der Bildung sind gefragt wie nie zuvor. Trotz vieler Versprechen, die Belastungen zu senken, die Bezahlung gerechter zu machen und mehr Fortbildung und bessere Ausbildung anzubieten, ist nichts passiert“, macht Ulrich Thoden , Stadtverbandsvorsitzender der GEW zum Thema Lehrermangel deutlich:

„Wir hören aus allen Schulformen, dass ausgeschriebene Stellen nicht besetzt werden können. Stattdessen werden Pensionäre, die nur kurzfristig zur Verfügung stehen, gebeten länger zu arbeiten – das kann doch nicht die Lösung der Probleme sein.“ Thoden macht zudem deutlich, dass Belastungen gesenkt werden müssen: „Es sind in den letzten Jahren zahlreiche Aufgaben hinzugekommen, die nichts mit dem Unterricht zu tun haben.“

Gleiche Bezahlung und Honorierung von Mehraufwand 

„Wir fordern ein Maßnahmenbündel zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs. Die einheitliche Besoldung im Eingangsamt nach Gruppe A 13Z, beziehungsweise EG 13 für Tarifbeschäftigte, ist unabdingbar. Hier spielt die Landesregierung fahrlässiger Weise auf Zeit. Wir müssen finanzielle Anreize für Lehrkräfte schaffen, die sich bereit erklären, an Schulen im schwierigen sozialen Umfeld zu arbeiten. Ungleiches muss ungleich behandelt werden“, fordert die GEW in einer Pressemitteilung.

Akuten Handlungsbedarf sieht die GEW bei der Bekämpfung des Lehrkräftemangels und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern: „Die Zahl der Seiteinsteiger steigt, wir können nicht auf sie verzichten“, führt Thoden aus: „Wir fordern den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst auch für die Grundschule.“

Quereinsteiger besser ausbilden 

Die derzeitige Qualifizierungsmaßnahme sei unzureichend und führe zu neuen Verwerfungen und Ungerechtigkeiten. Absolventen dieser pädagogischen Einführung in Sport, Musik, Kunst und Englisch würden auch im Deutsch- und Mathematikunterricht als vollwertige Lehrkraft eingesetzt, bekämen aber auf Dauer nur ein Entgelt nach EG 10.

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