Vier Unternehmer gegen die Angst vor der Selbstständigkeit
Scheitern ist für Gründer keine Schande

Münster -

Die „Kultur des Scheiterns“, wie sie das Unternehmertum gerade in der angelsächsischen Welt kennt, hat um Deutschland immer einen Bogen gemacht. Mit der Folge, dass Selbstständigkeit hierzulande den Ruf von etwas grundsätzlich Unsicherem hat. Bei der dritten „Fuck-up-Night“ versuchten Unternehmer den Zuhörern die Angst vorm Scheitern auszutreiben.

Freitag, 12.04.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 12:26 Uhr
Haben trotz Misserfolgen nicht aufgegeben (v.l.): Moderator Yves Wieloch und die Unternehmensgründer David Bosse, Dominik Muhle, Jan Papenbrock und Chris Moenninghoff.
Haben trotz Misserfolgen nicht aufgegeben (v.l.): Moderator Yves Wieloch und die Unternehmensgründer David Bosse, Dominik Muhle, Jan Papenbrock und Chris Moenninghoff. Foto: Anna Girke

„Hiernach wirst du besser scheitern.“ Das versprach Yves Wieloch , Moderator der „Fuck-up-Night“, die am Mittwoch zum dritten Mal in Münster stattfand. Mit Humor setzten sich vier Gründer mit den anfänglichen Schwierigkeiten ihrer Unternehmen auseinander.

David Bosse war einer von ihnen. Er schilderte, wie er und sein Mitgründer mit einem Fashion-Start-up 300 000 Euro Investorengeld in den Sand setzten: „Wir hatten einen dreiseitigen Businessplan und nach 18 Monaten nur 15 000 Euro Umsatz.“ Mittlerweile hätte das Team aber erfolgreich eine Marketing-Agentur gegründet, so Bosse.

Ich hatte das richtige Produkt, aber den falschen Markt.

Unternehmer Dominik Muhle

Auch Unternehmer Dominik Muhle, der sich mit 40 Jahren selbstständig machte, berichtete von seinen Startproblemen: „Ich hatte das richtige Produkt, aber den falschen Markt.“ Muhle bot E-Learning-Kurse für Pflegekräfte an, zuerst erfolglos in Krankenhäusern. „Doch als ich auf kleinere Pflegedienste umsattelte, lief das Unternehmen“, erklärte Muhle.

Mit anfänglichen Schwierigkeiten kämpften auch die Gründer Chris Moenninghoff und Jan Papenbrock: „Mit unserem ersten Startup mussten wir geplante Insolvenz anmelden.“ Nach einem zweiten Scheitern starteten sie durch.

Das Fazit der „Fuck-up-Night“? Moderator Yves Wieloch fasste es so zusammen: „Aus Scheitern lernen wir und entwickeln uns weiter.“

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